Schwangerschafts-Monate

3. Monat schwanger – Alles über den 3. Schwangerschaftsmonat

Wenn die 9. SSW anbricht, hat sich das Baby in Ihrem Bauch bereits von einer kaum messbaren Gestalt auf Kirschengröße entwickelt. Ab jetzt wächst Ihr kleines Wunder merklich in die Länge und Breite. Von außen ist da noch immer nicht viel zu sehen, wenn Sie das erste Mal schwanger sind. Bei der zweiten, und jeder weiteren folgenden Schwangerschaft, kann sich bereits jetzt ein kleines bisschen der Unterbauch runden.

Das passiert gerade bei Ihrem Baby

Gerade mal so groß wie eine Kirsche ist das wachsende Wunder in der 9. SSW und damit noch immer winzig klein. Gehirn und Nervenbahnen wachsen fleißig weiter und beginnen damit, sich zu vernetzen. Aus dem knorpeligen Gewebe formt sich der Schädel rund um das Gehirn. Nase, Mund und Augen entstehen in den nächsten Schwangerschaftswochen, ebenso wie zarte kleine Finger und Füße. Um die 10. SSW sind alle lebenswichtigen Organe entwickelt und funktionstüchtig. Die Fingernägel und die ersten zarten Flaumhaare wachsen. Ihr Baby spielt im warmen Fruchtwasser mit seinen Fingern und Zehen und lutscht zur Ausbildung des Saugreflexes schon fleißig an seinem Daumen.

Bis zum Ende der 12. SSW hat sich seine Größe dann nahezu verdoppelt. Die kindliche Geschlechtsentwicklung ist abgeschlossen und der Fötus bewegt Arme und Beinchen, dreht den Kopf und kann schon Fäuste machen. Alle Bewegungen erfolgen als Reflexe aus dem Rückenmark, ohne dem Fötus in diesem frühen Stadium bewusst zu sein. Davon merken Sie als Mama wahrscheinlich noch nichts – Kindsbewegungen sind meist erst im vierten Schwangerschaftsmonat oder Ende der 12. SSW als zartes Flattern im Bauch spürbar.

Entwicklung des Babys im Überblick

Ab der 9. Schwangerschaftswoche wird der Embryo nun Fötus genannt. Im Ultraschall wird die Größe mithilfe der Länge zwischen Scheitel und Steiß (SSL) bestimmt und bei jeder Untersuchung im Mutterschaftspass eingetragen.

SCHWANGERSCHAFTS-WOCHE ENTWICKLUNGSSCHRITTE GRÖßE & GEWICHT
SSW 9 Feinarbeit an den Organen; Schädelknochen bilden sich 2,6 cm
SSW 10 Hände, Finger und Zehen bilden sich 2,8 - 3,1 cm
SSW 11 Hautschichten kommen hinzu; Konturen des Fötus wirken weniger durchscheinend 3,7 - 4,1 cm
SSW 12 Magen nimmt langsam seine Arbeit auf; Fötus beginnt kleine Mengen Fruchtwasser zu schlucken; Geschlechtsentwicklung abgeschlossen 5 - 5,5 cm

So geht es der werdenden Mama

Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto fitter fühlen Sie sich vielleicht. Ihre Müdigkeit, leichter Schwindel und auch die Übelkeit klingen langsam ab.

Tipp:
Bei weiterhin starker Übelkeit sprechen Sie bitte mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Frauenarzt. Manche Schwangere leiden an einer sogenannten Hyperemesis – einem übermäßigen Erbrechen auch bei leerem Magen, das den ganzen Tag und auch nachts bestehen kann. Dieses anhaltende Erbrechen ist körperlich und seelisch sehr belastend und kräftezehrend. Es erhöht zudem die Gefahr, einen Mangel an Flüssigkeit, Elektrolyten, Vitaminen und anderen lebenswichtigen Stoffen zu entwickeln, die in der Folge auch dem Ungeborenen fehlen. Deshalb muss diese Erkrankung unbedingt ärztlich begleitet werden.

Der Energieschub lässt Sie vielleicht an Sport denken: Das ist erlaubt und absolut sinnvoll. Leichte Schwangerschaftsgymnastik, Yoga und Spaziergänge an der frischen Luft tun Ihnen bestimmt gut. Auch eine ausgewogene gesunde Ernährung ist gerade im dritten Monat der Schwangerschaft zu empfehlen. Eine eventuelle Mangelernährung gleicht der Körper so aus, dass er zunächst alle wichtigen Nahrungsbestandteile, wie Eisen, Zink, Selen, Magnesium etc., aus den mütterlichen Reserven für den wachsenden Fötus verwendet. Eine gesunde und ausgewogene Kost unterstützt Sie dabei, Ihre Speicher wieder aufzufüllen.

Viele Schwangere beginnen nach Abklingen der ersten Schwangerschaftssymptome damit, sich und ihren Körper ganz bewusst zu verwöhnen. Sie leisten gerade Großartiges, da ist ein Wohlfühlprogramm für Schwangere absolut angebracht! Vor allem die Haut möchte in dieser Zeit gepflegt werden. Hier kann auch der werdende Vater eine wichtige Rolle einnehmen: Führen Sie doch ein gemeinsames Ritual mit Hautpflege und Bauchmassage ein – das verbindet sie beide als Paar in der Schwangerschaft noch stärker. Zärtliche Bauchmassagen können die Schwangerschaft für den werdenden Vater im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“ werden lassen. So erlebt auch er, wie sich der Babybauch von Tag zu Tag verändert.

Emotionale Achterbahnfahrt in der Frühschwangerschaft

Ob Ihre Schwangerschaft geplant und erhofft war oder doch eher unerwartet eintrat: Für die meisten Frauen sind die ersten Schwangerschaftswochen emotional herausfordernd. Zukunftsängste und freudige Erwartung auf das Leben mit Baby wechseln sich ab, die Stimmungslage variiert dementsprechend zwischen Sonnenschein und Regen.

Manche Schwangeren bemerken an sich selbst starke Stimmungsschwankungen und sind deutlich näher als sonst am Wasser gebaut. Auch bedrückte Phasen und große Zweifel an der Entscheidung für das Kind können plötzlich auftreten – und das unabhängig davon, ob die Schwangerschaft geplant oder lange auf sich warten ließ.

Ganz wichtig:
Negative Gedanken, Ängste und Sorgen sind normal und dürfen jetzt auch mal sein. „Schuld“ an den emotionalen Wechselbädern sind vorrangig die Hormone, die gerade im Körper auf Hochtouren arbeiten, um alles für das Baby bereit zu machen. Der werdende Vater sollte darüber aufgeklärt werden, dass Stimmungsschwankungen eine direkte Folge der hormonellen Umstellung sein können. Viel Geduld und reichlich Verständnis ist das, was werdende Mamas nun am meisten von ihren Partnern benötigen.

Die beste Medizin gegen Zukunftsängste und Sorgen: Sprechen Sie mit Ihrem Partner, mit Freundinnen, Familienangehörigen oder Ihrer Hebamme und Frauenärztin über Ihre Seelenlage. Einmal angesprochen, lassen sich zu den meisten Fragen auch Antworten finden. Kirchliche Wohlfahrtsorganisationen, Sozialverbände und andere Institutionen bieten kostenlos Unterstützung wie Familien- und Schwangerenberatungen an. Sie sind z. B. die richtigen Anlaufstellen, wenn Sie sich um Ihre finanzielle Absicherung Sorgen machen oder Hilfe bei der Bewältigung Ihres zukünftigen Alltags mit einem Baby brauchen.

Schwangerschaft verkünden

Zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats entscheiden sich viele Paare dazu, Familie, Freunde und auch den Arbeitgeber der Schwangeren über das Baby zu informieren. Mit Vollendung der 12. SSW haben sich das Risiko einer Fehlgeburt und die Gefahr von Entwicklungsstörungen deutlich verringert. Deshalb ist die 12. SSW meist der Zeitraum, an dem freudig das erste Ultraschallbild herumgereicht oder nette, kleine Botschaften an Freunde und Verwandte geschickt werden.

Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber bisher nichts von der Schwangerschaft erzählt haben, sollten Sie es ab diesem Zeitpunkt in Erwägung ziehen. Eine Verpflichtung besteht allerdings nicht, sofern Sie nicht einer Arbeit nachgehen, die Ihrer Gesundheit und somit auch dem Kind schaden könnte. Sobald Ihr Arbeitgeber informiert ist, greift das umfangreiche Mutterschutzgesetz mit seinem umfassenden Schutz – unter anderem gilt ein Feiertags-, Nachts- und Akkordarbeitsverbot.

Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall

Im dritten Schwangerschaftsmonat steht die erste reguläre Vorsorgeuntersuchung an. Als Schwangere werden Sie gewogen, der Blutdruck wird gemessen, der Urin auf Zucker- und Eiweißbestandteile getestet und es wird geprüft, wie es um Ihren Bluteisenwert, den so genannten Hb- oder auch Hämoglobin-Wert steht.

Spätestens bei dieser ersten Vorsorgeuntersuchung werden folgende Tests durchgeführt:

  • Bestimmung von Blutgruppe und Rhesusfaktor
  • Antikörper-Suchtests (AK)
  • Hämoglobinbestimmung
  • Bluttests auf Rötelnviren und Lues- (=Syphilis) Erreger
  • HIV-Test (auf Wunsch/nach Bedarf)
  • Toxoplasmose-Test (bei begründetem Verdacht, bspw. wenn Sie eine Katze als Haustier haben)
  • Urintest auf eine Infektion mit Chlamydien


Dazu gehört auch ein Ultraschall, der vom Frauenarzt durchgeführt wird und bei dem

  • der Herzschlag kontrolliert,
  • die altersgerechte Entwicklung geprüft,
  • die Scheitel-Steiß-Länge (SSL) sowie der Kopfdurchmesser erfasst werden.

Bei der ersten Untersuchung wird meist auch ganz bewusst der Herzschlag im Ultraschall dargestellt und geprüft, ob sich eventuell sogar mehrere Föten in der Gebärmutter eingenistet haben. Für viele Paare ist dies ein sehr berührender Moment: Sie sehen Ihr Ungeborenes auf dem Monitor des Ultraschallgerätes zum ersten Mal. Auch wenn der Embryo bzw. Fötus noch immer sehr klein ist: Kopf, Rumpf und Beinchen lassen sich bereits erkennen.

Bis zum Ende der 12. SSW können Auffälligkeiten im Ultraschall auch mit weiteren Pränataldiagnostik-Tests geprüft werden. Dazu zählt unter anderem die Nackenfaltenmessung. Sie gibt Auskunft darüber, ob das Risiko einer Chromosomenstörung (Trisomie 18 oder 21) erhöht ist. Falls ja, können weitere Tests durchgeführt werden. Sie können sich aber auch gegen weitere pränataldiagnostische Verfahren entscheiden bzw. trotz Risikoeinschätzung weitere Tests ablehnen.

Wichtig:
Als Eltern haben Sie das Recht darauf, umfassend über mögliche Fehlbildungen und Risiken informiert zu werden. Allerdings haben Sie auch jederzeit ein „Recht auf Nichtwissen“. Besprechen Sie sich am besten erst einmal mit Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Pränataldiagnostiker. Weitere Informationen und Hilfestellungen finden Sie bei pränataldiagnostischen Beratungsstellen.

Der nächste große Check-up mit Ultraschall findet dann erst wieder zwischen der 19. SSW und der 22. SSW statt.

Schwangerschaftssymptome im Überblick

Die Übelkeit verschwindet, dafür scheinen die Brüste zu explodieren und die Harnblase ist ständig übervoll. Den meisten Schwangeren geht es aber ab dem dritten Schwangerschaftsmonat stetig besser und Energie und Tatendrang kehren zurück.

SCHWANGERSCHAFTS-WOCHE SCHWANGERSCHAFTS-ENTWICKLUNG SCHWANGERSCHAFTS-SYMPTOME
SSW 9 Anstieg des Gewichtes durch zunehmende Blutmenge, Plazenta, Fruchtwasser und Drüsengewebe der Brust klingen langsam ab; gelegentlich schwere/ziehende Brüste; aufgeblähter Bauch
SSW 10 Kurzatmigkeit aufgrund eines erhöhten Sauerstoffbedarfs; Veränderung des Geschmacksinns klingen langsam ab; gelegentlich schwere/ziehende Brüste; aufgeblähter Bauch
SSW 11 vermehrter Harndrang, weil die wachsende Gebärmutter auf die Harnblase drückt klingen langsam ab; gelegentlich schwere/ziehende Brüste; aufgeblähter Bauch
SSW 12 Gebärmutter dehnt sich im Becken weiter aus klingen langsam ab; gelegentlich schwere/ziehende Brüste; aufgeblähter Bauch

Einige Schwangere erleben im dritten Monat eine veränderte Pigmentierung ihrer Haut. Auch die Brustwarzen färben sich dunkler. Das liegt am Hormon Östrogen, das die Bildung des Hautfarbstoffes Melanin anregt, um die Haut vor UV-Strahlen zu schützen. Kein Grund zur Sorge: Die Flecken verschwinden nach der Schwangerschaft von selbst wieder.

Die besten Tipps für den dritten Schwangerschaftsmonat

Der erste Tipp bleibt unverändert: Alkohol und Nikotin sind weiterhin tabu. Ansonsten gilt: Tun Sie, was Ihnen Freude macht. Eine gesunde Ernährung, etwas Sport und so viel Ruhe wie möglich sind ebenfalls gute Tipps für diese Phase der Schwangerschaft. Außerdem gilt es folgendes zu beachten:

  • Alkohol, Nikotin und andere Drogen meiden!
  • Arbeitgeber über Schwangerschaft informieren.
  • Energieschubschub nutzen (falls vorhanden) für leichte Bewegung oder Schwangerschaftsgymnastik.
  • Locker sitzende, leichte Kleidung für die kommenden Wochen und Monate einkaufen.
  • Lecker, gesund und frisch essen bzw. kochen (lassen).
  • Familie informieren.
  • Erste Babyalben oder Meilensteinkarten für die Schwangerschaft kaufen.
  • Babybauch vermessen und fotografieren für das spätere Babyalbum.
  • Babybauch pflegen.
  • Austausch mit anderen Schwangeren.

Wichtige Fragen zum 3. Schwangerschaftsmonat

Kann ich im dritten Monat die Kindsbewegungen schon spüren?

Der Fötus ist im dritten Monat zwischen 2,6 und 5,5 Zentimeter groß und hat im Bauch der werdenden Mami noch reichlich Platz. Kindsbewegungen sind deshalb meist keine zu spüren. Am Ende der 12. SSW spüren Mehrfachmütter aber teilweise ein ganz leichtes, zartes Flattern, das durchaus auf Kindsbewegungen zurückzuführen ist. Denn ab der 10. SSW purzelt der Fötus bereits munter im Fruchtwasser herum und übt Bewegungen mit Händen, Fingern und Beinen.

Ist im 3. Schwangerschaftsmonat bereits das Geschlecht erkennbar?

Im 3. Schwangerschaftsmonat sind die Geschlechtsorgane vollständig ausgebildet, im ersten Ultraschall aber meist noch nicht zu erkennen. Das Geschlecht zeigt sich in der Regel erst beim zweiten großen Vorsorgecheck um die 20. Schwangerschaftswoche herum.

Wann findet der erste große Vorsorgetermin in der Schwangerschaft statt?

Die erste größere Vorsorgeuntersuchung findet zwischen der 9. SSW und der 12. SSW statt. Dabei wird der Fötus vom Scheitel bis zum Steiß vermessen und geprüft, ob das Herz regelmäßig schlägt. Bei der Mutter werden verschiedene Blut- und Urinwerte geprüft, das Gewicht und der Blutdruck gemessen. Alle Werte werden im Mutterpass eingetragen, um die Gesundheit von Mama und Kind kontinuierlich im Blick zu behalten.

Ist Sport in der Schwangerschaft ok?

Moderater Sport ist für Schwangere absolut empfehlenswert. Ebenso wie eine gute, ausgewogene Ernährung unterstützt Bewegung Sie dabei, sich fit und gesund auf die weiteren Schwangerschaftsmonate vorzubereiten. Empfehlenswert sind ausgedehnte Spaziergänge oder sanftes Schwangerschaftsyoga. Im dritten Schwangerschaftsmonat sind die anfänglichen Schwangerschaftsbeschwerden meist soweit verschwunden, dass Schwangere einen regelrechten Energieschub verspüren. Dann ist Bewegung genau das Richtige.

Autoreninfo:

Sabrina Sailer ist seit 2010 ehrenamtliche Stillberaterin und ausgebildete Trageberaterin. Sie arbeitet als Werbetexterin und Redakteurin und betreut zusätzlich verschiedene Angebote, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffen.

Fachliche Beratung und Redaktion: Birgit Laue, Hebamme & Medizinpädagogin, Dipl. PR-Fachwirtin, Autorin

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