Schwangerschafts-Monate

5. Monat schwanger – Alles über den 5. Schwangerschaftsmonat

Die nächste Etappe bringt Sie Ihrem Ziel – der Geburt Ihres Kindes – wieder ein Stück näher. Im Schwangerschaftskalender sind wir mittlerweile in der Mitte angekommen. Im fünften Monat geht es den meisten Schwangeren, bis auf gelegentliche Wehwehchen, richtig gut. Die Gebärmutter wächst und beginnt langsam aber sicher auf andere Organe zu drücken. Am Ende des 5. Schwangerschaftsmonats ist sie drei Querfinger unter dem Bauchnabel zu tasten. Im fünften Monat lässt sich die wachsende Kugel kaum noch verbergen. Wenn Sie Ihren Arbeitgeber bisher noch nicht über die Schwangerschaft informiert haben, sollten Sie es demnächst tun. 

Das passiert gerade bei Ihrem Baby

Die zarte Statur Ihres Babys entwickelt sich im 5. Schwangerschaftsmonat rasant weiter. Nachdem im vierten Monat vor allem die Organe gewachsen sind, sind nun Arme und Beine dran. Sie werden fleißig zum Turnen genutzt, um die sich kräftigenden Muskeln auf das Leben „an Land“ einzustimmen. In der Schwerelosigkeit des Fruchtwassers ist dafür ausreichend Gelegenheit und in der Gebärmutter noch immer ganz viel Platz. Bestimmt spüren Sie die Kindsbewegungen nun eindeutig.

Auch wenn es sich vielleicht für Sie nicht so anfühlt: Im 5. Schwangerschaftsmonat verbringt das Ungeborene noch gut 20 Stunden täglich mit Schlaf. Das ist auch nötig – schließlich müssen sich das Gehirn, Skelett und die Muskeln entwickeln, der Verdauungstrakt und die mittlerweile arbeitenden Organe benötigen viel Ruhe, um sich gesund auszubilden.

Entwicklung des Babys im Überblick

SCHWANGERSCHAFTS-WOCHE ENTWICKLUNGSSCHRITTE GRÖßE & GEWICHT
SSW 17 Muskeln an Armen und Beinen wachsen 11-12 cm & ca. 140 g
SSW 18 erste Phase der Lungenentwicklung abgeschlossen 12,5-14 cm & ca. 145 g
SSW 19 Babys Darm nimmt seine Tätigkeit auf 15 cm & ca. 200 g
SSW 20 Verknöcherung des Skeletts schreitet voran 16-20 cm & ca. 250-290 g

Ergibt sich bei den Kontrolluntersuchungen ein anderer Fundusstand (Fundus uteri = oberer Gebärmutterrand)? Das kann verschiedene Ursachen haben:

  • Fehler bei der Berechnung der Schwangerschaftswoche
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • unerkannte Fehlgeburt
  • Myome (gutartige Gebärmutterwucherungen)
  • Makrosomie (großwüchsiges Kind)

In den meisten Fällen kommt eine Abweichung des Fundusstandes durch einen Rechenfehler zustande. Das bietet Anlass, den Eisprungrechner (bzw. den Zeugungszeitpunkt) noch einmal genauer zu beleuchten. Für Sie und Ihr Kind ist dies in den seltensten Fällen ein Grund zur Sorge.

So geht es der werdenden Mama

Der Bauch wächst und wächst jetzt spürbar. Das macht sich auch auf der Waage bemerkbar: Viele werdende Mamas können jetzt erleben, wie Ihr Schwangerschaftsgewicht stetig weiter steigt. Der wachsende Bauch macht es vielleicht schwerer, nachts eine gute Schlafposition zu finden. Ein Seitenschläfer- oder Stillkissen kann bereits jetzt eine gute Investition sein, um Bauch und Rücken zu entlasten.

Leichte Schlafprobleme hin oder her, im fünften Monat haben Sie die besten Chancen auf den berühmten „Schwangerschaftsglow“: Haare, Nägel und Haut strahlen geradezu. Einige ausgewählte Schwangerschaftsprodukte pflegen die empfindsame Haut an Bauch, Beinen und Brüsten zusätzlich. 

Ernährung und Verdauung der Mama

Die sich veränderte Verdauung bleibt ein Punkt, der für viele Schwangere überraschend kommt: Von Heißhungerattacken auf bestimmte Gerichte oder Nahrungsmittel, über Verstopfung bis hin zu (leichtem) Durchfall oder latenter Übelkeit ist alles möglich.

Bewährt haben sich, wie schon in den ersten Monaten Ihrer Schwangerschaft, diese Tipps:

  • Kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten essen.
  • Frische und ausgewogene Ernährung mit reichlich Proteinen und Ballaststoffen.
  • Ausreichend trinken, insbesondere Wasser.

Im fünften Monat ist eine ausreichende Versorgung mit Kalzium wichtig, um Ihrem Baby während der Verknöcherung seines Skeletts alle wichtigen Nährstoffe zu liefern. Kalzium ist vor allem in Milch und Milchprodukten, grünem Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl oder Rucola und in Hasel- und Paranüssen enthalten. Mit Kalzium angereichertes Mineralwasser ist ebenfalls ein guter Lieferant.

Je weiter sich die Gebärmutter in der Bauchhöhle ausbreitet und die dort liegenden Organe verdrängt, umso eher neigen einige Schwangere zu Sodbrennen. Wenn Sie betroffen sind, versuchen Sie diese Schritte zur Linderung:

1. Kleinere, häufigere Mahlzeiten, um das Völlegefühl zu reduzieren.

2. Direkt nach dem Essen sitzen oder stehen bleiben, aber nicht hinlegen.

3. Die letzte Mahlzeit des Tages wenigstens ein bis zwei Stunden vor dem Schlafen einplanen.

4. Mit leicht erhöhtem Oberkörper im Bett liegen.

Manche werdende Mama reagiert auch auf bestimmte Speisen mit Sodbrennen, die sie außerhalb der Schwangerschaft normalerweise gut verträgt.

Höchste Zeit für die Geburtsvorbereitung

Auch wenn die Geburt gefühlt noch ganz weit weg ist: Jetzt ist es Zeit für den Geburtsvorbereitungskurs. Wenn Sie bislang noch keine Hebamme zur Betreuung der Schwangerschaft, zur Geburt oder für das Wochenbett haben, wird es höchste Zeit, sich auf die Suche zu machen! Eine Liste mit Namen und Adressen erhalten Sie z.B. in vielen Frauenarztpraxen, Apotheken, beim Bürgerservice Ihrer Gemeinde oder online bei Hebammenverbänden.

Bei Geburtsvorbereitungskursen gibt es verschiedene Varianten:

  • Im Geburtshaus, der Geburtsklinik oder frei bei einer Hebamme.
  • In Gruppen nur für schwangere Frauen oder für Paare.
  • Einzelvorbereitung für Sie und als Paar (bei entsprechender Indikation auf Verordnung oder als Selbstzahlerleistung).
  • Einzelvorbereitung für Väter.

Einige Kurse bestehen vor allem aus gymnastischen Übungen, andere konzentrieren sich auf Geburtsabläufe und welche unterstützenden Möglichkeiten Ihnen während der Geburt offenstehen. In dieser Phase der Schwangerschaft entscheiden sich Schwangere und ihre Partner oft auch für den konkreten Geburtsort. Ob Klinik, Geburtshaus oder zuhause – grundsätzlich ist alles möglich und sollte in dieser Phase überlegt werden.

Werden Infoabende für werdende Eltern angeboten? Dann nutzen Sie unbedingt die Chance, um schon vor dem großen Tag der Geburt in Kreißsäle und Geburtsräume zu schnuppern bzw. Ihre künftige Hausgeburtshebamme näher kennenzulernen.

Schwangerschaftssymptome im Überblick

SCHWANGERSCHAFTS-WOCHE SCHWANGERSCHAFTS-ENTWICKLUNG SCHWANGERSCHAFTS-SYMPTOME
SSW 17 Bauchumfang wächst stetig gesteigerter Appetit und Verdauungsstörungen
SSW 18 steigendes Östrogen macht Bänder, Sehnen und Gelenke weicher gesteigerter Harndrang; Kurzatmigkeit
SSW 19 gelegentliches Hartwerden des Bauches („Übungswehen“) juckende Haut; eventuell beginnende Dehnungsstreifen
SSW 20 Gebärmutter reicht bis drei Querfinger unterhalb des Bauchnabels leicht geschwollene Füße oder Wadenkrämpfe

Zweite Vorsorgeuntersuchung steht an

Zwischen der 18. SSW und 20. Schwangerschaftswoche findet die zweite große Vorsorgeuntersuchung (Vorsorgeultraschall II) statt. Ihr Baby wird dabei mittels Ultraschall exakt vermessen. Es gibt verschiedene Werte, die dabei erfasst werden, da diese für die Beurteilung von Babys Entwicklung wichtig sind:

  • Querdurchmesser des Köpfchens (BPD = Biparietaler Durchmesser)
  • Längsdurchmesser des Köpfchens (FOD = Frontoozipitaler Durchmesser)
  • Umfang des Babyköpfchens (KU = Kopfumfang)
  • Messung des Babybäuchleins von einer Seite zur anderen (ATD = Abdomen-Querdurchmesser)
  • Bauchdurchmesser von vorne nach hinten (APD = Anterioposteriorer Durchmesser)
  • Umfang des Babybäuchleins (AU= Abdomenumfang)
  • Längen des Oberschenkelknochens (Femur) und des Oberarmknochens (Humerus) (FL/HL = Femurlänge/Humeruslänge)

Ihre Frauenärztin wird außerdem die Fruchtwassermenge, die körperliche Entwicklung, den Plazentasitz und die Plazentastruktur beurteilen.

Sollte es notwendig sein, kann ein zusätzlicher detaillierter Blick auf die Organe des Fötus erfolgen. Dazu werden Sie an einen speziellen Pränataldiagnostiker verwiesen, der den Vorsorgeultraschall II b durchführt. Dabei werden unter anderem auch Herz, Magen und Harnblase genau untersucht.

Die besten Tipps für den fünften Schwangerschaftsmonat

Einige Tipps gelten für die gesamte Zeit der Schwangerschaft, wie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Davon abgesehen können und sollten Sie die Möglichkeiten nutzen, die in der Mitte der Schwangerschaft bestehen: Mehr Energie bei weniger körperlicher Einschränkung verlockt dazu, sich eine schöne Zeit mit dem Herzensmenschen zu gönnen und einiges an Organisatorischem zu erledigen.

  • Weiterhin gilt: Kein Alkohol und kein Nikotin!
  • Energieschub nutzen (falls vorhanden): Sport, leichte Bewegung und Schwangerschaftsshopping.
  • Gemeinsame Rituale mit dem werdenden Papa überlegen und umsetzen: Bauch streicheln, eincremen, dem Baby im Bauch Geschichten erzählen.
  • Nächste Größe an Schwangerschafts-BHs und weiche, bequeme Kleidung besorgen.
  • Baby-Erstausstattung planen und erste Teile anschaffen.
  • Krankenkasse über Schwangerschaft informieren (falls noch nicht geschehen).
  • Bei Bedarf Ausstattungsgeld oder weitere Hilfen bei Stiftungen/Behörden beantragen.

Wichtige Fragen zum 5. Schwangerschaftsmonat

1. Was passiert im fünften Schwangerschaftsmonat?

Im fünften Monat der Schwangerschaft erreichen Sie die Halbzeit: Fünf Monate sind bereits vorbei und Ihr Baby hat nun die Größe einer Mango erreicht. Seine Organe funktionieren ebenso wie seine Tast-, Hör- und Geschmacksnerven. Der Fötus streckt sich, strampelt viel, bewegt seine Arme und Beine und macht sich durch spürbare Kindsbewegungen bemerkbar. Für Sie als werdende Mama ist das Fortschreiten der Schwangerschaft vor allem durch die wachsende Kugel sichtbar. Die Haut spannt und juckt manchmal, die Brüste wachsen weiterhin und vielleicht lagert sich auch an Händen und Füßen manchmal bereits etwas Wasser ein.

2. Wie groß ist mein Baby im fünften Monat?

Im fünften Monat der Schwangerschaft wächst Ihr Baby von ungefähr 11 auf gute 20 Zentimeter an. Das Gewicht verdoppelt sich von circa 140 auf 300 Gramm. Arme, Beine und Rumpf entwickeln sich dabei, der Kopf wirkt im Ultraschall nicht mehr so raumgreifend. Da sich Ihr Baby im Bauch zusammenrollt, ist die Größe des Babys jedoch schwerer zu ermitteln. Zusammengerollt nimmt Ihr Baby ungefähr den gleichen Raum ein wie eine Laugenbrezel.

Am Ende des fünften Schwangerschaftsmonats hat Ihr Baby eine Größe erreicht, mit der es sich spürbar in Ihrem Bauch bemerkbar machen kann. Seine Turnübungen sind meist gut zu merken, auch die Gebärmutter hat sich bis drei Querfinger unterhalb des Bauchnabels ausgedehnt.

3. Was wird bei der Vorsorgeuntersuchung im 5. Schwangerschaftsmonat gemacht?

Wie bei jeder Kontrolle wird bei der werdenden Mama das Gewicht notiert, eine Urinprobe und der Bluteisenwert untersucht.  Zusätzlich wird im zweiten großen Ultraschall der Fötus vermessen: Seine Länge vom Scheitel bis zur Ferse, Kopfumfang und verschiedene andere Werte geben Auskunft darüber, ob sich Ihr Baby altersgerecht entwickelt.

Sollte es notwendig sein, wird außerdem speziell auf die einzelnen Organe geschaut. Dann wird geprüft, ob Herz, Leber und Darm bereits wie vorgesehen arbeiten.

4. Welcher Bauchumfang ist im 5. Schwangerschaftsmonat normal?

Für den optimalen Bauchumfang in der Schwangerschaft gibt es keine klaren Richtlinien. Insgesamt ergibt sich in der ganzen Schwangerschaft meist ein Plus von 40 Zentimetern beim Bauchumfang.

Sind Sie gut trainiert und betreiben regelmäßig Sport, kann der Bauch auch kleiner ausfallen, insbesondere in den ersten fünf bis sechs Schwangerschaftsmonaten. Sie sind weniger sportlich, ist auch die Bauchkugel meist schneller und in größerem Umfang sichtbar.

Bei Mehrlings- und Nachfolgeschwangerschaften gilt dies ebenso: Die Kugel wirkt auf jeden Fall deutlich größer. Im HiPP Mein BabyClub können Sie sich mit anderen Schwangeren dazu austauschen.

Autoreninfo:

Sabrina Sailer ist seit 2010 ehrenamtliche Stillberaterin und ausgebildete Trageberaterin. Sie arbeitet als Werbetexterin und Redakteurin und betreut zusätzlich verschiedene Angebote, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffen.

Fachliche Beratung und Redaktion: Birgit Laue, Hebamme & Medizinpädagogin, Dipl. PR-Fachwirtin, Autorin

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