Schwangerschafts-Monate

9. Monat schwanger – Alles über den 9. Schwangerschaftsmonat

Hätte Ihr Baby es jetzt besonders eilig, gilt es zwar noch als Frühchen – aber spätestens mit der 36. Schwangerschaftswoche wird eine beginnende Geburt in aller Regel nicht mehr aufgehalten. Die Chancen ihres Babys stehen ausgesprochen gut, denn es ist jetzt nahezu vollständig entwickelt und die Schwangerschaftsdauer geht steil dem Ende entgegen.

Das passiert gerade bei Ihrem Baby

Im 9. Schwangerschaftsmonat wächst Ihr Baby weniger in die Länge – jetzt geht es vor allem ums Gewicht. Und so wiegt der Fötus anfangs noch knapp unter zwei Kilogramm, am Ende der 36. SSW jedoch meist schon 2.700 Gramm oder mehr.

Die Sinneswahrnehmungen über den – bereits seit Längerem vollständig ausgeprägten – Gehör- und Geschmackssinn, werden mittlerweile auch kognitiv verarbeitet. Ihr Baby hört mit! Seine Pupillen reagieren auf Lichtreize, weiten sich bei Dunkelheit und ziehen sich bei starkem Lichteinfall zusammen.

Seine Lungenfunktion ist jetzt so weit entwickelt, dass der Fötus als Frühchen wahrscheinlich auch ohne viel Unterstützung gut atmen könnte. Am Ende des 9. Monats sind die Lungenbläschen dann endgültig einsatzbereit.

Ob Ovulationsrechner und Geburtsterminrechner auch wirklich richtig lagen, werden Sie aber erst irgendwann zwischen der 37. SSW und der 42. SSW erfahren.

Entwicklung des Babys im Überblick

SCHWANGERSCHAFTS-WOCHE ENTWICKLUNGSSCHRITTE GRÖßE & GEWICHT
SSW 33 Fingernägel & Haut sind fertig ausgebildet 43,5-43,8 cm & 1980 g
SSW 34 Hörschnecke ist voll entwickelt; Gehirnwachstum schreitet weiter voran 45 cm & 2237 g
SSW 35 Augenlider im Wachen geöffnet, in Schlafphasen geschlossen; Pupillenreflexe auf Helligkeit und Dunkelheit 46 cm & 2500 g
SSW 36 Nebenniere produziert Hormone 47 cm & 2700 g

So geht es der werdenden Mama

Im 9. Monat ist für viele Schwangere der Punkt erreicht, bei dem sie die Schwangerschaftsbeschwerden nicht mehr weglächeln können. Aktivsein fällt schwer, die Schuhe haben jetzt einen Klettverschluss und an ungestörten Schlaf ist zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft meist auch nicht mehr zu denken.

Rückenschläferinnen müssen sich spätestens jetzt umgewöhnen, denn Sie sollten nun keinesfalls mehr lange auf dem Rücken liegen. Das große Blutgefäß in Ihrem Bauchraum, die Vena Cava könnte zwischen der Gebärmutter und Ihrer Wirbelsäule zusammengedrückt werden und Schwindel und Übelkeit verursachen. Gut gestützt auf der linken Seite liegend lassen sich die Nächte aber halbwegs gut überstehen. Nutzen Sie ruhig Seitenschläfer- oder Stillkissen oder klemmen Sie sich ein flaches Kissen zwischen die Knie. Zur Unterstützung legen Sie sich eine Nackenrolle in den Rücken. Erfahren Sie mehr über die beste Schlafposition in der Schwangerschaft. 

Gegen die fast dauerhaft schweren Beine kann helfen:

  • Beine hochlagern
  • Schwangerenyoga
  • Schwimmen
  • Fuß- und Beingymnastik
  • Bürstenmassagen und kalte Güsse
  • Wasser- oder Tautreten
  • Fußbäder und Fußreflexzonenmassagen

Schwere Gegenstände, z.B. beim Großeinkauf, sollten Sie allerdings nicht mehr anheben.  Auch ältere Geschwisterkinder werden jetzt besser vom Papa an- und hochgehoben.

Das große Gebot der Stunde ist: Relaxen! Legen Sie die Füße hoch, genießen Sie in Ruhe Ihren Mutterschutz und die freie Zeit, wann immer Sie können.

Vorsorgerhythmus wechselt

Ab der 32. SSW wechselt der Turnus der Vorsorgeuntersuchungen. Ab sofort sollten Sie sich alle zwei Wochen bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrer Hebamme vorstellen. Sollte außerdem aus medizinischen Gründen ein CTG (= Wehenschreiber, misst die Herztöne des Kindes und die Wehentätigkeit der Mutter) notwendig werden, müssten Sie für diese Vorsorgeuntersuchungen etwa eine halbe Stunde mehr Zeit einplanen.

Falls im 8. Schwangerschaftsmonat noch nicht geschehen, wird bei der nächsten Vorsorge Ihr Blut auf Hepatitis B getestet.

Schwangerschaftssymptome im Überblick

SCHWANGERSCHAFTS-WOCHE SCHWANGERSCHAFTS-ENTWICKLUNG SCHWANGERSCHAFTS-SYMPTOME
SSW 33 Gebärmutter drückt auf Magen, Darm und BlaseMagenschmerzen; Sodbrennen; Bildung von Hämorriden; Verstopfung
SSW 34 Körperschwerpunkt verlagert sich weiter nach untenGleichgewichtsprobleme; Schwindel; Rückenschmerzen
SSW 35 Wachstumsschub dehnt die Haut weiter Trockene, juckende Haut; Dehnungsstreifen
SSW 36 Zwerchfell wird durch hoch stehende Gebärmutter nach oben gedrückt Kurzatmigkeit

Übungswehen, Senkwehen, richtige Wehen: Was ist was?

Gerade für Erstgebärende ist das die Frage überhaupt: Woran erkenne ich richtige Wehen? Und ist der Druck im Rücken beunruhigend oder normal?

Übungswehen und Senkwehen ähneln sich. Beide sind nicht geburtseinleitend, d.h. der Muttermund bleibt bei diesen Formen der Kontraktion noch geschlossen. Beide dienen der Übung der Gebärmutter für die späteren Wehen. Die Senkwehen unterstützen zusätzlich Ihr Baby dabei, seinen Kopf oder Po, langsam Richtung Geburtskanal zu bewegen und ins Becken hineinzurutschen.

Die Wahrnehmung der Senkwehen ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Viele Schwangere beschreiben jedoch folgende Symptome:

  • leichtes bis starkes Ziehen im Rücken
  • manchmal unangenehmes Stechen im Rücken, das bis in die Oberschenkel ausstrahlt
  • leichtes Druckgefühl (wie ein zu enger Gürtel)
  • „harter Bauch“ für einige wenige bis maximal 30 Sekunden

Insgesamt sind meist weder Senkwehen noch Übungswehen schmerzhaft, sie sollten es auch nicht sein. Leichte Wärme, Ruhe und Entspannung sorgen meist dafür, dass sie schnell wieder abklingen.

Wenn Sie noch nichts spüren, ist auch das völlig in Ordnung. Dann bemerken Sie vielleicht im Laufe des 9. Schwangerschaftsmonats an einer leicht anderen Bauchform, dass sich Ihr Bauchwunder langsam in Richtung Geburtskanal aufmacht.

Mutterschutz

Das absolute Beschäftigungsverbot acht Wochen nach der Geburt kennen Sie bestimmt – bei Mehrlings- und Frühgeburten sind es sogar zwölf Wochen. Vor der Geburt haben Sie außerdem das Recht auf sechs Wochen Mutterschutz, wobei Sie auf ausdrücklichen Wunsch in dieser Zeit auch weiterarbeiten könnten.

Die meisten Schwangeren möchten allerdings die vollen Mutterschutzfristen ausschöpfen. Und so sind Sie spätestens im 9. Monat der Schwangerschaft von der Arbeit freigestellt. Wenn es noch Formalitäten mit der Personalabteilung oder der Krankenkasse zu klären gibt, sollten Sie dieses jetzt tun. Kurz vor bzw. gleich nach der Geburt werden Sie dazu keinen Kopf haben und auch das Mutterschaftsgeld wird meist rasch benötigt.

Spätestens im Mutterschutz packt Sie dann vielleicht der Nestbautrieb: Das Babyzimmer soll hergerichtet, die Kleidung vorbereitet und alles möglichst fertig sein. Überanstrengen Sie sich in dieser Zeit nicht und haben Sie Geduld: Mit sich und Ihrem Körper, der gerade Schwerstarbeit leistet – und mit Ihrem Herzensmenschen, der vielleicht nicht so schnell und akkurat genau die Dinge ausführt, die Sie gern erledigt hätten.

Die besten Tipps für den neunten Schwangerschaftsmonat

Die Tipps für den 9. Schwangerschaftsmonat hängen im Grunde von Ihrem eigenen Wohlbefinden ab. Fühlen Sie sich fit? Dann erledigen Sie noch alle organisatorischen Dinge, treiben Sie leichten Sport und genießen Sie die Zeit, bevor das Baby kommt. Sind Sie eher konstant erschöpft und müde? Dann ruhen Sie sich aus, tanken Sie vor der Geburt so viel Kraft wie möglich.

  • Immer noch gilt: Kein Alkohol und kein Nikotin!
  • Moderate Bewegung einplanen.
  • Spätestens jetzt: Babybauchshooting oder Gipsabdruck vom Babybauch machen.
  • Fußmassage gegen müde Beine.
  • Zupfmassagen mit Körperöl wirken Wunder bei juckender Haut.
  • Babykleidung vorbereiten.
  • Kliniktasche packen oder Hausgeburts-Vorbereitungen treffen.

Wichtige Fragen zum 9. Schwangerschaftsmonat

Woran erkenne ich Senkwehen? 

Im 9. Monat sind Übungs- und Senkwehen häufige Begleiter. Sie sind nicht geburtseinleitend, der Muttermund bleibt geschlossen. Sie werden von Schwangeren ganz unterschiedlich wahrgenommen, meist als Druck oder intensives Ziehen im Rücken bis hin zu den Oberschenkeln. Diese Art von Wehen ist meist nicht schmerzhaft und bleibt eher konstant. Die Abstände dazwischen verkürzen sich nicht. Wenn Sie sich unsicher sind, rufen Sie im Zweifel Ihre Hebamme an.

Neugierig, wie andere Schwangere die Senkwehen beschreiben? Tauschen Sie sich dazu doch im HiPP Mein BabyClub aus!

Wie lange ist man schwanger – 9 oder 10 Monate? 

Auch wenn im Volksmund von neun Monaten gesprochen wird, dauert eine Schwangerschaft genau genommen durchschnittlich 40 Wochen und damit zehn Monate. Die Differenz entstammt unterschiedlichen Zählweisen der Schwangerschaftswochen, die den Geburtstermin anhand der letzten Periode oder anhand der wahrscheinlichen Empfängnis berechnen.

Wie groß ist mein Baby im 9. Schwangerschaftsmonat? 

Zwischen der 33. SSW und der 36. SSW legt Ihr Baby ordentlich an Gewicht zu. Von circa 1.980 g auf 2.700 g steigert sich sein Gewicht in den vier Wochen. Zusätzlich wächst es von 43,5 cm auf gute 47 cm Länge an.

Das entspricht ungefähr der Länge eines Kleiderbügels. Natürlich ist der Fötus deutlich kleiner zusammengefaltet. Trotzdem spüren Sie jetzt jedes neue Gramm auch deutlich am eigenen Gewicht. Erfahren Sie mehr zu Gewicht und Baby Größen Ihres Lieblings.

Dreht sich mein Baby im 9. Monat nochmal?

Gut 90 Prozent aller Babys haben sich zu Beginn des 9. Monats bereits in die richtige Geburtsposition gedreht. Knapp 5 Prozent schieben sich erst irgendwann zwischen der 33. SSW und 36. SSW aus einer eher ungünstigen Position in die Schädellage und bereiten sich so optimal auf die anstehende Geburt vor.

Viel Spielraum ist dafür im 9. Monat der Schwangerschaft aber nicht mehr – der Fötus liegt an der Gebärmutterwand an und kann längst nicht mehr so frei schwimmen wie noch im vorherigen Schwangerschaftsmonat. Ist die Geburtsposition also erst einmal erreicht, bleibt sie meistens auch bestehen.

Autoreninfo:

Sabrina Sailer ist seit 2010 ehrenamtliche Stillberaterin und ausgebildete Trageberaterin. Sie arbeitet als Werbetexterin und Redakteurin und betreut zusätzlich verschiedene Angebote, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffen.

Fachliche Beratung und Redaktion: Birgit Laue, Hebamme & Medizinpädagogin, Dipl. PR-Fachwirtin, Autorin

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