Schwangerschafts-Monate

10. Monat schwanger – Alles über den 10. Schwangerschaftsmonat

Im Durchschnitt 40 Wochen und damit etwa 280 Tage dauert eine Schwangerschaft bei uns Menschen. Im 10. Schwangerschaftsmonat haben Sie den letzten Abschnitt dieser wundervollen und vielleicht hin und wieder etwas anstrengenden Reise erreicht. Ihr Baby ist nun ein vollständiges kleines Menschenkind, das in den letzten Wochen „nur noch“ das eine oder andere Gramm an Gewichtsreserven anlegt. Für Sie geht es nun vor allem darum, vor der Geburt noch einmal Kraft zu tanken und auch Ihre Zweisamkeit noch ausgiebig zu genießen.

Sehr bald können Sie Ihr Baby in den Armen halten. Zwar wird der Schwangerschaftsbauch dann nicht gleich schon verschwunden sein, aber Schwangerschaftsbeschwerden jeglicher Art sind mit Babys erstem Atemzug allesamt sofort vergessen. 

Das passiert gerade bei Ihrem Baby

Der Fötus sollte sich bereits in der Schädellage eingerichtet haben, d.h. mit dem Kopf Richtung Becken liegen. Bei einer Beckenendlage ist die 37. Schwangerschaftswoche der beste Zeitpunkt, um bei Bedarf und auf Wunsch noch eine äußere Wendung zu versuchen.

Alternativ wird Ihre Frauenärztin mit Ihnen die Möglichkeit einer vaginalen Beckenendlagengeburt prüfen und besprechen. Auch ein Kaiserschnitt kann in Frage kommen. Besprechen Sie sich mit Ihren Vertrauten, welche Chancen und Risiken der jeweilige Geburtsmodus für Sie mit sich bringt.

Zwischen Ihrem Körper und dem Ihres Babys findet ein intensiver Austausch verschiedener chemischer Signale statt, die das Ende der Schwangerschaft und den Beginn der Geburt einleiten werden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der „Startschuss“ vor allem vom Kind ausgeht. Sofern keine medizinischen Gründe für eine Einleitung oder andere wehenfördernden Maßnahmen bestehen, warten Geburtshelfer heute also erst einmal ab – auch wenn der Termin schon verstrichen ist.

Entwicklung des Babys im Überblick

SCHWANGERSCHAFTS-WOCHE ENTWICKLUNGSSCHRITTE GRÖßE & GEWICHT
SSW 37 Körpergewicht besteht jetzt zu 15% aus Fett 48 cm & 2900 g
SSW 38 Blutzellen werden vom Fötus selbst gebildet – statt wie bisher über den Kreislauf der Mutter 49 cm & 3100 g
SSW 39 Gehirnvolumen liegt bei ca. 25% im Vergleich zum Erwachsenengehirn 50 cm & 3250 g
SSW 40 Lungenbläschen sind aktiviert 51 cm & 3440 g

Die in den vergangenen Schwangerschaftswochen gebildeten Lungenbläschen waren noch „Vorläufer“. In den letzten Wochen bilden sich nun die sogenannten Alveolen aus, die für die Atmung außerhalb des Mutterleibs benötigt werden. Die Lungenkapazität wird sich bis zur Pubertät noch erheblich steigern. Deshalb atmen kleine Kinder auch noch deutlich schneller als Erwachsene.

So geht es der werdenden Mama

Finale! Wahrscheinlich können Sie es gar nicht mehr erwarten, bis die Geburt endlich losgeht. Nahezu alles drückt, zwickt oder ist beschwerlich. An Schlaf ist eher weniger zu denken. Im 10. Schwangerschaftsmonat sind viele Schwangere voller Elan und Vorfreude, die andere Hälfte ist abgeschlagen und wünscht sich, dass diese beschwerlichen letzten Tage endlich vorbei gehen. Ob Sie zu der einen oder der anderen Gruppe gehören: Beides ist komplett normal.

Was Sie jetzt nicht mehr erledigt bekommen, geben Sie einfach an andere ab: Lassen Sie Ihren Partner, Ihre Familie oder Freunde z. B. die letzten Handstriche am Babyzimmer vornehmen. Bestellen Sie sich etwas zu essen beim Lieblingslieferdienst und legen Sie zum Dessert einfach genussvoll die Füße hoch.

Wenn Sie trotzdem noch voller Energie und Tatendrang sind, nutzen Sie den Schwung ruhig. Achten Sie dabei aber bewusst auf Ihre Kraftreserven und überanstrengen Sie sich nicht – stärkere Vorwehen und ein kräftiges Zwicken im Rücken sind häufig Anzeichen dafür, dass Sie sich etwas zu viel zugemutet haben.

Anstrengungen mit Babybauch, ein deutlich höheres Blutvolumen und gelegentliche Hitzewallungen erhöhen zudem Ihren Flüssigkeitsbedarf. Trinken Sie deshalb bitte ausreichend und gesund – auch dann, wenn Sie die ständigen Toilettengänge lieber vermeiden würden.

Schwangerschaftssymptome im Überblick

SCHWANGERSCHAFTS-WOCHE SCHWANGERSCHAFTS-ENTWICKLUNG SCHWANGERSCHAFTS-SYMPTOME
SSW 37 Gebärmutter wiegt ca. 1 Kilo schwere Beine
SSW 38 Haut am Bauch stark gespannt trockene Haut, Juckreiz am Bauch
SSW 39 Gebärmutter samt Fruchtblase weiter abgesenkt; Druck auf Zwerchfell und Magen lässt nach Atmung leichter; Sodbrennen verschwindet
SSW 40 Schleimpfropf im Gebärmutterhals kann sich lösen rötlich-brauner bis blutiger Ausfluss; insgesamt verstärkte Sekretion

Vorsorgeuntersuchungen im 10. Schwangerschaftsmonat

Die Vorsorgeuntersuchungen finden weiterhin alle zwei Wochen statt, sofern es keine medizinischen Gründe für kürzere Untersuchungsintervalle gibt. Wie bisher auch, werden Sie gewogen, Blut- und Urinproben genommen, der Blutdruck gemessen und die Kindslage ertastet.

Fühlen Sie sich unwohl mit Schwindel, Kopfschmerzen, starken Wassereinlagerungen oder Übelkeit? Sprechen Sie dieses bitte unbedingt bei Ihrer Hebamme oder Ihrer Frauenärztin an.

Ihr Baby wird sich aus Platzmangel nun immer weniger stark bewegen. Sollten Sie sich wegen geringerer Kindsbewegungen Sorgen machen, können Sie jederzeit Ihre Hebamme oder Ihre Frauenärztin um einen zusätzlichen Termin bitten.

Ab der 38. SSW kontaktieren viele Schwangere ihre Hebamme vermehrt, schließlich kann jedes kleine oder größere Ziepen jetzt bedeuten, dass es gleich losgeht. Scheuen Sie sich deshalb nicht, Fragen zu stellen. Dafür sind Ihre Hebamme und Ihre Frauenärztin da – um Sie vom ersten Anzeichen der Schwangerschaft bis zur Geburt umfassend zu beraten und zu begleiten.

Erst mit Erreichen der 40. Schwangerschaftswoche erhöht sich der Takt der Untersuchungen: In der Regel bestellt Ihre Frauenärztin Sie dann alle zwei Tage zu kurzen Untersuchungen ein. Vielleicht werden Sie auch direkt an die ausgewählte Geburtsklinik verwiesen oder nehmen die weiteren Vorsorgen direkt im Geburtshaus vor.

Geburtssignale erkennen

Übungs- und Senkwehen treten zum Ende der Schwangerschaft immer häufiger auf. Vor allem die Senkwehen sind Ihnen bestimmt noch aus dem 9. Schwangerschaftsmonat beziehungsweise aus der 36. SSW und 37. SSW in Erinnerung.

Es gibt aber noch weitere Symptome, die auf eine bevorstehende Geburt hinweisen können:

  • rötlich-brauner Ausfluss zeigt den Abgang des Schleimpfropfes an, der bisher den Muttermund verschlossen hat
  • stärker werdendes, intervallartiges Ziehen im Rücken, den Oberschenkeln oder über den gesamten Bauch hinweg
  • bei einem Blasensprung geht Fruchtwasser ab (schwallartig oder tröpfelnd)

Spezielle Teststreifen geben Ihnen Sicherheit darüber, ob es sich bei der Feuchtigkeit, die jetzt häufiger in Ihrer Unterwäsche zu finden ist, um Fruchtwasser handelt – oder ob es doch eher ganz normaler Ausfluss oder kleinere Mengen Urin sein könnten.

Ist es laut Teststreifen Fruchtwasser oder denken Sie, dass es Fruchtwasser sein könnte? Sitzt der Fötus mit dem Kopf schon sicher im Becken, können Sie relativ entspannt die einsetzenden Wehen erwarten. Sitzt der Kopf aber noch nicht sicher im Becken, halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrer Hebamme. Unter Umständen kann es jetzt sicherer sein zu liegen, um dadurch einen möglichen Nabelschnurvorfall zu vermeiden.

Ein geplanter Kaiserschnitt wird häufig für die 38. SSW terminiert, meistens, um ein Einsetzen möglicher Wehen zu umgehen. Der ideale Zeitpunkt für einen geplanten Kaiserschnitt ist jedoch abhängig von der gesundheitlichen Situation der werdenden Mutter und des ungeborenen Babys. Zwar ist ein Kaiserschnitt weniger risikoreich, wenn die Wehen noch nicht spontan begonnen haben. Allerdings hat das Neugeborene viel weniger Schwierigkeiten bei der Umstellung seiner Atmung, seines Kreislaufes und der Temperaturregelung auf die Bedingungen außerhalb der Gebärmutter, wenn die Schwangerschaft noch länger andauert.

Besprechen Sie deshalb bitte mit Ihrer Geburtsklinik und Ihrer Hebamme, ob der Kaiserschnitt aus medizinischer Sicht in der 38. SSW stattfinden muss oder eventuell auch später stattfinden könnte.

Stillen oder nicht stillen

Vielleicht tröpfeln Ihre Brüste schon seit einiger Zeit, vielleicht sind sie auch „nur“ gewachsen: Ihr Körper hat sich seit Beginn der Schwangerschaft auf das Stillen Ihres Babys vorbereitet. In manchen Familien ist es selbstverständlich zu stillen, in anderen hat es nach eigenen Aussagen von der Großmutter über die Mutter bis zur Tochter nie richtig „geklappt“. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern und bleiben Sie Ihrem Entschluss treu – jede Schwangerschaft und jede Stillzeit ist für Mutter und Kind einzigartig und individuell.

Ob Sie stillen möchten, entscheiden Sie ganz allein. Wenn Sie sich jetzt noch unsicher sind und das Für und Wider abwägen, bedenken Sie bitte: Ihre Entscheidung ist nicht in Stein gemeißelt. Sie können direkt nach der Geburt entscheiden oder es einfach nur „probieren“, ohne sich sofort festzulegen. Ihre Hebamme, die ausgebildeten Still- und Laktationsberaterinnen in der Klinik oder Stillberaterinnen stehen Ihnen bei allen Fragen zur Ernährung Ihres Säuglings zur Seite. Erfahren Sie mehr darüber, was das Stillen so wertvoll macht und worauf Sie beim Stillen achten sollten.

Ist es schon da?

Familie, Freunde und Arbeitskollegen warten wahrscheinlich alle schon sehnsüchtig auf gute Nachrichten. Einige werden Ihnen im 10. Monat der Schwangerschaft vornehmlich eine einzige Frage stellen: „Ist es schon da?“

Überlegen Sie sich, wie Sie damit am besten umgehen wollen. Vielleicht legen Sie sich ein bis zwei witzige Entgegnungen parat. Oder Sie posten regelmäßig im Familienchat ein „noch nicht“ Bildchen. 

Wenn Sie die ständige Fragerei zum Ende der Schwangerschaft eher belastet, bitten Sie ein nahes Familienmitglied oder eine Freundin, diese zu beantworten. Denken Sie bitte daran: Zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft dürfen Sie allein an sich denken und machen, was Ihnen guttut. Sie werden alle Kraft für die Geburt, die ersten Tage und Wochen mit Ihrem Neugeborenen brauchen. Wenn Sie weder über Namensentscheidungen oder die Wahl des Geburtsortes diskutieren möchten, tun Sie es einfach nicht!

Die besten Tipps für den zehnten Schwangerschaftsmonat

Im 10. Monat sind vor allem gute Nerven gefragt. Ruhe, moderate Bewegung, gutes Essen und ausreichend Flüssigkeit unterstützen Sie dabei, alle Kraft für die anstehende Geburt zu sammeln.

  • Kein Alkohol & kein Nikotin!
  • Fußmassagen und Bauchstreicheleinheiten einfordern.
  • Spätestens jetzt: Kliniktasche packen!
  • Viel trinken und auf gute Vitamin K-Versorgung achten.
  • Warme Bäder, um die verspannte Rückenmuskulatur zu lockern.
  • Moderate Bewegung, wenn Ihnen danach ist.

Wichtige Fragen zum 10. Schwangerschaftsmonat

1. Wann kommt mein Baby? 

Theoretisch kommen Babys rund um den, durch den Schwangerschaftsrechner und von der Frauenärztin ermittelten, Geburtstermin zur Welt. Praktisch kann die eigentliche Geburt zwischen der 38. SSW und der 42. Schwangerschaftswoche stattfinden, also in einem größeren zeitlichen Rahmen.

Ab Beginn der 38. Schwangerschaftswoche gilt der Fötus nicht mehr als Frühgeburt, sondern als „reif geboren“. Das heißt auch, dass die Geburt in der 38. oder 39. SSW in der Regel keine negativen Auswirkungen hat, Ihr Baby ist zu diesem Zeitpunkt „ausgebrütet“.

2. Wie schwer ist mein Baby zur Geburt?

Im Durchschnitt sind Babys in Mitteleuropa zwischen 3.000 und 4.000 Gramm schwer. Wie schwer Ihr Baby sein wird, lässt sich anhand der letzten Ultraschalldaten im 3. US-Screening schätzen. Eine erfahrene Hebamme kann meist ebenso verlässliche Einschätzungen dazu geben, wie groß und schwer Ihr Baby kurz vor der Geburt sein wird.

Wie unterschiedlich Größe und Gewicht von Babys zur Geburt sind, darüber können Sie sich im Forum unseres HiPP Mein BabyClubs mit anderen Eltern austauschen.

3. Woran erkenne ich Wehen?

Die Fruchtblase kann zwar unter den ersten Wehen platzen, das geschieht aber viel seltener als erwartet. Teilweise geht der „Schleimpfropf“ vor Einsetzen der Wehen ab, er ist als leicht rötlich-brauner Ausfluss oder leichte (max. periodenstark) Blutung erkennbar.

Geburtsfördernde Wehen werden in der Regel intensiver, die Abstände immer kürzer. Wie sich das aber konkret anfühlt, ist von Frau zur Frau verschieden:

  • Leichtes bis starkes Ziehen im Kreuz.
  • Schmerzen in den Oberschenkeln.
  • Druck- und Schweregefühl im Bauch.
  • Ziehen und Krämpfe rund um den Bauch.

Einige schwangere Frauen sind bei den ersten Wehen sehr unruhig und möchten sich viel bewegen, andere bleiben in der Zeit lieber sitzen oder legen sich hin, um ihre Kräfte zu schonen.

4. Ist meine Fruchtblase geplatzt?

Der überraschende und schwallartige Abgang von Fruchtwasser an der Supermarktkasse tritt vor allem in Filmen auf. In den meisten Fällen platzt die Fruchtblase erst zum Ende der Eröffnungsphase bei vollständig geöffnetem Muttermund. D.h. zu diesem Zeitpunkt sind Sie wahrscheinlich bereits in der Geburtsklinik, im Geburtshaus oder daheim gemeinsam mit Ihrer Hebamme.

Von einem frühzeitigen Blasensprung sprechen die Geburtshelfer, wenn zu Beginn der einsetzenden Wehen bei geschlossenem Muttermund Fruchtwasser abgeht – meist ist das aber eher ein Tröpfeln. Noch seltener ist ein vorzeitiger Blasensprung, bei dem die Fruchtblase schon vor der Eröffnungsperiode und ohne Wehentätigkeit platzt.

Mit speziellen Teststreifen aus der Apotheke oder von Ihrer Frauenärztin können Sie ermitteln, ob es sich bei der Flüssigkeit um Fruchtwasser handelt.

Bei einem frühzeitigen oder vorzeitigen Blasensprung oder einem Verdacht darauf, kontaktieren Sie bitte unbedingt gleich Ihre Hebamme oder Frauenärztin. Sie werden das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen.

Autoreninfo:

Sabrina Sailer ist seit 2010 ehrenamtliche Stillberaterin und ausgebildete Trageberaterin. Sie arbeitet als Werbetexterin und Redakteurin und betreut zusätzlich verschiedene Angebote, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffen.

Fachliche Beratung und Redaktion: Birgit Laue, Hebamme & Medizinpädagogin, Dipl. PR-Fachwirtin, Autorin

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