Vitamin E in der Schwangerschaft

HiPP Ratgeber vitamin e
Besonders reich an Vitamin E sind Mandeln und Nüsse.

In der Schwangerschaft steigt der Nährstoffbedarf der werdenden Mutter spürbar an. Für eine unkomplizierte Schwangerschaft und die gesunde Entwicklung des Kindes ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Nährstoffen und Spurenelementen unabdingbar.

Zu den wichtigen Vitaminen für die Zellentwicklung gehört unter anderem Vitamin E, auch bekannt als das Zellschutzvitamin. Die gute Nachricht: Da Vitamin E in vielen Lebensmitteln in ausreichender Menge enthalten ist, ist ein Mangel bei einer ausgewogenen Ernährung nahezu unmöglich.

Was ist Vitamin E?

Bei Vitamin E handelt es sich um ein fettlösliches Vitamin, das in verschiedenen Formen auftreten kann. Diese unterschiedlichen Formen von Vitamin E werden von Fachleuten auch als Tocopherole zusammengefasst. Dabei schwankt die Menge an tatsächlich verfügbarem Vitamin E je nach Tocopherol-Form.

Als fettlösliches Vitamin wird Vitamin E vom Körper zusammen mit den Nahrungsfetten aufgenommen, sodass es vor allem im Fettstoffwechsel zum Zuge kommt. Experten bezeichnen Vitamin E auch als das Zellschutzvitamin. Weitere fettlösliche Vitamine sind Vitamin A, Vitamin K und Vitamin D.

Das Zellschutzvitamin: Das bewirkt Vitamin E im Körper

Die vorrangige Wirkung von Vitamin E ist, die Körperzellen vor freien Radikalen zu schützen, die für den Körper schädlich sein können. Damit besitzt das Vitamin eine antioxidative Wirkung, die vor allem den Gefäßen nützt. Aufgrund der antioxidativen Wirkung hängt der Bedarf an Vitamin E eng mit der Menge der zu sich genommenen ungesättigten Fettsäuren zusammen.

Vitamin E kann nicht nur über die Nahrung aufgenommen werden, sondern auch über die Haut, weshalb viele Kosmetikhersteller ihre Cremes und Öle damit anreichern. So wird dem Vitamin nachgesagt, dass es Fältchen glättet und entzündungshemmend wirkt. Außerdem soll es vor UV-Strahlen schützen.
Gerade aufgrund seiner zellschützenden Eigenschaften findet sich Vitamin E oft vor allem in Cremes und Ölen gegen Schwangerschaftsstreifen. Auch wenn das Eincremen nicht endgültig vor Schwangerschaftsstreifen schützen kann, wird die Haut dadurch dennoch ein wenig elastischer und vor allem gründlich gepflegt.

So viel Vitamin E brauchen Sie in der Schwangerschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt erwachsenen Frauen etwa zwölf Milligramm Tocopherol-Äquivalente pro Tag. Da das Vitamin in unterschiedlichen Tocopherol-Formen auftritt, kann eine Dosierungsempfehlung nur in Milligramm-Äquivalent erfolgen, nicht in Milligramm Vitamin E. In der Schwangerschaft steigt der Bedarf laut DGE leicht auf 13 mg Tocopherol-Äquivalent an.

Eine zusätzliche Einnahme von Vitamin E gilt in der Schwangerschaft nicht als nötig. Der Tagesbedarf kann über eine ausgewogene, gesunde Ernährung gut abgedeckt werden. Studien konnten keinen positiven Effekt für die Schwangerschaft durch die zusätzliche Einnahme von Vitamin E-Supplementen nachweisen.

Vitamin-E-Mangel: Das ist zu beachten

Grundsätzlich ist ein Mangel an Vitamin E bei einer ausgewogenen Ernährung in Deutschland kaum möglich, weil Vitamin E in vielen Lebensmitteln enthalten ist. Außerdem werden nur geringe Mengen benötigt, damit der Körper ausreichend mit dem Zellschutzvitamin versorgt wird.

Dementsprechend gilt, dass ein Mangel an Vitamin E oft die Folge einer sehr einseitigen Ernährung ist. Da Vitamin E über die Nahrungsfette aufgenommen wird, kann ein Mangel beispielsweise auch durch eine sehr fettarme Ernährungsweise entstehen.

Darüber hinaus können bestimmte chronische Erkrankungen einen Vitamin-E-Mangel hervorrufen, wenn die Aufnahme von Fetten aus Lebensmitteln im Darm beeinträchtigt wird. Beispiele für solche Erkrankungen sind etwa Zöliakie oder Morbus Crohn.

In dem unwahrscheinlichen Fall, dass ein Mangel eintritt, kann dieser zu einer Störung der Muskelfunktion, sowie der Nerven führen.

Die besten Vitamin E-Lieferanten

Vitamin E wird nur in Pflanzen produziert. Entsprechend findet sich das meiste Vitamin E in pflanzlichen Ölen, wie beispielsweise in Weizenkeimöl. Darüber hinaus enthalten auch folgende Lebensmittel sehr viel des Zellschutzvitamins:

  • Nüsse
  • Butter
  • Kerne und Samen
  • Eier
  • Weizenkeime und Vollkornprodukte
  • Blattgemüse
  • Soja
  • Avocado
  • Brokkoli

Sind diese Lebensmittel regelmäßig in Gerichten für Schwangere enthalten, sollte der Vitamin-E-Bedarf ausreichend gedeckt sein.

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Eine Überdosierung von Vitamin E ist unwahrscheinlich

Auch wenn Vitamin E in vielen Lebensmitteln enthalten ist, ist es kaum möglich, eine Überdosis an Vitamin E zu sich zu nehmen. 

Nur, wenn das Vitamin in großen Mengen über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt wird, kann eine Überdosierung eintreten. Ist dies der Fall, kann das zu Magen-Darm-Problemen führen, wie z.B. Durchfall.

Bei Menschen mit Blutgerinnungsstörungen kann eine hohe Dosis an Vitamin E problematisch werden, weil das Blutungsrisiko eventuell ansteigen kann. In der Schwangerschaft kann eine hohe zusätzliche Zufuhr des Vitamins außerdem Bauchschmerzen begünstigen.

Vitamin E bei Kinderwunsch

Da ein Mangel an Vitamin E relativ unwahrscheinlich ist, muss das Vitamin für eine erfolgreiche Schwangerschaft während der Kinderwunsch-Zeit nicht supplementiert werden. Das bedeutet, für die Zeit des Kinderwunsches gilt die von der DGE angegebene Referenzmenge von zwölf Milligramm Tocopherol-Äquivalent pro Tag.

Wichtiger als Vitamin E ist, dass Frauen mit Kinderwunsch darauf achten, ausreichend mit Folsäure und Jod versorgt zu sein. Im besten Fall lassen Sie bei bestehendem Kinderwunsch Ihre Nährstoffversorgung durch eine Fachpraxis überprüfen.

Häufige Fragen

Welche Vitamine sind in der Schwangerschaft schädlich?

Nicht nur in der Schwangerschaft ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung, die Sie mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt, wichtig. Eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen stellt sicher, dass sich Ihr Baby gesund entwickelt. Dabei sollten Sie allerdings die Einnahme sogenannter Schwangerschaftsvitamine immer zuerst mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen.

Welche Vitamine sind wichtig im 1. Trimester der Schwangerschaft?

Das erste Trimester wird von vielen als besonders entscheidend für die Gesundheit des Babys wahrgenommen. Tatsächlich wirkt sich ein Nährstoffmangel in dieser Zeit besonders nachteilig aus, weil alle wichtigen Organe sowie Nervenbahnen des Kindes angelegt werden. Nicht nur Folsäure und Jod sollten in ausreichender Menge zugeführt werden, sondern auch die Vitamine A, B1, B6 und C. Außerdem sollten Schwangere auf eine ausreichende Menge an Protein, Zink und Niacin achten. Am besten gelingt das über eine gesunde, ausgewogene Ernährung in der Frühschwangerschaft. Für eine ausreichende Versorgung mit Folsäure und Jod sind Supplemente jedoch unerlässlich.

Welche Vitamine braucht man in der Schwangerschaft im dritten Trimester?

Im dritten Schwangerschaftstrimester ist nicht nur der Kalorienbedarf leicht erhöht, Sie benötigen auch mehr der wichtigen Nährstoffe. Im letzten Trimester betrifft das vor allem Proteine, die Vitamine B1 und B2, sowie Niacin. In der Regel können diese Nährstoffe aber über eine ausgewogene Ernährung abgedeckt werden und müssen nicht über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.

 Ist Vitamin B in der Schwangerschaft schädlich?

Eine ausreichende Versorgung mit B-Vitaminen, allen voran den Vitaminen B6 und B12, ist in der Schwangerschaft sogar überaus wichtig. Diese Vitamine unterstützen die Zellbildung und sind damit für die Entwicklung des Gehirns sowie des zentralen Nervensystems von essentieller Bedeutung. Schwangere, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, sollten unbedingt Rücksprache mit ihrer Fachpraxis halten, um einen Mangel an Vitamin B12 auszuschließen. Ein Überschuss an B-Vitaminen wird vom Körper in der Regel einfach über den Urin ausgeschieden.

Über die Autorin:

Celsy Dehnert ist freiberufliche Journalistin und Autorin für Ratgebertexte. Als Mutter von zwei Kindern mit 18 Monaten Altersunterschied fragte sie sich häufiger, was in der Schwangerschaft und im Leben mit Kindern besonders wichtig ist. Heute schreibt sie Ratgeber, um werdenden Eltern die drängendsten Fragen zu beantworten.

Fachliche Beratung: Amelie Bieringer, Ernährungswissenschaftlerin bei HiPP.