Schwangerschafts-Trimester

2. Trimester: So erleben Frauen das zweite Schwangerschaftsdrittel

Das zweite Trimester ist für viele werdende Mütter das schönste: Sie haben Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit oder Kreislaufprobleme hinter sich gelassen, gleichzeitig ist der Bauch noch so klein, dass er die Beweglichkeit kaum beeinträchtigt. Auch das Baby entwickelt sich prächtig: Am Ende des zweiten Trimesters öffnet der Fötus seine Augen, reagiert auf Geräusche von außen und seine Haut wird durch das Einlagern von Fett langsam glatter.

Wann ist das 2. Trimester?

Per Definition bezeichnet man die Zeit zwischen der 14. SSW und 27. Schwangerschaftswoche als das zweite Trimester, auch zweites Trimenon genannt. Manche Schwangerschaftsrechner lassen das zweite Schwangerschaftsdrittel nach der 25. SSW enden. Geburtshelfer rechnen allerdings meist bis zur abgeschlossenen 27. Woche. Der Unterschied kommt durch die Berechnung des Schwangerschaftsalters nach dem Zeitpunkt der Menstruation oder der Empfängnis zustande.

Entwicklung des Babys im 2. Trimenon

Die Entwicklung des Babys im zweiten Trimester ist für viele Eltern beeindruckend: Aus dem fünf bis sechs Zentimeter großen Fötus wird bis zur 27. SSW ein Baby, das 35 Zentimeter groß ist und am Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels zwischen 750 Gramm und 900 Gramm wiegt. Erfahren Sie mehr über Gewicht und Größe Ihres Babys.

Was passiert im 2. Trimester?

Doch das Baby wächst nicht nur: Es trainiert außerdem die Atmung, lernt, seine Muskeln zu gebrauchen und beginnt zu sehen und zu hören. Das zweite Schwangerschaftsdrittel ist der perfekte Zeitpunkt, um das Kind auf den eigenen Musikgeschmack einzustimmen.

Schwangerschaftswochen (SSW) So entwickelt sich das Baby
14. SSW – 18. SSW Der Fötus beginnt am Daumen zu nuckeln und Fruchtwasser zu schlucken. Außerdem fängt das Kind an zu greifen und im Mutterleib zu turnen. Das Skelett verhärtet sich, die Geschlechtsteile lassen sich unterscheiden und auch Mimik wird sichtbar.
19. SSW – 22. SSW Im Ultraschall ist das Geschlecht oft klar erkennbar. Der Herzschlag des Fötus kann per Stethoskop abgehört werden. Ein leichter Haarflaum überzieht den Körper des Kindes. Das Gehör bildet sich aus.
23. SSW – 27. SSW Das Kind entwickelt Schlaf- & Wachphasen. Am Ende des zweiten Trimesters öffnet der Fötus seine Augen.

Mit Beginn des zweiten Trimesters ist die sensibelste Phase der Schwangerschaft überstanden und das Risiko einer Fehlgeburt sinkt erheblich. Die Organe des Fötus sind alle vollständig ausgebildet. Von nun an müssen sie lediglich ausreifen, während das Kind wächst und an Gewicht zunimmt.

Eltern und Gynäkologen können per Ultraschall sehen, wie der Fötus immer häufiger am Daumen nuckelt. Damit trainiert das Kind seine Kiefer- und Mundmuskulatur. Ebenso schluckt das Baby nun Fruchtwasser, um den Magen und die Verdauung auf das Stillen vorzubereiten. Alles was rein kommt, muss auch wieder raus: Das geschluckte Fruchtwasser regt die Nieren an, ihre Tätigkeit aufzunehmen, und wird gefiltert wieder ausgeschieden.

Darüber hinaus übt das Baby, wie man atmet. Selbstverständlich atmet der Fötus im Mutterleib noch nicht wirklich, aber durch die Bewegungen wird das Wachstum der Lunge angekurbelt. So bereitet sich Ihr Kind kompetent auf die Zeit nach der Geburt vor.

Auch andere Muskeln beginnen mit ihrer Arbeit: Durch muntere Purzelbäume, Tritte, Boxschläge sowie stetiges Beugen und Strecken trainiert Ihr Kind seine Muskeln. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel hat das Baby im Mutterleib noch reichlich Platz, sodass es seinen Turnübungen in aller Ruhe nachgehen kann. Die Übungen stärken auch Gelenke und Knochen. Das Gehirn knüpft wertvolle Nervenverbindungen und bereitet das Nervensystem auf die Entdeckungstouren nach der Geburt vor.

Zu diesem Trainingsprogramm gehört auch das Greifen: Der Fötus übt, wie die Finger gebeugt und wieder ausgestreckt werden können.

Zeit für die Lieblingssongs – der Fötus bildet das Gehör aus

Musikliebhaber können ihr Kind ab der 17. SSW etwa auf die eigene Lieblingsband einstimmen: Zwischen der 17. und 22. Schwangerschaftswoche bildet sich das Gehör des Kindes aus und es beginnt, auf Geräusche und Musik zu reagieren. So gewöhnt sich das Baby ab jetzt an den Klang Ihrer Stimme. Zeit, um Ihrem Mitbewohner die zukünftige Spieluhr schon einmal vorzustellen. Legen Sie die Spieluhr auf Ihren Bauch, wird sich Ihr Kind nach der Geburt womöglich an die Melodie erinnern.

Der Fötus nimmt nun stetig an Gewicht zu: Er lagert Fett ein, das hilft, die eigene Körpertemperatur zu regulieren. Mit dieser Gewichtszunahme entwickeln sich auch die Proportionen der Gliedmaßen und Körperteile. Auf dem gesamten Körper des Fötus wächst ab der 19. SSW das sogenannte Lanugohaar. Hierbei handelt es sich um einen feinen Haarflaum, der den Fötus vor Kälte schützt. Darüber legt sich die Käseschmiere, eine natürliche körpereigene Creme, die die Haut im Fruchtwasser schützt und bei der Geburt ein hilfreiches Gleitmittel sein wird.

Die spannendste Zeit des zweiten Schwangerschaftsdrittels ist zwischen der 20. SSW und 27. Schwangerschaftswoche. Wer neugierig auf das Geschlecht des Kindes ist, hat jetzt gute Chancen, einen Blick darauf per Ultraschall zu erhaschen. Außerdem können die Herztöne des Fötus nun mit dem Stethoskop oder CTG abgehört werden. Mütter, die das erste Mal ein Kind bekommen, können ab der 20. SSW die Kindsbewegungen deutlich spüren. Am Ende des zweiten Trimesters öffnet der Fötus schließlich seine Augen und kann Lichtveränderungen wahrnehmen.

So geht es der Mutter im zweiten Trimester

Die meisten Mütter sind sich einig: Das zweite Trimenon ist das angenehmste Schwangerschaftsdrittel. Beschwerliche Schwangerschaftsanzeichen wie Übelkeit, Kreislaufprobleme oder die bleierne Müdigkeit haben sich verzogen. Der Bauch wächst, ist aber noch nicht so groß, dass er Sie im Alltag behindern würde. Für den Nestbau, einen letzten Urlaub oder einfach das hingebungsvolle Genießen der Schwangerschaft ist das zweite Trimester perfekt geeignet. Die wenigen Beschwerden, die Frauen im zweiten Schwangerschaftsdrittel plagen, sind:

  • Wadenkrämpfe durch erhöhten Magnesiumbedarf
  • Verstopfung
  • Sodbrennen
  • Wachstumsschmerzen durch die Dehnung der Mütterbänder
  • Vergesslichkeit
  • Kopfschmerzen

Der Körper der Mutter hat sich nun vollends auf die Schwangerschaft eingestellt. Etwa 1,5 Liter Blut muss der Organismus mehr durch die Gefäße befördern. Deshalb erhöht sich der Puls Schwangerer im zweiten Trimester um circa fünf bis zehn Schläge/Minute.

Mutter und Kind sind nun durch die Nabelschnur miteinander verbunden. Das macht sich auch im Nährstoffhaushalt der Mutter bemerkbar: Nächtliche Wadenkrämpfe können etwa ein Hinweis auf einen erhöhten Magnesiumbedarf sein. Hebammen und Gynäkologen raten in solch einem Fall zu Nahrungsergänzungsmitteln, um die Magnesiumzufuhr zu gewährleisten.

Ab der 13. SSW wächst der Babybauch stetig. Da Bauch und Kind nicht synchron wachsen, spüren manche Frauen starke Wachstumsschmerzen, wenn die Gebärmutter sich ausdehnt. Von nun an stellen viele Schwangere die ersten Schwangerschaftsstreifen bzw. Dehnungsstreifen fest, weil das Bindegewebe der Spannung nicht mehr gewachsen ist. Um die 18. und 19. Schwangerschaftswoche herum erreicht die Gebärmutter etwa die Größe einer Melone. Sie reicht beinahe an den Bauchnabel heran – der schöne Babybauch ist nicht mehr zu leugnen.

Die Schönheit der Schwangerschaft zeigt sich

Mit dem Bauch wachsen auch die Brüste. Der Busen wird voller, weil der Körper sich auf das bevorstehende Stillen des Kindes vorbereitet. Viele Schwangere berichten von einer erhöhten Berührungsempfindlichkeit. Ab der 16. Schwangerschaftswoche kann die sogenannte Vormilch, Kolostrum genannt, aus den Mamillen austreten. Hierbei handelt es sich um eine klare Flüssigkeit, die sehr zuckerhaltig ist. Nach der Geburt versorgt das Kolostrum das Baby mit allem Notwendigen, bis der tatsächliche Milcheinschuss eintritt.

Mit dem Erreichen der 19. Schwangerschaftswoche sehen viele Frauen nicht nur an ihrem Babybauch, dass sie schwanger sind – auch Haut und Haare scheinen beinahe zu strahlen. Bei vielen Schwangeren sorgen die Hormone dafür, dass die Haut sehr glatt und geschmeidig ist. Auch die Haare glänzen seidig. Viele sprechen auch von dem sogenannten „Schwangerschafts-Glow“. Um diese Zeit strotzen die meisten werdenden Mütter nahezu vor Energie.

Bei aller Energie dürfen Sie nicht vergessen, dass Ihr Körper auf Hochtouren arbeitet. Ist Ihnen also danach, die Füße hochzulegen, zögern Sie nicht, sich auszuruhen. Was auch immer Ihnen gut tut: Jetzt ist die beste Zeit dafür!

Mit dem Wachsen des Bauchs können vermehrt Rückenschmerzen auftreten, da der Körper an das zusätzliche Gewicht nicht gewöhnt ist. Sanfte Bewegung, warme Bäder und regelmäßige Ruhezeiten schaffen Abhilfe. Eventuell bemerken Sie auch, dass Sie zur Vergesslichkeit neigen. Das ist kein Grund zur Beunruhigung – auch hier sind mal wieder die Schwangerschaftshormone schuld. Es ist keine Schande, sich in dieser Zeit mit kleinen Notizzetteln zu behelfen. Ihr Körper ist gerade schwer beschäftigt, da kann die Einkaufsliste einfach mal verloren gehen.

Die besten Tipps fürs zweite Trimester

Das zweite Trimenon eignet sich perfekt für den Nestbau, aber auch für schöne Unternehmungen zu zweit, bevor der Nachwuchs kommt. Damit Sie das Beste aus dem zweiten Schwangerschaftsdrittel machen können, haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt.

Greifen Sie zu bequemer Kleidung!

Es gibt keinen Grund, den Babybauch zu verstecken oder an den alten Jeanshosen festzuhalten. Genießen Sie die Gelegenheit, Hosen mit bequemem Gummibund tragen zu können. Jetzt ist die Zeit, Umstandskleidung zu kaufen, die exakt auf die Bedürfnisse Schwangerer ausgelegt ist.

Investieren Sie in neue BHs!

Wird der Busen mit dem Verlauf der Schwangerschaft voller, kann es notwendig werden, in neue Unterwäsche zu investieren. Mit wachsendem Bauch empfinden viele Frauen Bügel-BHs als unbequem. Gleichzeitig geben gut sitzende BHs der Oberweite Halt und können unangenehmes Spannen reduzieren. Bustiers oder BHs mit elastischem Unterbrustband sehen schick aus und tun gleichzeitig gut.

Pflegen Sie die angespannte Haut.

Das zweite Trimester ist der perfekte Zeitpunkt, den Babybauch mit Cremes oder einem Schwangerschaftsöl zu pflegen. Durch das regelmäßige Eincremen bleibt die Haut elastisch. Außerdem verschafft dieses Ritual Ihnen schon jetzt regelmäßige Zeit nur für Sie und Ihr Baby. Holen Sie das andere Elternteil dazu, kann auch hier bereits eine Bindung zum wachsenden Kind aufgebaut werden.

Bleiben Sie in Bewegung!

Je nach persönlicher Vorliebe können Schwimmen oder Schwangerschaftsyoga und Gymnastik, aber auch sanfte Spaziergänge helfen, Rückenschmerzen zu lindern. Außerdem bleibt so der Kreislauf in Schwung, was Müdigkeit reduziert und das Gehirn auf Trab hält.

Machen Sie Urlaub!

Die Energie im zweiten Schwangerschaftsdrittel können Sie auf die denkbar schönste Weise nutzen: Machen Sie einen Babymoon! Eine letzte Reise zu zweit, bevor das große Abenteuer als Familie beginnt, schenkt Kraft und ein besonderes Gefühl der Verbundenheit.

Häufig gestellte Fragen zum zweiten Schwangerschaftsdrittel

Was hilft gegen Sodbrennen im 2. Trimester?

Die wachsende Gebärmutter drückt häufig auf den Magen und ruft das unangenehme Brennen im Magen und in der Speiseröhre hervor. Eine gesunde Ernährung während der Schwangerschaft ist das A und O, aber nun kann auch eine Anpassung der Essenszeiten helfen. Essen Sie mehrere, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, statt wenige große. Die geringe Füllmenge des Magens reduziert das Risiko von Sodbrennen.

Außerdem kann es helfen, Fast Food oder stark gewürzte Speisen zu meiden. Verlangt Ihr Körper aber doch einmal nach etwas Deftigem, greifen Sie als Dessert zu ein paar Mandeln. Diese gelten – gut gekaut – als Hausmittel gegen Sodbrennen und versorgen Sie außerdem mit wichtigen Nährstoffen.

Was kann man gegen Wadenkrämpfe im zweiten Schwangerschaftsdrittel tun?

Man geht davon aus, dass der erhöhte Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft regelmäßig zu einem Mangel an Magnesium führt. Nächtliche Wadenkrämpfe machen Schwangeren deshalb oft zu schaffen.

Abhilfe schafft vor allem eine ausgewogene Ernährung. Grünes Gemüse, Vollkornprodukte, aber auch Bananen gelten als zuverlässige Magnesiumlieferanten. Treten die Krämpfe weiterhin regelmäßig auf, können Sie Ihre Hebamme oder ihre Gynäkologin nach einem Magnesiumpräparat fragen.

Wann soll ich mich für den Geburtsvorbereitungskurs anmelden?

Der ideale Startzeitpunkt für den Geburtsvorbereitungskurs liegt zwischen der 28. und der 30. SSW. Trotzdem kann es nicht schaden, sich bereits jetzt nach Angeboten in der Nähe zu erkundigen. Viele Kurse sind zeitnah ausgebucht, nutzen Sie also die Chance, sich rechtzeitig anzumelden.

Wollen Sie im Geburtshaus oder zuhause entbinden, ist das zweite Trimester ein guter Zeitpunkt, sich mit den Vorbereitungen und Voraussetzungen vertraut zu machen.

Wie viel darf die Mutter im zweiten Trimester zunehmen?

Die Gewichtszunahme der Mutter ist ganz individuell und hängt von den persönlichen Voraussetzungen ab. Im Durchschnitt nehmen Schwangere im zweiten Trimester etwa sechs bis acht Kilogramm an Gewicht zu. Allerdings sollte immer die Gesundheit von Mutter und Kind im Vordergrund stehen, egal, wie viel Sie zunehmen.

Sind Verstopfung oder Blähungen in der Schwangerschaft normal? 

Nicht nur im ersten, sondern auch im zweiten Schwangerschaftsdrittel nehmen viele Frauen Verdauungsprobleme wahr. Zwei Ursachen sorgen für Verstopfungen und Blähungen.

Zum einen ist die träge Darmtätigkeit hormonell bedingt. Das Progesteron, das dafür sorgt, dass die Gebärmutter optimal auf die Schwangerschaft eingestellt ist, entspannt auch andere Muskeln. Damit wird auch die Darmtätigkeit heruntergefahren.

Zum anderen drückt die wachsende Gebärmutter zunehmend auf den Darm und schränkt so den Raum für die Bewegung ein. Auch dieses führt zu einer Verlangsamung der Darmtätigkeit. Verstopfung und Blähungen sind also zwar unangenehme, aber völlig normale Begleiterscheinungen der Schwangerschaft.

Autoreninfo:

Celsy Dehnert ist freiberufliche Journalistin und Texterin. Als Mutter von zwei Kindern mit einem Altersabstand von 18 Monaten weiß sie gut, welche Fragen und Unsicherheiten während einer Schwangerschaft auftreten können.

Fachliche Beratung und Redaktion: Birgit Laue, Hebamme & Medizinpädagogin, Dipl. PR-Fachwirtin, Autorin

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