September 2015 | Storchen-Projekt
Happy-Hippi klappert auf Französisch
„Oh, une cigogneblanche - magnifique!“ hört Happy-Hippi vielleicht derzeit auf ihrer Reise. Denn cigogneblanche heißt Weißstorch auf Französisch - und Happy-Hippi hat es inzwischen bis nach Narbonne bei Bages geschafft!
Gespannt haben wir schon auf diesen Tag gewartet – und am 30. August war es dann auch bei Happy-Hippi soweit:
wie ihre Schwester Elfie, die vor ihr gestartet war, wagte Happy-Hippi die erste Etappe Richtung Süden! Sie zog um die Mittagszeit in Pörnbach bei Pfaffenhofen los und landete schon am frühen Nachmittag südöstlich von Schwabmünchen.
Bereits eine Woche später brach sie zu einer deutlich weiteren Tour auf: Morgens flog sie in Leutkirch im Allgäu ab, überquerte dann den Bodensee zwischen Friedrichshafen und Konstanz und zog über Zürich hinweg, um schließlich auf grünen Wiesen östlich von Muri zu übernachten.
Am 8. September um die Mittagszeit segelte Happy-Hippi nach Lausanne am Genfer See. Nach einer nächtlichen Ruhepause in Genf flog sie morgens in westlicher Richtung bis ins Rhônetal, nahe Vienne. Von dort folgte sie dem Lauf des Flusses und legte sich bei Orange schlafen.
Wie die drei anderen Störche, die bei Pfaffenhofen starteten, hielt Happy-Hippi an der oft beschwerlichen Flugroute fest. Dabei bewunderten Herr Prof. Dr. Hans Leppelsack vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) und seine Vereinsmitglieder aus Pfaffenhofen besonders ihre Kraft und Ausdauer: Denn obwohl Happy-Hippi eine zarte und eher kleine Storchendame ist, flog sie stets alleine und kämpfte sich wider Erwarten tapfer gegen den permanenten, kräftigen Westwind an.
Inzwischen dreht sie an der schönen Mittelmeerküste, bei Narbonne, muntere Runden. Besonders häufig fliegt sie dabei einen nahe gelegenen Müllplatz an. Dort scheint sie besonders kräftigende Nahrung nach ihrem Geschmack zu finden – was vielleicht auch an den Speiseresten der hervorragenden französischen Küche liegen mag…
Zu Gute kommen ihr auch die Temperaturen in Narbonne, die zu dieser Jahreszeit noch sehr angenehm sind, denn nachts sinkt das Thermometer noch nicht unter 11° C. So kann sie ruhig noch ein paar Tage auf eine günstige Thermik warten, um über die Pyrenäen nach Spanien zu fliegen.
Wir wünschen unserem „Storchenmadl“ weiterhin guten Flug!