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Blutschwämmchen bei Babys und Kindern

Hämangiome erkennen und behandeln

Sie entwickeln sich binnen Wochen von kleinen rötlichen Punkten oder Flecken zu größeren grellroten Malen, die kaum zu übersehen sind. Hämangiome können auf den ersten Blick erschreckend wirken, sind aber meist harmlos und müssen nur selten behandelt werden. Erfahren Sie alles Wissenswerte über Blutschwämmchen bei Babys und Kindern, wann eine Behandlung notwendig wird und wie diese aussieht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Blutschwämmchen (infantile Hämangiome) sind gutartige Gefäßwucherungen, die bei 3-5 % aller Neugeborenen auftreten und sich meist ohne Behandlung von selbst zurückbilden.
  • Typisch ist ein rasches Wachstum im ersten Lebensjahr, danach folgt eine Stillstands- und schließlich eine Rückbildungsphase bis etwa zum 9. Lebensjahr.
  • Eine Behandlung ist nur notwendig, wenn das Hämangiom schnell wächst, an kritischen Stellen (z.B. Augen, Nase, Lippen, Atemwege, Genitalien) liegt oder Komplikationen drohen.
  • Standardtherapie ist die Gabe von Betablockern. Laser oder Operationen sind selten erforderlich und meist kosmetische Eingriffe.
  • Hausmittel wie Honig oder Apfelessig sind ungeeignet und können der empfindlichen Baby-Haut schaden. Stattdessen sind sanfte Pflege, UV-Schutz und regelmäßige Kontrolle durch den Kinderarzt wichtig.

Was sind Blutschwämmchen?

Hämangiome (Blutschwämmchen) zeigen sich als sichtbare strukturierte Male mit rötlicher bis violetter Färbung auf der Haut. Rund drei Prozent aller Neugeborenen entwickeln diese Veränderung der Hautoberfläche. Die Wucherung ist gutartig, die meisten Blutschwämmchen erfordern keine weitere Behandlung. Die Therapie besteht meist aus einer Salbe. OPs oder Laserbehandlungen kommen kaum zum Einsatz. Durch Blutschwämmchen verursachte Komplikationen sind selten.

Blutschwämmchen (Hämangiome) sind gutartige Wucherungen (Tumore). Rund drei bis fünf von 100 Neugeborenen entwickeln einige Wochen oder Monate nach der Geburt eine rötliche-violette Hautstelle, die sich zunächst ausbreitet und im Laufe der folgenden Jahre meist selbstständig wieder zurückbildet. Mädchen sind etwas häufiger davon betroffen als Jungen. Frühgeborene entwickeln eher ein Blutschwämmchen als reifgeborene Babys.

Gut zu wissen: Kommt ein Neugeborenes mit einem Blutschwämmchen zur Welt, wird es als kongenitales Hämangiom bezeichnet. Entwickelt sich die Wucherung erst einige Zeit nach der Geburt, ist es ein infantiles Hämangiom.

Bildet sich das Blutschwämmchen

  • am Augenlid oder der Augenhöhle,
  • im Gesicht,
  • an den Genitalien,
  • an Händen oder Füßen,

dann sollte frühzeitig mit einer Behandlung begonnen werden. Selten treten Hämangiome an inneren Organen auf oder betreffen die Atemwege. Auch hier sind eine Vorstellung beim Kinderarzt und entsprechende Behandlung nötig.

Sollten Sie einen kleinen leuchtend roten Fleck am Rumpf oder in der Windelregion Ihres Kindes entdecken, ist ein Termin beim Kinderarzt angebracht. Ihre Praxis wird die weitere Entwicklung beobachten und Sie informieren, ob und wenn ja, welche Behandlungsschritte notwendig sein sollten.

Ursachen: Wie entstehen Blutschwämmchen?

Eine mögliche Ursache, die in der Forschung diskutiert wird, ist die folgende:

  • lokalisierte Durchblutungsstörung oder gestörte Gefäßentwicklung des Fötus im Uterus,
  • gefolgt durch lokalen Sauerstoffmangel im Gewebe.

Das Wachstum der Blutgefäße ist an dieser lokalen Stelle kurzzeitig gestört. Wie es zu diesen Durchblutungsstörungen kommt, ist noch nicht bekannt.

Tipp: In unserem Entwicklungskalender für Babys erfahren Sie, welche großen und kleinen Entdeckungen Ihr Baby in seinen ersten 18 Lebensmonaten bewältigen wird.

Treten Hämangiome auch bei Erwachsenen auf?

Ja, allerdings bezeichnet man sie dann umgangssprachlich als Rubinflecken oder Kirschflecken. Sie werden als kleine, leuchtend rote Flecken auf der Haut sichtbar, besonders häufig ist der Rumpf betroffen. Teilweise treten Hämangiome auch als fühlbare Knötchen mit rötlicher Färbung in Erscheinung.

Verschiedene Formen der Blutschwämmchen

Hämangiome weisen unterschiedliche Erscheinungsformen auf, abhängig davon, ob sie auf oder in einer tieferen Hautschicht wuchern. Deshalb wird im medizinischen Kontext auch zwischen kutanen und subkutanen Hämangiomen unterschieden. Mischformen sind ebenfalls möglich.

Die roten Male können unterschiedliche Ausprägungsformen annehmen. Das hängt vor allem davon ab, ob sie direkt auf der Hautoberfläche (Oberhaut) entstehen oder in einer der tieferen Hautschichten (Lederhaut, Unterhaut).

  • Blutschwämmchen in der Oberhaut heißen auch kutane Hämangiome. Sie sind durch rote, erhabene Knötchen oder fleckenähnliche Formen gekennzeichnet. Ihre Oberfläche wirkt schwammartig und ist leicht erhaben.
  • Vermehren sich die Blutgefäße in der Lederhaut und beginnen zu wuchern, spricht man von einem subkutanen Hämangiom. Es ist meist nur als leicht bläulich-violetter Schimmer unter der Hautoberfläche zu erkennen.
  • Sind die Ober- und die Lederhaut betroffen, ist das Blutschwämmchen eine Mischform aus beiden Arten.

Zusammenfassung: Arten von Hämangiomen

  Erstes Auftreten Aussehen      
Kongenitales Hämangiom besteht bei Geburt hellrot, rund bis oval als Knötchen oder Fleck mit schwammartiger, fühlbarer Struktur      
Infantiles Hämangiom entwickelt sich in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt hellrot, rund bis oval als Knötchen oder Fleck mit schwammartiger, fühlbarer Struktur      
Seniles Hämangiom entsteht im Erwachsenenalter kleine leuchtend rote Flecken, Knötchen      

Gut zu wissen: Blutschwämmchen, Storchenbiss oder Feuermal sind Hautmale, die sich alle recht ähnlich sehen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, um eine differenzierte Diagnose zu stellen. 

Blutschwämmchen erkennen: Symptome und Erscheinungsbild

Blutschwämmchen zeigen sich zunächst als kleine rötlich-violette Flecken, die in der Wachstumsphase innerhalb des ersten Lebensjahres zu kräftig rot gefärbten Knötchen anwachsen. In der Stillstandsphase bleibt das Hämangiom unverändert. Kleine Blutschwämmchen bilden sich während der Rückbildungsphase bis zum 9. Lebensjahr zurück.

Wie sehen Blutschwämmchen aus?

Das Blutschwämmchen im Anfangsstadium ist gekennzeichnet durch:

  • kleine Flecken oder Hautstellen, meist mit durchschimmernden Adern
  • umliegende Haut wirkt blasser

Die charakteristische rötlich-violette Farbe entwickelt sich erst im Laufe der Zeit bei kutanen Hämangiomen, während subkutane Formen eher durch deutlich sichtbarere Blutgefäße auffallen.

Im ersten Lebensjahr wächst das Blutschwämmchen schnell, ein stark gerötetes Knötchen bildet sich an der Hautoberfläche aus. Diese Knötchen können schwammartig aussehen und sich leicht erhaben anfühlen.

Nach der ersten stärkeren Wachstumsphase geht das Hämangiom in eine Stillstandphase über, die individuell lang ausfällt.

Kleinere Blutschwämmchen beim Kind bilden sich meist bis zum neunten Lebensjahr zurück (Rückbildungsphase). Bei Hämangiomen mit einer Größe von mehreren Zentimetern bleiben unter Umständen Narben, überschüssiges Gewebe an der Hautoberfläche oder auch Farbveränderungen zurück.

Diagnose: Wie werden infantile Hämangiome diagnostiziert?

Meist genügt eine Blickdiagnose: Die auffällig roten Male sind in der Regel eindeutig. Um zusätzlich die Tiefe des betroffenen Gewebes abzuschätzen, wird Ihr Kinderarzt eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Je nach Position und Größe kann ein Farbdoppler-Ultraschall notwendig werden.

Über diese Untersuchungen lässt sich zudem die Aktivität des Hämangioms bestimmen. Das bedeutet, dass sich danach Aussagen über das weitere Wachstum treffen lassen. Auf dieser Basis wird dann die Empfehlung zu einer Therapie oder auch zu einer weiteren Beobachtung ohne aktive Behandlung ausgesprochen.

Blutschwämmchen, Feuermal oder Storchenbiss – Unterschied zu anderen Hautveränderungen

Achtung Verwechslungsgefahr: Auch der Storchenbiss oder Feuermale können ähnlich wie das Blutschwämmchen aussehen.

Feuermale (Naevus flammeus) sind bei Geburt hellrote, kleine Flecken, die durch fehlende Nervenfasern an der betroffenen Hautstelle verursacht werden. Aufgrund dieser nicht vorhandenen Nervenfasern bleiben die Blutgefäße in und unter der oberen Hautschicht dauerhaft erweitert und schimmern durch die Oberhaut hindurch.

Typischerweise zeigen sich Feuermale im Gesicht, im Nacken, im Kreuzbeinbereich oder an Armen und Beinen. Da sie oft schon bei der Geburt vorhanden sind, werden sie in der Regel bei einer der ersten U-Untersuchungen genauer betrachtet. Danach wird die Stelle beobachtet, um herauszufinden, ob das Feuermal

  • Vorbote eines sich entwickelnden Hämangioms ist,
  • ein Anzeichen für Erkrankungen wie das Von-Hippel-Lindau-Czermak-Syndrom oder das Sturge-Weber-Krabbe-Syndrom sein könnte.

Feuermale dehnen sich im Laufe der Zeit etwas aus und dunkeln nach. Typischerweise sind die Hautveränderungen unregelmäßig und ohne klare Grenzen. Feuermale verschwinden selten von allein, sondern bleiben ein Leben lang sichtbar, sofern sie nicht behandelt oder mit Make-Up abgedeckt werden.

Der sogenannte Storchenbiss gilt als Sonderform unter den Feuermalen, weil er vorrangig im Nacken eines Babys zu finden ist. Storchenbisse sind auf eine Verzögerung in der Entwicklung der Blutgefäße zurückzuführen. Sobald sich die Blutgefäße weiterentwickelt haben, bildet sich der Storchenbiss wieder zurück.

Gut zu wissen: Wie kam der Storchenbiss zu seinem Namen? Der Legende nach bringt der Storch die Babys und hinterlässt dabei manchmal ein Mal mit seinem Storchenschnabel im Nacken des Babys.

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Verlauf und Prognose von Blutschwämmchen

Infantile Hämangiome werden nur bei Vorliegen bestimmter Faktoren (Wachstumsort, Wachstumsrate) behandelt. Die meisten Blutschwämmchen sind somit nicht gefährlich, sondern höchstens eine kurzzeitige kosmetische Auffälligkeit. Sie bilden sich meist auch ohne Behandlung von selbst zurück und hinterlassen keine Narben.

Wann Hämangiome behandelt werden müssen

Unkomplizierte Blutschwämmchen am Rumpf, an Armen oder Beinen benötigen in der Regel keine Behandlung.

Anders sieht es aus, wenn infantile Hämangiome

  • schnell wachsen und
  • im Gesicht, in der Nähe von Augen, Ohren, Lippen oder an den Atemwegen

auftreten. Um Komplikationen und Spätfolgen zu vermeiden, sollte die Therapie möglichst zeitnah begonnen werden. Ihr Kinderarzt berät sie dazu, welche Möglichkeiten für Ihr Baby in Betracht kommen.

Die Hauptziele der Behandlung eines Blutschwämmchens sind:

  1. Seh-, Hör- oder kosmetische Einschränkungen vermeiden oder beseitigen
  2. Nekrosen (Geschwürbildungen) behandeln
  3. Wachstum stoppen
  4. Rückbildung größerer infantiler Hämangiome beschleunigen

Der sogenannte Infantile Hemangioma Referral Score (IHReS) entscheidet darüber, ob die Behandlung durch Ihre Kinderarztpraxis durchgeführt wird oder es sinnvoller ist, eine Spezialambulanz aufzusuchen.

Der Score nimmt folgende Punkte auf:

  • Lokalisation (Gesicht, Nacken, Kopfhaut, Windelbereich)
  • Größe (über 1 cm an Gesicht, Augen, Nase oder Lippen, Ohren, Atemwege oder 2-4 cm an anderen Stellen)
  • Alter des Kindes (unter 2 Monaten oder 2-4 Monate mit nachweisbarem Wachstum innerhalb der letzten 2 Wochen)

Risiken und Komplikationen: Sind Blutschwämmchen gefährlich

Blutschwämmchen an Augen oder Ohren führen unbehandelt unter Umständen zu Seh- oder Hörstörungen. Hämangiome im Bereich des Munds und der Nase können die Atmung beeinträchtigen oder Probleme beim Spracherwerb verursachen. In all diesen Fällen ist in der Regel eine möglichst frühzeitige Therapie nötig, um mögliche Komplikationen abzuwenden.

Die Komplikationen durch Wachstum an bestimmten Körperbereichen bei infantilen Hämangiomen kurz und knapp zusammengefasst:

  • Augenregion: Gefahr des Erblindens
  • Nasenspitze: Zerstörung des Nasenknorpels, bleibende Nasenverformung
  • Ohrmuschel: Zerstörung des Ohrknorpels, bleibende Ohrverformung
  • Lippe: Hindernis beim Trinken, Zerstörung der Lippenkontur
  • Hautfalten: hohes Risiko der Entwicklung offener Wunden, z.B. am Hals oder in der Leistengegend

Bei einem auffälligen Score sollte eine Vorstellung in der Spezialambulanz erfolgen. Das gilt auch für Kinder mit bereits beobachteten Komplikationen. Dort werden Sie von Spezialisten der Ambulanz über die Therapienotwendigkeit und die weiteren Schritte beraten.

Medizinisch notwendige Therapien finden meist in der Wachstumsphase statt, in der Stillstands- und Rückbildungsphase wird in der Regel abgewartet.

Behandlung und Therapie: Was tun gegen Blutschwämmchen?

Ein Blutschwämmchen wird vorrangig medikamentös behandelt. Zum Einsatz kommen dabei meist Betablocker. Die Wirkung (Wachstumsstopp/Rückbildung) tritt häufig innerhalb von drei Tagen nach der ersten Medikamentengabe ein.

Kommen Betablocker nicht in Frage oder wächst das Blutschwämmchen besonders stark, kann auch ein Gel auf der Oberfläche des Blutschwämmchens aufgetragen werden. Manchmal wird zusätzlich eine Farbstofflaser- oder Tiefenlasertherapie sowie Kryotherapie (Kältetherapie) angewandt.

Sehr selten wird eine Operation nötig, um das betreffende Gewebe der Wucherung zu entfernen.

Auf einen Blick: Behandlungsmöglichkeiten bei infantilem Hämangiom

  • medikamentöse Behandlung mit Betablockern (Propanolol)
  • Lokaltherapie mit Timololgel
  • Farbstofflasertherapie und Tiefenlasertherapie (Selbstzahlerleistung bei kosmetischer Verwendung)
  • Kryotherapie‎
  • Operation

Gibt es Hausmittel, um Blutschwämmchen zu behandeln?

Immer wieder werden im Zusammenhang mit Blutschwämmchen auch Hausmittel erwähnt, wie z.B. Honig, Rizinusöl oder Apfelessig. Keine dieser Hausmittelchen zeigt eine nachprüfbare Rückbildung der gutartigen Wucherung.

Stattdessen können die Mittel zum Teil für weitere Hautreizungen und Verletzungen sorgen, sodass am Ende zusätzliche Hautschädigungen entstehen, die im Gegensatz zum infantilen Hämangiom auch dauerhaft sein könnten. Insbesondere Honig kann Bakterien enthalten, die für Babys potenziell schädlich sind. Vom Einsatz von Hausmitteln wird deshalb in der Regel strikt abgeraten.

Blutschwämmchen im Alltag

Durch ihre leicht erhabene Struktur sind Blutschwämmchen etwas anfälliger für Verletzungen durch Kratzen oder Reiben. Achten Sie bei Ihrem Säugling darauf, dass es sich mit seinen Fingernägeln nicht selbst das Hämangiom aufkratzt.

Sollte es doch zu leicht blutenden Verletzungen kommen, verwenden Sie eine saubere Kompresse oder ein weiches, sauberes Baumwolltuch, um ungefähr fünf Minuten lang Druck auf die Wunde auszuüben. Sollte die Blutung nicht stoppen, wenden Sie sich bitte an medizinisches Fachpersonal für eine kurze Einschätzung zur Tiefe der Verletzung und zur weiteren Behandlung.

Blutschwämmchen reinigen und pflegen 

Warmes Wasser und ein weicher Lappen sind optimal, um Blutschwämmchen bei Ihrem Baby zu reinigen. Seife kann die sensible Haut austrocknen und sollte deshalb besser vermieden werden.

Badet Ihr Baby gern? Dann geben Sie ins Badewasser keinen Badezusatz, sofern das Hämangiom für längere Zeit im Wasser liegen würde. Muttermilch als Badezusatz ist dagegen in Ordnung.

Tupfen Sie die betreffende Region nach dem Waschen kurz ab, vermeiden Sie dabei aber rubbelnde und reibende Bewegungen. Verwenden Sie zur Pflege der Babyhaut eine milde Creme, um sie mit Feuchtigkeit zu versorgen und vor Umwelteinflüssen zu schützen.

Blutschwämmchen in der Sonne 

Die schwammartige Oberfläche ist empfindlicher, was Schädigungen durch UV-Licht angeht. Deshalb sollten Sie eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 50 auftragen, bevor Ihr Kind in die Sonne geht.

Fazit: Blutschwämmchen sind meist harmlos

Infantile Hämangiome sind in der Regel harmlos, auch wenn die schnell wachsende gutartige Wucherung für Sie als Elternteil auf den ersten Blick erschreckend sein kann. Wie jede andere Hautveränderung auch sollten Sie Ihr Kind in der Kinderarztpraxis vorstellen, um über eine eventuell nötige Behandlung zu sprechen.

Häufige Fragen zu Blutschwämmchen bei Kindern

Gehen Blutschwämmchen von alleine wieder weg?

Ja! Meist entwickelt sich ein kleineres infantiles Hämangiom (Blutschwämmchen) von allein innerhalb der ersten neun Lebensjahre zurück. Eine Therapie ist selten nötig. Wächst das Hämangiom an Augen, Nase, Lippe und insgesamt dem Gesicht, den Atemorganen oder weiteren inneren Organen, ist eine Behandlung notwendig.

Nur größere Blutschwämmchen mit über vier Zentimetern Durchmesser können unter Umständen Haut- oder Gewebsveränderungen mit sich bringen, die sich nicht vollständig zurückbilden.

Wie schnell wächst ein Hämangiom?

Hämangiome wachsen in der Regel im ersten Lebensjahr besonders schnell. Dann können sich die anfangs kleinen Flecken oder Knötchen zu Flächen mit mehreren Zentimetern Durchmesser entwickeln. Nach dem ersten Geburtstag verlangsamt sich das Wachstum dann wieder und kommt ganz zum Stillstand.

Welche Behandlung ist bei Blutschwämmchen am wirksamsten?

Die Standardtherapie bei behandlungsbedürftigen Blutschwämmchen besteht in der Gabe von Betablockern. Nur wenn diese nicht infrage kommen, wird auf lokal wirksame Gele oder in seltenen Fällen auf eine Operation gesetzt.

Lasertherapien werden bei Säuglingen nicht empfohlen, weil sie in der Regel nur aus kosmetischen Gründen eingesetzt werden. Als Nebenwirkung bringen sie zudem blasser erscheinende Haut sowie dünnere Hautschichten mit sich.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Hämangiom-Entfernung bei Babys?

Ja, die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Behandlung von Blutschwämmchen, sofern sie medizinisch notwendig ist – sobald infantile Hämangiome

  • in kurzer Zeit stark wachsen,
  • sich in der Nähe von Augen, Nase, Mund oder Ohren entwickeln oder
  • so groß werden, dass sich das Risiko von Narben oder bleibenden Schäden stark erhöht.

Im Rahmen der medizinisch notwendigen Behandlung werden Therapien mit Betablockern sowie mit lokal wirksamen Gelen über die gesetzlichen Krankenkassen reguliert. Die Therapie mit Farblaser wird in der Regel nur aus rein kosmetischen Gründen angewendet und die Kosten sind daher selbst zu tragen. In unserem HiPP Mein BabyClub können Sie sich mit anderen Eltern und Betroffenen zu diesem und vielen weiteren Themen austauschen.

Genderhinweis:

Für eine bessere Lesbarkeit verwenden wir bei Personenbezeichnungen meist die männliche Form wie Kinderarzt, Frauenarzt. Wichtig: Wir bringen allen die gleiche Wertschätzung entgegen.

Autoreninfo

Sabrina Sailer ist seit 2010 ehrenamtliche Stillberaterin und ausgebildete Trageberaterin. Sie arbeitet als Werbetexterin und Redakteurin und betreut zusätzlich verschiedene Angebote, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffen.