HiPP-Studie dokumentiert Insektenbestände

Brauner Bär (Arctia caja)

Vergleich zwischen ökologisch und konventionell bewirtschafteten Flächen

Als führender Hersteller von Babynahrung verarbeitet HiPP große Mengen landwirtschaftlich erzeugter Rohstoffe. Ein funktionierendes Ökosystem ist für das Familienunternehmen daher elementar, um Produkte in Spitzenqualität herstellen zu können. Umso besorgter beobachtet das Unternehmen, dass in den letzten Jahrzehnten die Artenvielfalt in großen Teilen Europas spürbar abnimmt. Als großer Treiber für den Artenverlust gilt die Intensivierung der Landwirtschaft. HiPP möchte diesen Zusammenhang genauer untersuchen und hat deshalb bereits 2018 ein Projekt gestartet mit dem Ziel, den Insektenbestand auf ökologisch und konventionell bewirtschafteten Flächen zu vergleichen. Die beteiligten Forscher achteten darauf, dass die untersuchten Gebiete eine ähnliche Struktur und Umgebung aufweisen sowie darauf, dass sie zeitgleich untersucht wurden. Verschiedene Studien belegen bereits, dass ökologische und konventionelle Bewirtschaftung die Biodiversität unterschiedlich beeinflussen. In diesen Studien wurden einzelne Arten oder Artengruppen betrachtet. Außerdem wurden Vielfalt, Häufigkeit, Artenzusammensetzung und Biomasse getrennt voneinander untersucht. Das HiPP-Projekt kombiniert diese Parameter und überprüft, wie konventionelle und ökologische Landwirtschaft die Vielfalt von Fluginsekten beeinflussen.

Nagelfleck (Aglia tau)

Im Rahmen des beschriebenen Projekts sammelte HiPP von April bis Oktober 2018 Nachtfalter, Fluginsekten und sonstigen Insektengruppen mit Hilfe von Licht- und Malaisefallen. Die Fangergebnisse untersuchten Experten der Zoologischen Staatssammlung München und der TU München mit modernsten Methoden hinsichtlich Biomasse, Vielfalt und Artenzusammensetzung.

Purpurbär (Rhyparia purpurat)

Die Resultate der Pilotstudie wurden nun in der Fachzeitschrift Ecology & Evolution veröffentlicht. Selbst erfahrene Insekten- und Schmetterlingsforscher zeigten sich von der Deutlichkeit der Ergebnisse überrascht: Bei gesammelter Menge, Artenvielfalt, Häufigkeit stark gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Arten liegt die ökologisch bewirtschaftete Fläche klar in Führung. Ob sich die Erhebungen aus dem Jahr 2018 bestätigen, soll eine Fortsetzung und Ausweitung des Projekts in den nächsten Jahren zeigen. In jedem Fall unterstützt diese Untersuchung die naheliegende Vermutung, dass ökologischer Anbau dazu beiträgt, den Artenverlust in landwirtschaftlich geprägten Gegenden aufzuhalten.

 

Zur Publikation "Towards a standardized quantitative and qualitative insect monitoring scheme"
 


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