Verstopfung bei Babys: Was sie verursacht und was dagegen hilft
Blähungen und harter Stuhlgang sind mit ein Grund dafür, wenn Babys unruhig sind oder nur schwer in den Schlaf finden. Das Bäuchlein drückt schließlich! Was können Sie als Elternteil tun, um Ihrem Kind die Verdauung zu erleichtern und Verstopfung (Konstipation) möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen? Erfahren Sie mehr über die wichtigsten Ursachen für Verstopfung und die Erscheinungsformen bei gestillten und mit Milchnahrung ernährten Babys. Wir haben die besten Tipps für Sie zusammengefasst, um eine Verstopfung mit sanften Methoden zu lösen.
Verstopfung oder langsame Verdauung
Säuglinge haben normalerweise zwei- bis dreimal Stuhlgang am Tag, wobei das individuell sehr unterschiedlich ist. So entleeren einige Babys mehrmals täglich ihren Darm, andere hingegen nur einmal in fünf Tagen. Bei ausschließlich gestillten Kindern verlängert sich der Zeitraum auch durchaus auf bis zu zehn Tage. Mehrfacher täglicher Stuhlgang ist bei ausschließlich gestillten Säuglingen ebenfalls normal. Die Frequenz kann sich auch immer wieder ändern. Besonders in Wachstumsphasen reagiert die Verdauung sensibler auf bisher gut vertragene Nahrung.
Grundsätzlich gilt:
- Ausschließlich gestillte Säuglinge haben in der Regel eher weichen, breiigen Stuhlgang.
- Säuglinge, die nur Muttermilchersatznahrung erhalten, haben normalerweise einen härteren Stuhl.
Das liegt an der unterschiedlichen Zusammensetzung von Muttermilch und Säuglingsnahrung. Bei der Umstellung der Nahrung, beispielsweise von Muttermilch auf Muttermilchersatznahrung, können kurzzeitig Verdauungsprobleme auftreten. Auch die Frequenz des Stuhlgangs verändert sich dann.
Was ist Verstopfung bei Babys?
Eine Verstopfung liegt erst dann vor, wenn Ihr Kind weniger als einmal die Woche einen harten Stuhlgang hat und es sich dabei sehr anstrengen muss. Weitere typische Symptome einer Verstopfung sind:
- erkennbare Schmerzen oder starkes Pressen beim Stuhlgang
- aufgeblähter Bauch
- Appetitlosigkeit
- Unruhe und Schwierigkeiten beim Einschlafen
Ursachenforschung: Warum leidet mein Baby an Verstopfung?
Gesunde und reif geborene Babys haben in der Regel keine Probleme mit der Verdauung. Insbesondere gestillte Babys haben lockeren und häufigeren Stuhl. Muttermilch enthält zudem zahlreiche lebende Mikroorganismen, die im Darm für eine optimale Verdauung sorgen sollen.
Bei jeder Ernährungsweise können Verdauungsprobleme auftreten, wie Blähungen, schmerzhafte Koliken, Verstopfung oder auch Durchfall. Verstopfung ist bei Stillkindern zwar wesentlich seltener, kann aber auch vorkommen.
Gründe für eine Verstopfung sind häufig:
- nicht optimal auf das individuelle Kind ausgerichtete Milchnahrung
- zu rasche Einführung der Beikost
- nicht ausreichende Flüssigkeitsmenge
- ein beeinträchtigtes Mikrobiom
Verstopfung bei ausschließlicher Milchnahrung
Wenn Sie Ihr Baby zu 100% mit der Flasche ernähren, überprüfen Sie bitte ob Sie die richtige Dosierung und Wassermenge sowie den beiliegenden Messlöffel nutzen. Denn nur mit dem richtigen Verhältnis von Pulver und Wasser bekommt Ihr Kind die notwendige Flüssigkeit.
Neigt Ihr Kind zu festen Stühlen, könnte auch eine Umstellung auf die HiPP Combiotik® von Vorteil sein. Unsere Combiotik®-Nahrungen enthalten natürliche Milchsäurekulturen und Galactooligosaccharide (GOS). GOS ist ein Ballaststoff und wird aus Lactose gewonnen. Ballaststoffe kommen auch in Muttermilch vor und dienen den wichtigen Bakterien in der Darmschleimhaut als Energielieferanten. Diese Bakterienkulturen (Mikrobiom) können die Verdauung positiv beeinflussen, wenn die richtigen Bakterienstämme mithilfe von Ballaststoffen gefüttert werden.
Aus den Rückmeldungen von Müttern wissen wir, dass die Gabe unserer HiPP Combiotik®-Nahrungen erfahrungsgemäß zu weicheren Stühlen führt, ähnlich wie bei gestillten Babys.
Verstopfung beim Übergang zur Beikost
Bei der Beikost-Einführung wird der Stuhl häufig fester und die Kinder haben seltener Stuhlgang. Es ist normal, dass Babys dann auch mal kräftig drücken müssen. Solange Ihr Säugling nicht weint und Schmerzen beim Stuhlgang hat, braucht Sie das nicht zu beunruhigen. Meist reguliert sich der Stuhl nach einiger Zeit von allein und die Verdauung passt sich an die neue Kost an
Vermeiden Sie eher stuhlfestigende Lebensmittel. Dazu zählen vor allem:
- Bananen
- geriebener roher Apfel
- gekochte Karotten
Sie werden typischerweise zu Beginn der Beikost eingeführt. Wenn Sie bei Ihrem Baby bemerken, dass es nach dem Genuss von Bananen, geriebenem Apfel oder dem klassischen Karottenbrei stärker mit seinem Stuhlgang zu kämpfen hat, dann weichen Sie einfach auf andere geeignetere Obst- und Gemüsesorten aus.
Verstopfung wegen Flüssigkeitsmangel
Das trifft vor allem bei Babys auf, die schon reichlich Beikost zu sich nehmen. Auch Kleinkinder im zweiten und dritten Lebensjahr haben teils mit Verstopfungen zu kämpfen. Grund dafür ist oft eine nicht ganz ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.
Bei Kleinkindern zwischen dem ersten und dem vierten Geburtstag empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 820 Milliliter Wasser täglich als Ergänzung zu den Mahlzeiten und zwischendurch. Im Schnitt erreichen Kinder aber oft nur knapp die Hälfte der empfohlenen Flüssigkeitsmenge.
Das wirkt sich auf die Tätigkeit im Darm aus, der Stuhl wird deutlich härter und das führt im schlimmsten Falle zur Verstopfung.
Trinkt Ihr Kind nicht genug und ist sein Stuhl zu hart? Dann können Sie folgendes probieren:
- Wasserreiche Lebensmittel
Salatgurken und Wassermelonen sind leckere Snacks, die die meisten Kleinkinder gern zu sich nehmen. Viele weitere Obst- und Gemüsesorten eignen sich aufgrund ihres höheren Wassergehalts dazu, die Flüssigkeitsaufnahme zu verbessern. Gleichzeitig enthalten sie in der Regel Ballaststoffe, die sich ebenfalls positiv auf die Verdauung auswirken. - Wasserreiche Gerichte
Suppen und Getreidebreie können mit einem etwas höheren Wassergehalt zubereitet werden. Neben den klassischen Gemüse- oder Nudelsuppen sind auch lauwarme oder kalte Kompottgerichte aus Obst geeignet. - Hübsche Becher
Kleinkinder lieben es, wenn sie im Alltag miteinbezogen werden. Suchen Sie mit Ihrem Kind zusammen einen Becher oder ein Gefäß aus. Füllen Sie den Becher regelmäßig gemeinsam auf oder bieten Sie Ihrem Kind an, den Becher bei jeder Mahlzeit ganz alleine zu füllen. Das animiert zusätzlich zum regelmäßigen Trinken! - Vorbild sein
Bauen Sie regelmäßige Trinkpausen in ihren familiären Alltag ein, beispielsweise bei einer Spielpause oder nach dem Mittagsschläfchen.
Verstopfung durch Darmbakterien im Ungleichgewicht
Zahlreiche Bakterienkulturen im Darm sorgen dafür, dass die Nahrungsbestandteile in Fett- und Aminosäuren sowie in verschiedene Vitamine und Mineralstoffe aufgespalten werden. Diese Bakterienkulturen übernimmt ein Neugeborenes in der Regel von der Mutter. Auch über den intensiven Hautkontakt zu den Bezugspersonen und natürlich über die Muttermilch geraten Babys in Kontakt mit den hilfreichen Bakterien.
Krankheitsphasen mit hohem Fieber oder die Einnahme von Antibiotika können das Gleichgewicht im Darm allerdings stören. Dann geraten die für eine optimale Verdauung benötigten guten Bakterienkulturen in die Unterzahl. Es werden im Darm vermehrt Gase gebildet und die Nahrung wird schlechter verwertet. Blähungen sind die Folge. Der Stuhl kann härter werden und vermehrt Überbleibsel der letzten Mahlzeiten enthalten
Um das Darmmilieu Ihres Kindes zu stärken, können Sie:
- auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost setzen; als Richtwert empfiehlt sich, langfristig mehr als zwanzig verschiedene Gemüsesorten pro Woche anzubieten (nach der Beikost-Einführung)
- bevorzugt Lebensmittel mit reichlich Ballaststoffen anbieten; die Ballaststoffe dienen den guten Bakterienkulturen als „Futter“ und wirken sich stuhlauflockernd aus
- mindestens die empfohlenen ersten sechs Monate voll und dann begleitend zur Beikost weiter stillen; Muttermilch enthält zahlreiche lebende Zellen sowie auf den individuellen Bedarf Ihres Kindes abgestimmte Humane Milch-Oligosaccharide (komplexe Zucker in Muttermilch)
- eine optimale Verdauung unterstützen; wenn Sie nicht oder nicht länger stillen, können Sie alternativ Milchnahrungen mit Pro- und Präbiotika-Zusatz verwenden
Was tun bei Verstopfung? Die besten Tipps
Neben den oben genannten Tipps helfen außerdem oft Bewegung, Wärme und sanfte Massagen.
Regen Sie die Verdauung Ihres Babys mit etwas Bewegung an:
- Legen Sie Ihr Kind auf dem Rücken ab.
- Nehmen Sie seine Beinchen in die Höhe und drücken Sie jeweils abwechselnd ein Knie sanft in Richtung seiner Bauchdecke, während das andere ausgestreckt bleibt.
- Wiederholen Sie die Bewegung einige Male.
Regelmäßige Spielzeit in der Bauchlage kann beim Verdauen helfen. Rollen und Strampeln sind nicht nur gut für die motorische Entwicklung Ihres Babys, sondern auch enorm wichtig für die Verdauung. Babygymnastik macht zudem Spaß!
Wärme ist optimal, um den Verdauungsprozess anzuregen. Tragen Sie Ihr Baby in einem Tragetuch oder in einer Tragehilfe? Mit einem leicht erwärmten Kirschkernkissen zwischen Ihrem und dem Bauch Ihres Babys lässt sich die wohltuende Wärme noch gezielter einsetzen, während Ihr Baby geborgen schläft oder an Ihrem Alltag teilnimmt. Im Kinderwagen oder im Kinderbettchen achten Sie darauf, dass das Kirschkernkissen nicht verrutscht, sondern gut mittig auf dem Bäuchlein platziert ist.
Sanfte Berührungen in Form von Massagen können die Verdauung unterstützen. Die beruhigenden Handgriffe einer Babymassage wirken entspannend und dienen zudem dazu, Darmbewegungen anzuregen.