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Verstopfung bei Babys: Was sie verursacht und was dagegen hilft

Blähungen und harter Stuhlgang sind mit ein Grund dafür, wenn Babys unruhig sind oder nur schwer in den Schlaf finden. Das Bäuchlein drückt schließlich! Was können Sie als Elternteil tun, um Ihrem Kind die Verdauung zu erleichtern und Verstopfung (Konstipation) möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen? Erfahren Sie mehr über die wichtigsten Ursachen für Verstopfung und die Erscheinungsformen bei gestillten und mit Milchnahrung ernährten Babys. Wir haben die besten Tipps für Sie zusammengefasst, um eine Verstopfung mit sanften Methoden zu lösen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stuhlgang ist bei Babys sehr individuell: Von mehrmals täglich bis alle paar Tage ist vieles normal – bei ausschließlich gestillten Babys sind sogar Pausen bis zu zehn Tagen möglich.
  • Von Verstopfung spricht man erst, wenn der Stuhl hart/bröckelig ist, das Baby stark pressen oder Schmerzen haben muss und der Stuhlgang sehr selten kommt (z.B. weniger als 1× pro Woche).
  • Häufige Ursachen sind eine Umstellung der Ernährung (Muttermilch ↔ Milchnahrung, Start mit Beikost), zu wenig Flüssigkeit sowie eine nicht optimal passende Milchnahrung.
  • Sanfte Hilfe bieten oft Bewegung, Wärme und Babymassage. Ab dem Beikostalter können außerdem wasserreiche, ballaststoffreiche Lebensmittel und ausreichend Trinken unterstützen.
  • Wichtig: Bei anhaltenden Beschwerden, starken Schmerzen, auffälliger Unruhe oder wenn Ihr Baby über längere Zeit keinen Stuhl absetzt, sollten Sie kinderärztlichen Rat einholen.

Verstopfung oder langsame Verdauung

Säuglinge haben normalerweise zwei- bis dreimal Stuhlgang am Tag, wobei das individuell sehr unterschiedlich ist. So entleeren einige Babys mehrmals täglich ihren Darm, andere hingegen nur einmal in fünf Tagen. Bei ausschließlich gestillten Kindern verlängert sich der Zeitraum auch durchaus auf bis zu zehn Tage. Mehrfacher täglicher Stuhlgang ist bei ausschließlich gestillten Säuglingen ebenfalls normal. Die Frequenz kann sich auch immer wieder ändern. Besonders in Wachstumsphasen reagiert die Verdauung sensibler auf bisher gut vertragene Nahrung.

Grundsätzlich gilt:

  1. Ausschließlich gestillte Säuglinge haben in der Regel eher weichen, breiigen Stuhlgang.
  2. Säuglinge, die nur Muttermilchersatznahrung erhalten, haben normalerweise einen härteren Stuhl.

Das liegt an der unterschiedlichen Zusammensetzung von Muttermilch und Säuglingsnahrung. Bei der Umstellung der Nahrung, beispielsweise von Muttermilch auf Muttermilchersatznahrung, können kurzzeitig Verdauungsprobleme auftreten. Auch die Frequenz des Stuhlgangs verändert sich dann.

Was ist Verstopfung bei Babys?

Eine Verstopfung liegt erst dann vor, wenn Ihr Kind weniger als einmal die Woche einen harten Stuhlgang hat und es sich dabei sehr anstrengen muss. Weitere typische Symptome einer Verstopfung sind:

  • erkennbare Schmerzen oder starkes Pressen beim Stuhlgang
  • aufgeblähter Bauch
  • Appetitlosigkeit
  • Unruhe und Schwierigkeiten beim Einschlafen

Wichtig: Wenn Ihr Baby anhaltende Verdauungsbeschwerden hat, sollten Sie mit einem Kinderarzt darüber sprechen.

Ursachenforschung: Warum leidet mein Baby an Verstopfung?

Gesunde und reif geborene Babys haben in der Regel keine Probleme mit der Verdauung. Insbesondere gestillte Babys haben lockeren und häufigeren Stuhl. Muttermilch enthält zudem zahlreiche lebende Mikroorganismen, die im Darm für eine optimale Verdauung sorgen sollen.

Bei jeder Ernährungsweise können Verdauungsprobleme auftreten, wie Blähungen, schmerzhafte Koliken, Verstopfung oder auch Durchfall. Verstopfung ist bei Stillkindern zwar wesentlich seltener, kann aber auch vorkommen.

Gründe für eine Verstopfung sind häufig:

  • nicht optimal auf das individuelle Kind ausgerichtete Milchnahrung
  • zu rasche Einführung der Beikost
  • nicht ausreichende Flüssigkeitsmenge
  • ein beeinträchtigtes Mikrobiom

Verstopfung bei ausschließlicher Milchnahrung 

Wenn Sie Ihr Baby zu 100% mit der Flasche ernähren, überprüfen Sie bitte ob Sie die richtige Dosierung und Wassermenge sowie den beiliegenden Messlöffel nutzen. Denn nur mit dem richtigen Verhältnis von Pulver und Wasser bekommt Ihr Kind die notwendige Flüssigkeit.

Wichtig: Folgen Sie der Zubereitungsanleitung der Milchnahrung auf der Verpackung. Schwenken oder schütteln Sie die Flasche entsprechend der Anleitung. So werden die Bestandteile optimal miteinander vermischt, was die Verdaulichkeit deutlich erhöht. Haben Sie keine Sorge vor den Bläschen, die beim kräftigen Schütteln entstehen. Sie lösen sich schnell wieder auf und sind in aller Regel auch nicht schuld an etwas Luft in Babys Bäuchlein. 

Neigt Ihr Kind zu festen Stühlen, könnte auch eine Umstellung auf die HiPP Combiotik® von Vorteil sein. Unsere Combiotik®-Nahrungen enthalten natürliche Milchsäurekulturen und Galactooligosaccharide (GOS). GOS ist ein Ballaststoff und wird aus Lactose gewonnen. Ballaststoffe kommen auch in Muttermilch vor und dienen den wichtigen Bakterien in der Darmschleimhaut als Energielieferanten. Diese Bakterienkulturen (Mikrobiom) können die Verdauung positiv beeinflussen, wenn die richtigen Bakterienstämme mithilfe von Ballaststoffen gefüttert werden.

Aus den Rückmeldungen von Müttern wissen wir, dass die Gabe unserer HiPP Combiotik®-Nahrungen erfahrungsgemäß zu weicheren Stühlen führt, ähnlich wie bei gestillten Babys.

Verstopfung beim Übergang zur Beikost

Bei der Beikost-Einführung wird der Stuhl häufig fester und die Kinder haben seltener Stuhlgang. Es ist normal, dass Babys dann auch mal kräftig drücken müssen. Solange Ihr Säugling nicht weint und Schmerzen beim Stuhlgang hat, braucht Sie das nicht zu beunruhigen. Meist reguliert sich der Stuhl nach einiger Zeit von allein und die Verdauung passt sich an die neue Kost an

Wichtig: Sobald Ihr Baby zuverlässig drei Beikost-Mahlzeiten zu sich nimmt, sollten Sie Wasser oder ungesüßten Tee als zusätzliche Flüssigkeitsquelle anbieten. Bei Babys mit Neigung zu hartem Stuhl oder Verstopfung können Sie außerdem auf Gerichte mit einem höheren Flüssigkeitsanteil setzen. Obst- und Getreidebreie rühren Sie dann einfach etwas flüssiger an.

Vermeiden Sie eher stuhlfestigende Lebensmittel. Dazu zählen vor allem:

  • Bananen
  • geriebener roher Apfel
  • gekochte Karotten

Sie werden typischerweise zu Beginn der Beikost eingeführt. Wenn Sie bei Ihrem Baby bemerken, dass es nach dem Genuss von Bananen, geriebenem Apfel oder dem klassischen Karottenbrei stärker mit seinem Stuhlgang zu kämpfen hat, dann weichen Sie einfach auf andere geeignetere Obst- und Gemüsesorten aus.

Verstopfung wegen Flüssigkeitsmangel

Das trifft vor allem bei Babys auf, die schon reichlich Beikost zu sich nehmen. Auch Kleinkinder im zweiten und dritten Lebensjahr haben teils mit Verstopfungen zu kämpfen. Grund dafür ist oft eine nicht ganz ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.

Bei Kleinkindern zwischen dem ersten und dem vierten Geburtstag empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 820 Milliliter Wasser täglich als Ergänzung zu den Mahlzeiten und zwischendurch. Im Schnitt erreichen Kinder aber oft nur knapp die Hälfte der empfohlenen Flüssigkeitsmenge.

Das wirkt sich auf die Tätigkeit im Darm aus, der Stuhl wird deutlich härter und das führt im schlimmsten Falle zur Verstopfung.

Wichtig: Der Bedarf erhöht sich bei körperlicher Anstrengung, sowie bei großer Hitze. Wasser ist zwar das Getränk der Wahl – aber wenn sich ein Kleinkind eher durch ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen zum Trinken bewegen lässt, sind diese Getränke ebenfalls zur Flüssigkeitsversorgung als Durstlöscher geeignet. Sie können Ihr Kind auch häufiger anlegen oder in kleineren Portionen eine Flasche mit Milchnahrung anbieten.

Trinkt Ihr Kind nicht genug und ist sein Stuhl zu hart? Dann können Sie folgendes probieren:

  1. Wasserreiche Lebensmittel
    Salatgurken und Wassermelonen sind leckere Snacks, die die meisten Kleinkinder gern zu sich nehmen. Viele weitere Obst- und Gemüsesorten eignen sich aufgrund ihres höheren Wassergehalts dazu, die Flüssigkeitsaufnahme zu verbessern. Gleichzeitig enthalten sie in der Regel Ballaststoffe, die sich ebenfalls positiv auf die Verdauung auswirken.
  2. Wasserreiche Gerichte
    Suppen und Getreidebreie können mit einem etwas höheren Wassergehalt zubereitet werden. Neben den klassischen Gemüse- oder Nudelsuppen sind auch lauwarme oder kalte Kompottgerichte aus Obst geeignet.
  3. Hübsche Becher
    Kleinkinder lieben es, wenn sie im Alltag miteinbezogen werden. Suchen Sie mit Ihrem Kind zusammen einen Becher oder ein Gefäß aus. Füllen Sie den Becher regelmäßig gemeinsam auf oder bieten Sie Ihrem Kind an, den Becher bei jeder Mahlzeit ganz alleine zu füllen. Das animiert zusätzlich zum regelmäßigen Trinken!
  4. Vorbild sein
    Bauen Sie regelmäßige Trinkpausen in ihren familiären Alltag ein, beispielsweise bei einer Spielpause oder nach dem Mittagsschläfchen.

Verstopfung durch Darmbakterien im Ungleichgewicht

Zahlreiche Bakterienkulturen im Darm sorgen dafür, dass die Nahrungsbestandteile in Fett- und Aminosäuren sowie in verschiedene Vitamine und Mineralstoffe aufgespalten werden. Diese Bakterienkulturen übernimmt ein Neugeborenes in der Regel von der Mutter. Auch über den intensiven Hautkontakt zu den Bezugspersonen und natürlich über die Muttermilch geraten Babys in Kontakt mit den hilfreichen Bakterien.

Krankheitsphasen mit hohem Fieber oder die Einnahme von Antibiotika können das Gleichgewicht im Darm allerdings stören. Dann geraten die für eine optimale Verdauung benötigten guten Bakterienkulturen in die Unterzahl. Es werden im Darm vermehrt Gase gebildet und die Nahrung wird schlechter verwertet. Blähungen sind die Folge. Der Stuhl kann härter werden und vermehrt Überbleibsel der letzten Mahlzeiten enthalten

Wichtig: Probiotische Ergänzungsnahrungsmittel werden für Babys und Kleinkinder derzeit nicht empfohlen. Probiotika, also lebende Bakterienkulturen, gelten aber insgesamt als sicher und sind entsprechend auch in einigen Milchnahrungen enthalten. Probiotika und Präbiotika sind natürliche Bestandteile der Muttermilch. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich am besten an Ihren Kinderarzt, die Hebamme oder eine entsprechend geschulte Stillberaterin.

Um das Darmmilieu Ihres Kindes zu stärken, können Sie:

  • auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost setzen; als Richtwert empfiehlt sich, langfristig mehr als zwanzig verschiedene Gemüsesorten pro Woche anzubieten (nach der Beikost-Einführung)
  • bevorzugt Lebensmittel mit reichlich Ballaststoffen anbieten; die Ballaststoffe dienen den guten Bakterienkulturen als „Futter“ und wirken sich stuhlauflockernd aus
  • mindestens die empfohlenen ersten sechs Monate voll und dann begleitend zur Beikost weiter stillen; Muttermilch enthält zahlreiche lebende Zellen sowie auf den individuellen Bedarf Ihres Kindes abgestimmte Humane Milch-Oligosaccharide (komplexe Zucker in Muttermilch)
  • eine optimale Verdauung unterstützen; wenn Sie nicht oder nicht länger stillen, können Sie alternativ Milchnahrungen mit Pro- und Präbiotika-Zusatz verwenden

Was tun bei Verstopfung? Die besten Tipps

Neben den oben genannten Tipps helfen außerdem oft Bewegung, Wärme und sanfte Massagen.

Regen Sie die Verdauung Ihres Babys mit etwas Bewegung an:

  • Legen Sie Ihr Kind auf dem Rücken ab.
  • Nehmen Sie seine Beinchen in die Höhe und drücken Sie jeweils abwechselnd ein Knie sanft in Richtung seiner Bauchdecke, während das andere ausgestreckt bleibt.
  • Wiederholen Sie die Bewegung einige Male.

Regelmäßige Spielzeit in der Bauchlage kann beim Verdauen helfen. Rollen und Strampeln sind nicht nur gut für die motorische Entwicklung Ihres Babys, sondern auch enorm wichtig für die Verdauung. Babygymnastik macht zudem Spaß!

Wärme ist optimal, um den Verdauungsprozess anzuregen. Tragen Sie Ihr Baby in einem Tragetuch oder in einer Tragehilfe? Mit einem leicht erwärmten Kirschkernkissen zwischen Ihrem und dem Bauch Ihres Babys lässt sich die wohltuende Wärme noch gezielter einsetzen, während Ihr Baby geborgen schläft oder an Ihrem Alltag teilnimmt. Im Kinderwagen oder im Kinderbettchen achten Sie darauf, dass das Kirschkernkissen nicht verrutscht, sondern gut mittig auf dem Bäuchlein platziert ist.

Wichtig: Achten Sie auf die Temperatur und erhitzen Sie das Wärmekissen nicht stärker als angegeben. Verwenden Sie bei Säuglingen und Kleinkindern keine Wärmflaschen, die mit heißem Wasser befüllt werden. Es besteht die Gefahr von Verbrennungen!

Sanfte Berührungen in Form von Massagen können die Verdauung unterstützen. Die beruhigenden Handgriffe einer Babymassage wirken entspannend und dienen zudem dazu, Darmbewegungen anzuregen.

Tipp: Unser Verdauungssystem ist für eine aufrechte Haltung ausgelegt. Babys, die vermehrt aufrecht getragen werden, können oft leichter Stuhl absetzen. Manche Babys zeigen auch deutlich durch Unruhe und Schreien an, dass sie Stuhl absetzen möchten, halten den Stuhl aber solange zurück bis eine Windel am Popo ist. Dann können Methoden wie das Abhalten (windelfrei) oder ein schneller Windelwechsel dabei helfen, dass der Stuhlgang ungehindert klappt. Bei länger anhaltenden Stuhlproblemen bitte immer Kinderarzt aufzusuchen!

Häufige Fragen zu Verstopfung bei Babys

Leiden gestillte Babys an Verstopfung? 

Muttermilch wirkt aufgrund der darin enthaltenen Laktose leicht abführend. Verstopfung ist bei voll gestillten Babys deshalb eher selten. Häufiger tritt Verstopfung bei teilgestillten Säuglingen auf oder ab Beginn der Beikost-Einführung.

Dann kann es hilfreich sein, die Anzahl der Stillmahlzeiten zu erhöhen, um die Verdauung zu regulieren. Im HiPP Mein BabyClub tauschen Sie sich mit Eltern zu diesem und vielen weiteren Themen aus.

Welche Hausmittel helfen bei Verstopfung bei Babys?

Geeignete typische Hausmittel gegen Verstopfung bei Babys sind Wärme, sanfte Babymassage und leichte Babygymnastik.

Ab dem Beikostalter können Sie außerdem Trockenfrüchte oder Traubensaft anbieten. Wasserreiche Lebensmittel wie Gurken oder Wassermelonen sowie eine insgesamt ballaststoffreiche Kost lockern den Stuhl auf und erleichtern das Absetzen von Kot.

Muttermilch wirkt natürlicherweise leicht abführend. Sie können also auch die Anzahl der Stillmahlzeiten steigern, während Sie die Beikost-Mahlzeiten für einen kurzen Zeitraum reduzieren. So kann sich Babys Verdauung auf die noch ungewohnte Nahrung besser einstellen.

Wie lange dauert Verstopfung bei Babys an?

Das ist sehr individuell und von Baby zu Baby verschieden. Generell sind Pausen von bis zu fünf Tagen bei mit Milchnahrung ernährten Babys und bis zu zehn Tagen bei gestillten Säuglingen im normalen Rahmen. Setzt ein Baby darüber hinaus keinen Kot ab oder ist es unruhig, hat erkennbar Schmerzen und schreit viel, kann eine Verstopfung vorliegen. Der Kot ist dann hart oder bröckelig.

Ziehen Sie in diesem Falle Ihren Kinderarzt zurate, um die nächsten Schritte zu besprechen.

Wie oft haben Babys Stuhlgang?

Wie häufig ein Baby Stuhlgang hat, ist sehr individuell. Manche Babys entleeren ihren Darm mehrmals täglich, andere nur alle paar Tage. Bei ausschließlich gestillten Säuglingen sind sogar Stuhlpausen von bis zu zehn Tagen möglich, ohne dass dies krankhaft ist. Babys, die Milchnahrung erhalten, haben in der Regel etwas häufigeren und festeren Stuhlgang. Entscheidend ist nicht die Häufigkeit, sondern ob sich Ihr Baby dabei wohlfühlt.

Wie merke ich Verstopfung beim Baby?

Von Verstopfung spricht man, wenn das Baby sehr selten harten oder bröckeligen Stuhl absetzt und sich dabei stark anstrengt oder Schmerzen zeigt. Typische Anzeichen sind starkes Pressen, ein aufgeblähter Bauch, Unruhe oder vermehrtes Schreien. Auch Appetitlosigkeit oder Schlafprobleme können auftreten. Wichtig: Nicht jedes kräftige Drücken bedeutet automatisch Verstopfung – erst das Zusammenspiel aus hartem Stuhl und Beschwerden ist entscheidend. Bei Unsicherheit sollten Sie den Kinderarzt kontaktieren.

Ab wann haben Babys festen Stuhlgang?

In den ersten Lebensmonaten ist der Stuhl von Babys meist weich bis breiig. Festerer Stuhl tritt häufig mit Beginn der Beikost auf, da sich der Darm an neue Nahrungsmittel anpassen muss. Auch Babys, die ausschließlich Milchnahrung erhalten, haben oft etwas festeren Stuhl als gestillte Babys. Solange Ihr Baby dabei keine Schmerzen hat, ist das in der Regel unbedenklich. Mit der Zeit reguliert sich die Verdauung meist von selbst.

Welche Lebensmittel wirken sich bei Babys stopfend aus?

Einige Lebensmittel können den Stuhl fester machen und sollten bei Neigung zu Verstopfung eher sparsam angeboten werden. Dazu zählen vor allem Bananen, geriebener roher Apfel und gekochte Karotten, die häufig zu Beginn der Beikost eingeführt werden. Auch Weißmehlprodukte können stuhlfestigend wirken. Jedes Baby reagiert unterschiedlich – beobachten Sie daher, wie Ihr Kind neue Lebensmittel verträgt. Bei Bedarf reduzieren Sie diese Lebensmittel vorübergehend oder ersetzen sie durch besser verdauliche Alternativen.

Welche Lebensmittel wirken sich bei Babys stuhlauflockernd aus?

Stuhlauflockernd wirken vor allem wasserreiche und ballaststoffhaltige Lebensmittel. Dazu zählen zum Beispiel Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Zucchini, Kürbis oder Wassermelone. Auch Getreidebreie mit höherem Flüssigkeitsanteil können die Verdauung unterstützen. Ab dem Beikostalter ist zudem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig. Diese Lebensmittel helfen dabei, den Stuhl weicher zu machen und das Absetzen zu erleichtern.

Genderhinweis:

Für eine bessere Lesbarkeit verwenden wir bei Personenbezeichnungen meist die männliche Form wie Kinderarzt, Frauenarzt. Wichtig: Wir bringen allen die gleiche Wertschätzung entgegen.

Autoreninfo

Sabrina Sailer ist seit 2010 ehrenamtliche Stillberaterin und ausgebildete Trageberaterin. Sie arbeitet als Werbetexterin und Redakteurin und betreut zusätzlich verschiedene Angebote, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffen.