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Tischmanieren
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Meine Tochter ist jetzt mitlerweile 2,5 Jahre alt und manchmal ein richtiger Wirbelwind. Sie hat ihren eigenen Kopf. Das ist auch ganz gut so, aber wie bekomme ich sie dazu mit Löffel oder Gabel zu essen? Sie isst generell sehr wenig - ihr das Essen weg zu nehmen hat nur zur Folge, dass sie noch dünner wird. Ihren Hunger stillt sie dann mit Milch. Teilweise sogar nachts. Damit komme ich klar, das Problem ist jedoch, dass sie alles mit den Fingern isst. Auch die heiße Suppe.
In der Kita essen selbst die jüngeren Kinder in ihrer Gruppe mit Besteck, nur mein Maus weigert sich. Was zur Folge hat, dass die anderen sich dann auch weigern mit Besteck zu essen, was mich zusätzlich unter Druck setzt...
Gutes Zureden, Schimpfen, Esssen wegnehmen - nichts hilft. Ich sitze immer daneben und esse mit. Ich hab echt alles versucht. Wenn noch jemand eine Idee hat, wäre ich dankbar.
Da ich selber die Erfahrung nicht machen könnte, frug ich mal meine Mutter und siehe da: die Situation kannte sie von mir und meinen Bruder damals.
Bei uns lag es am Besteck, es war nicht interessant genug . Mein Bruder liebte Besteck mit bunten plastikgriff, ich brauchte metall.
Was auch hilft ist, mit dem selben Besteck zu essen.
Hoffe ich konnte dir so etwas helfen
danke für den Tipp.
Ich versuche es jeden Tag mit den unterschiedlichsten Bestecksorten. Mal mit Plastegriff, mal ohne... sie darf auch die großen Löffel von uns haben... sie versteckt sie lieber (setzt sich drauf) als damit zu essen.
In der Kita hat man mir Hoffnung gemacht, dass wenn sie in die Gruppe der Größeren wechselt, die über sie lachen werden, wenn sie dann mit den Fingern ist... wobei ich eher befürchte, dass alle anderen dann mit den Fingern essen werden...
Heute hat sie sich den bunten Babylöffel ihrer Schwester geschnappt und mehrfach versucht den Spinat darauf zu schaufeln... immerhin... obwohl sie dann doch wieder zu den Fingern übergegangen ist...
Freue mich über jeden noch so kleinen Fortschritt.
Naja dafür redet sie für ihr Alter schon unwahrscheinlich gut...
Da sieht man mal wieder: Jedes Kind ist anders...
Nur bitte nicht unbedingt einen McDonalds oder Italiener wählen, wäre wohl eher kontraproduktiv
Alternativ könnt ihr auch mit eurer Tochter reden, schließlich ist sie alt genug gewisse Dinge zu verstehen. Körperlich könnte sie sicherlich mit Besteck essen, sie WILL nur nicht. Habt ihr sie schon mal gefragt, warum sie nicht will? Falls sie an ihrer Marotte festhält, sollte es Konsequenzen geben: dann bekommt sie daheim eben nur Fingerfood (Gemüse lässt sich z.B. mit mit Ei und Semmelbrösel super zu einer Masse verarbeiten, die man als Bratlinge machen kann, ggf. auch incl. Reis, Kartoffeln, etc.), von der Suppe gibt es die festen Teile auf den Teller, die Flüssigkeit in eine Tasse, etc.
Druck aufbauen (du musst mit Besteck essen!) ist vermutlich eher kontraproduktiv. Lass ihr die Marotte, Besteck ist ja da. Je weniger es thematisiert wird, desto eher dürfte es seinen Reiz verlieren den Machtkampf durchzusetzen. Du könntest sie evtl. auch dazu auffordern ihren Platz selbst zu decken, und ihr dabei selbst die Wahl überlassen, ob sie heute Besteck möchte (und wenn ja welches) oder nicht. Versuche mit Gelassenheit zu reagieren. Es ist nur eine Phase, die geht vorbei. Und vielleicht hätte sich ja doch Lust auf einen Besuch im Restaurant
Und zu meiner letzten Überlegung: Hat sie eigentlich schon eine Puppe (oder Lieblingskuscheltier?), die sie als gute Puppenmama doch füttern muss? Fähigkeiten können auch im Spiel erlernt werden.
Hauptsache sie isst überhaupt was.
Das mit dem Gemüsebratling muss ich mal probieren. Vielen lieben Dank für die Tipps.
P.S. Habe mir noch andere Antworten von dir (zu anderen Fragen) durchgelesen und finde die echt gut beantwortet.
Erzwingen lässt sich in der Erziehung ohnehin nichts, denn jedes Kind hat sein eigenes Tempo in der Entwicklung und eben auch seinen eigenen Kopf, wie du täglich merkst.
Deine Tochter ist mitten in der Autonomiephase (negativ auch Trotzphase genannt). Soll heißen, sie wird älter, will vieles selbst machen und lernt sich mit ihrem eigenen Willen kennen. Evtl. ist das mit-den-Händen-essen für sie auch eine Möglichkeit in ihrem weitgehend femdbestimmten Alltag "Macht auszuüben". Wir Eltern tendieren dazu alles bis ins kleinste Detail für unsere Kinder zu entscheiden. Als Babys ist das wichtig, aber wenn die Kleinen langsam größer werden, müssen wir lernen, uns Stück für Stück zurück zu nehmen und den Kindern (altersgemäß!) Entscheidungen zu überlassen (meinen Beitrag dazu in einem anderen Thread hast du vermutlich gelesen). Überlässt du deiner Tochter im Alltag mehr Entscheidungen und beziehst sie mehr mit ein, kann das auch die Situation beim Essen entspannen.
Bedenklich finde ich übrigens den Ansatz "Hauptsache sie isst überhaupt" kombiniert mit "dann trinkt sie halt nachts Milch". Ich weiß, was dich bewegt, denn auch meine Tochter hatte eine Zeit, in der sie ein extrem schlechter Esser war und ihr Wachstum stagnierte. Dennoch schadet die nächtliche Milch (vermutlich in der Flasche?) ihren Zähnen und mindert ihren Hunger tagsüber. Sie ist alt genug um nachts ohne Nahrung auskommen zu können. Nachts zu essen (denn dazu gehört die Milch) stört zudem den Insulinpegel, der nachts runterkommen sollte. Für ihre Entwicklung tust du ihr damit leider nichts gutes.
Nimm deine Tochter mit zum einkaufen, lass sie mit wählen, was sie gerne haben möchte, lass sie beim kochen "helfen" und probiert aus, was ihr schmeckt (in unserer Extremphase hat Wurst geholfen - natürlich kombiniert mit Gemüse und ihren geliebten Nudeln, aber auch die Bratlinge (gerne auch mit Dip) kamen immer gut an).
Einerseits von der Kleinen zu verlangen, dass sie sich bei Tisch nicht wie ein Baby benimmt und andererseits sie nachts wie ein Baby zu behandeln und ihr Milch zu geben, ist nicht gerade stimmig...
Und wenn du die nächtliche Milch weglässt, dann rede bitte vorher mit deiner Tochter darüber, damit sie weiß, warum du das machst und was es stattdessen gibt: nachts nur Wasser, dafür aber zum Mittagessen z.B. Pommes. Sie ist nun groß und braucht das Fläschchen nicht mehr, dafür darf sie aber mit entscheiden, was es zu essen gibt und dabei auch helfen.
Ihre Zähne sind in Ordnung, das hab ich von meiner Zahnärztin und von der aus der Kita.
Noch mal lieben Dank für die Antworten!
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