Baby ist zu schwer und trinkt zuviel

Expertenrat zu Milchnahrung: Wahl der richtigen Milch, Fläschchen-Zubereitung und vieles mehr!

Expertenforum

Nadine_Cassy
19. Nov 2022 17:40
Baby ist zu schwer und trinkt zuviel
Liebes Expertenteam,

Ich habe momentan ein Problem das mich sehr belastet.

Mein Sohn ist 8 Wochen alt und wiegt 6,5 kg. Das Geburtsgewicht lag bei 3290gr und die Grösse bei 53cm. Die momentane Grösse weiss ich nicht.

Er trinkt normalerweise jede zwei Stunden 100ml Pre. Das sind ja 1200ml die er jeden Tag trinkt!
Da er zu aufstossen neigt und auch sehr hektisch trinkt und ihm dabei alles während des Trinkens aus den Mundwinkeln läuft, geben wir ihm in jede Flasche einen halben TL Schmelzflocken. Die Schmelzflocken sind NICHT dazu da um ihn länger zu sättigen sondern nur um das aufstossen zu verhindern.

Jetzt hat meine Hebamme gemeint dass unser kleiner Mann viel zu viel trinkt und viel zu schwer wäre, das Geburtsgewicht sollte sich erst ab ca fünf Monaten verdoppelt haben und nicht schon nach acht Wochen! Wir sollten schauen dass wir die Trinkabstände verlängern oder die Menge verringern… leichter gesagt als getan.
Mein Sohn kündigt es nicht vorher an dass er Hunger hat, sondern er schreit und weint plötzlich vor lauter Hunger und dann muss alles schnell gehen. Also eine Ablenkung durch Schnuller, Spielen etc ist nicht möglich, wurde ausprobiert. Er schreit dann bis sein Kopf feuerrot ist, sein Körper total verschwitzt und Tränen rollen ihm die Wange herunter… kein toller Anblick. Durch die Aufregung kann es auch sein dass er nach dem trinken spuckt.
Da er zum schreien neigt (der von mir gehasste Begriff „Schreibaby“ ist schon ein paar mal gefallen) hat die Hebamme auch gemeint dass ein Besuch bei der Schreiambulanz helfen würde.


Die Kinderärztin hat nur gemeint dass das Gewicht kein Wunder ist wenn er jede zweite Stunde etwas essen will. Jedoch soll ich ihm halt wirklich nur dann die Flasche geben, wenn er Hunger hat und nicht zum trösten. Das mache ich sowieso nicht, langsam aber sicher kann ich das Geschrei auseinander halten ;-)

Das ganze artet langsam in eine Essstörung aus… Ich denke nur noch an sein Gewicht und seine Nahrung.
Liegt es an den Schmelzflocken? Oder ist die Tagesmenge Pre an seinem Gewicht schuld? 1er Nahrung haben wir auch schon ausprobiert, der Abstand bleibt genau gleich aber er kriegt Bauchschmerzen und Blähungen also bleiben wir bei der Pre.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!
HiPP-Elternservice
21. Nov 2022 12:58
Re: Baby ist zu schwer und trinkt zuviel
Liebe „Nadine_Cassey“,

es freut mich, dass Sie wegen der Ernährung Ihres Sohnes bei uns nachfragen.

Grundsätzlich können sich die Gesamtmilchmengen der Säuglinge sehr stark unterscheiden. Es gibt eine Faustregel, die oft passt. Im Durchschnitt trinkt ein Baby innerhalb von 24 Stunden ca. die Menge Milch, die 1/6 seines Körpergewichtes entspricht.

Und es gibt die Aussage, das Baby dürfe auf keinen Fall mehr als 1000 ml Milch in 24h trinken. Diese 1000 ml sind eine ungefähre Menge an der man sich orientieren kann. Es gibt aber auch Babys, die über dieser Mengenempfehlung liegen, und doch ist alles bestens.

Ganz wichtig für Sie zu wissen: das Verhalten Ihres Sohnes hat nichts mit einer sich anbahnenden Essstörung zu tun! Vielmehr muss Ihr Kleiner sich erst einmal in dieser Welt zurechtfinden. Die Verdauung kann ihm zu schaffen machen, da diese erst nach einer Weile richtig anläuft (Stichwort: 3- Monats-Koliken!). Auch möchte das Baby erst einmal einen Trinkrhythmus finden, der zu ihm passt und die Verdauung nicht überlastet. Gerade in den ersten Lebensmonaten ist daher Unruhe und Unzufriedenheit ein stetiger Begleiter.

Lassen Sie uns einmal die Fläschchen näher betrachten. Sie schreiben Ihr Sohn neigt zu hektischem Trinken und Aufstoßen, daher geben Sie etwas Schmelzflocken in jedes Fläschchen. Kam diese Empfehlung von Ihrer Hebamme oder dem Kinderarzt? Falls nicht, lassen Sie ab jetzt die Schmelzflocken bitte unbedingt weg.

Ein Andicken der Milchnahrung ist nur dann nötig, wenn ein Baby ständig nach jeder Mahlzeit so viel an Milch erbricht, dass nicht mehr ausreichend Nahrung im Bäuchlein bleibt um eine ausreichende Versorgung des Kindes zu gewährleisten – und dies ist bei Ihrem Jungen ja Gott sein Dank nicht der Fall!

Bei extremem Spucken kann - nach Rücksprache mit dem Kinderarzt - auf eine Anti-Reflux-Nahrung umgestellt werden, die babygerecht angedickt ist, alle wichtigen Nährstoffe enthält und vom Energiegehalt her einer Anfangsmilch Pre entspricht.

Viele Babys, die leicht zum Spucken neigen, benötigen aber keine AR-Nahrung. Sie kommen auch sehr gut mit einer Anfangsmilch 1 statt der sehr dünnflüssigen Pre zurecht. Der kleine Stärkeanteil in der 1er Nahrung macht es Ihnen leichter, die Milch im Bäuchlein zu halten. Vom Energiegehalt ist zwischen Pre und 1 kaum ein Unterschied, daher kann die 1 bei Bedarf auch schon von Anfang an gefüttert werden.

Haben Sie keine Bedenken, Ihr Junge würde dadurch vermehrt Bauchschmerzen bekommen. Stellen Sie die Milchnahrung fläschchenweise um, kann sich auch das Bäuchlein langsam daran gewöhnen. Natürlich kann es während der Umstellungsphase die ersten Tage einmal zu einer Veränderung der Verdauung kommen – aber das legt sich auch schnell wieder.

Weiterer Vorteil von Anfangsmilch 1 ist auch, dass eine kleinere Menge bereits ausreicht, um das Kind zu sättigen. Das kleine Bäuchlein ist dann nicht immer übervoll mit Pre-Nahrung, und kann sich so besser entspannen. Hat sich das Baby an die Anfangsmilch 1 gewöhnt, stellt sich in der Regel gerade bei sehr hungrigen Babys ein anderer Trinkrhythmus ein.

Sprechen Sie daher bitte noch einmal Ihren Kinderarzt an, welche Nahrung er für Ihren Sohn empfiehlt, und ob eine angedickte Nahrung tatsächlich weiterhin notwendig ist.

Ihr Baby trinkt sehr hektisch – dann überprüfen Sie einmal den Sauger. Ihr Kleiner soll nicht zu schnell trinken, sondern sich schon ein wenig anstrengen müssen. Optimal ist die Saugerlochung dann, wenn die Milchnahrung im Sekundentakt aus dem Loch tropft. Schießt die Milch jedoch in hohem Bogen heraus wenn Sie die Flasche umdrehen, dann versuchen Sie es einmal mit einer kleineren Lochung. Bitte testen Sie dies einmal mit der zubereitetn Nahrung (ohne Schmelzflocken).

Natürlich kann ich aus der Ferne nicht beurteilen, inwieweit der Begriff „Schreibaby“ auf Ihr Kind zutrifft. Auch bin ich keine Ärztin und möchte mir daher keine Meinung anmaßen.

Als Mutter kann ich Sie nur darin bestärken, auf Ihr Bauchgefühl zu hören. Haben Sie das Gefühl, Ihrem Kind geht es nicht gut, dann lassen Sie Hilfe zu. Sei es durch eine Schreiambulanz oder ständigen Austausch mit Ihrer Hebamme oder dem Kinderarzt.

Liebe „Nadine_Cassey“, bitte nehmen Sie einmal allen Druck von sich. Gehen Sie die Mahlzeiten so entspannt wie möglich an. Ich weiß, aus der Ferne sagt sich das sehr leicht, aber versuchen Sie es! Und sind erst einmal die ersten drei Lebensmonate vorbei, kehrt meist automatisch mehr Ruhe im Tagesablauf ein.

Noch ein kleiner Tipp: tauschen Sie sich auch mit anderen Eltern aus, z.B. über unser HiPP Eltern für Eltern Forum. Viele Eltern befinden sich gerade in der gleichen Situation wie Sie – bestimmt erhalten Sie auch dort viele hilfreiche Tipps!

Ich wünsche Ihnen und Ihrem kleinen Sohn alles, alles Gute.

Herzliche Grüße
Ihre HiPP Expertin
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