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Jammer-Thread - Kleinkind (12 M) wird unausstehlich
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Vorneweg muss ich sagen, dass ich meinen Sohn wirklich über alles liebe! Er ist mir mein Wichtigstes und Liebstes - aber im Moment bringt er mich um den Verstand!
Ich habe schon gekuckt, ob ich mich an den einen oder anderen Thread anschließen kann, aber im moment kann ich überall ein Liedchen mitträllern (außer bei schlechte Essverhalten - der Krug ging bisher an mir vorrüber), darum will ich mir den Frust jetzt einfach mal von der Seele schreiben.
Unser Kleiner hat vom 3 Monat bis zum 10 Monat nahezu jede Nacht durchgeschlafen. Ausnahmen waren Impfen und Krankheit, ansonsten waren 10 - 12 Stunden Nachtschlaf die Regel. Tagsüber waren es nochmal zwei Nickerchen á 1,5 Stunden.
Seit Weihnachten mag er aber nicht mehr durchschlafen oder überhaupt einschlafen. Sollten wir das Zimmer verlassen, bevor wir ihn in den Tiefschlaf gekrault haben, geht sofort Gezeter los und man kann wieder von vorn anfangen. Tagsüber dasselbe. Mit Ritual oder ohne, der Kleine kräht aus Leibeskräften.
Seit 3 Wochen schläft er jede Nacht in unserem Bett und wacht dementsprechend jeden Tag vor 6:00 Uhr mit uns auf. Er ist dauernd übermüdet und dementsprechend mies gelaunt.
Tagsüber braucht er meine permanente Anwesenheit. Nicht zum Spielen oder Vorlesen, sondern nur um ihm dabei zuzuschauen. Wehe ich mische mich in sein Spiel ein - dann fliegen Duplosteine, oder was er sonst so in die Finger bekommt.
Der Kleine hat wirklich schönes Spielzeug und in unserem Wohnzimmer auch viel Platz zum Spielen, aber im Moment macht er ausschließlich nur das, was er nicht darf: an der Stereoanlage spielen, den Herd ein- und ausschalten (er hat herausbekommen, wie man unter der Sicherung durchgreifen kann ...), die Spülmaschine ausschalten, Holzspielzeug gegen den Glasschrank werfen oder nach mir ... . Er schlägt mir neuerdings ständig ins Gesicht oder zieht mich wieder an den Haaren. Wenn ich ihn schimpfe findet er das unglaublich lustig und haut gleich nochmal zu.
Wenn ich ihm sage, dass er etwas nicht darf, und ihn von der entsprechenden Sache zu seinem Spielzeug setze, dann wirft/schlägt er wieder nach mir und fängt regelrecht an zu kreischen. Oder er macht ein Spielchen daraus und versucht kichernd immerwieder aufs neue an die verbotenen Stellen heranzukommen. Das Spielchen endet aber schlussendlich auch in Geschossen und Tränen.
Nur wenn ich mit ihm Spazieren gehe (mache ich sowieso täglich) oder zum Babyschwimmen wird er wieder ruhiger und ausgeglichener. Wobei auch die Spaziergänge mitlerweile ein bisschen anstrengend werden, nachdem er keine Lust mehr hat im Kinderwagen zu sitzen, aber Laufen kann er auch noch nicht.
Er ist 1x die Woche bei meiner Mutter, da ist er ein Engel.
Wenn mein Mann am Wochenende zu Hause ist, ist er ein Engel.
Wenn wir Besuch haben, ist er ein Engel.
Und alle sagen immer, wie unglaublich lieb und pflegeleicht unser Kleiner doch ist.
Aber das ist er nicht!
Mir ist mitlerweile auch vollkommen egal, WARUM er gerade so eklig ist. Ob´s die zähne sind, oder dass er vielleicht bald laufen kann, oder eventuell irgendwann doch mal das erste Wort spricht, oder weil irgendwo ein Sack Reis umgefallen ist. Vollkommen wurscht. Für mich stellt sich gerade nur die Frage, wie ich diese schier endlos lange Phase durchstehen soll!
Zur Zeit macht er mich mit seinem Getrotze und Gewüte selbst richtig wütend und ich kann es kaum noch verbergen. Manchmal geh ich ins Schlafzimmer und brülle minutenlang in ein Kissen.
Ich habe folgende Theorie: Mein Mann, der seinen Sohn ebenfalls über alles liebt, will in seiner freien Zeit natürlich jede Minute mit ihm verbringen. D. h. der Kleine hat 2,5 Tage 100% Aufmerksamkeit. Bei jedem kleinen Anflug von Unmut wird er sofort getragen oder mir in den Arm gedrückt.
Bei Oma und Opa oder wenn wir Gäste haben, steht er auch die ganze Zeit im Mittelpunkt.
Wenn ich aber mit ihm allein bin, geht das eben nicht immer. Wir haben sicherlich auch Zeiten, wo ich mich nur ihm widme, aber ich habe auch einen Haushalt, muss Essen kochen, etc. Und das macht ihn wütend. Und dann schreit er richtig laut und kann sich selbst auch nicht mehr beruhigen.
Ich habe schon versucht in mehreren Expertenforen irgendeinen vernünftigen Ratschlag zu erhalten, auch den Kinderarzt habe ich auf die Problematik angesprochen.
Aber außer Virbucol und "gib ihm alle Nähe die er braucht" oder "lass ihn einfach mal schreien" hat es leider nichts geholfen. Ich fühle mich ehrlich gesagt auch nicht ganz ernst genommen.
Das mein Sohn so extrem wütend wird und sich nicht von allein beruhigen kann, sehe ich persönlich nämlich schon als ein Problem, dass nicht allein durch kuscheln behoben werden kann. Und wir schmusen viel mit dem Kleinen!
Jeder spricht nur von einer Phase.
Die dauert aber schon über zwei Monate und der Kleine ist erst 12 Monate! Die aktuelle "Phase" nimmt also bereits 1/6 seines Lebens ein und ist ja auch nicht die erste und wird vermutlich nicht die letzte sein, bisher aber mit Abstand die Längste.
Was die Sache noch zusätzlich ein bisschen verkompliziert ist die Tatsache, dass unsere Wohnung extrem hellhörig ist. Das bedeutet, dass wirklich jeder hier im Haus dieses Drama mitbekommt. Neulich ist schon eine Nachbarin extra aus der Wohnung gekommen und hat sich nach seinem Wohlbefinden erkundigt, als wir vor dem Aufzug standen. Das war mir sehr unangenehem.
Hier wird unglaublich viel getrascht und ich bin mir sicher, dass ich vermutlich jetzt schon als überforderte und unfähige Mutter gelte. Obwohl ich mich selbst weder als das eine oder andere empfinde. Ich bin gerade nur etwas ratlos.
Hinzu kommt, dass wir noch dieses Jahr ein zweites Baby bekommen. Ich freue mich riesig darüber und wir wollten das ja auch - aber an Tagen wie heute bin ich mir wirklich nicht sicher, ob das mit zwei kleinen Schreihälsen wirklich schaffe.
Ich weiß, ich werde es schaffen, aber trotz allem ist mir nicht klar wie.
So. Mir ist klar, dass mir im Moment keiner helfen kann, aber das musste mal gesagt werden. Nachdem außer mir keiner meinen Kleinen so erlebt, stoße ich meistens auf Unverständnis oder Achselzucken mit "Ja ist halt so - da musst jetzt durch". Toller Ratschlag!
Jetzt ist das mal raus und mir gehts wieder besser!
Tschakka - ich bereite uns jetzt mal aufs babyschwimmen vor!
Liebe Grüße
claudia2607
Natürlich lieben wir unsere Kinder über alles auf dieser Welt, gar keine Frage aber wir sind auch nur Menschen und es ist völlig i.O. mal fix und fertig zu sein. Meine spielt übrigens auch nur wenn ich daneben sitze und wehe ich bewege mich nur 1 cm .... Bekommt sie nicht was sie will oder es wird Nein gesagt wirft sie sich auf den Boden und fängt an zu weinen (natürlich ohne Tränen)
Was soll ich sagen, wir müssen konsequent bleiben und da durch .... mein Kind ist sehr lebhaft, sie muss alles anfassen, alles ausprobieren, will nur allein laufen und wehe ich geb ihr die Hand. Ich schwitze mir immer einen ab und dann wenn man sich mal beschwert weil man fix und fertig ist sagen andere :" ach du hast doch nur ein Kind wird doch nicht so schlimm sein" da könnt ich ausflippen ....
Meine hat übrigens nur an wenigen Tagen bis dato komplett durchgeschlafen, also gehts dir in der Hinsicht besser
Schläge bekomme ich übrigens auch *LOL* ins Gesicht mit den Füßen in die Brust etc. ach wie schön zu lesen das es nicht nur mir so geht *LOL*
Ich sage immer, das sind kleine Schauspieler, wenn andere dabei sind, sind sie die liebsten Kinder sobald nur Mama da ist geht´s richtig rund.... Oh ja du sprichst mir aus der Seele, ich mache gerade exakt das selbe durch.
ich glaube aber in der Tat, dass das eine Phase ist, bei uns geht das seit 2 Monaten so, ganz extrem ist es seit 4 Wochen.
Das Geplapper der Nachbarn kenne ich übrigens auch. Ich habe vor kurzem meinen Ton erhöht als sie mir ins Gesicht geschlagen hat da kam auch ein Nachbar und fragte ob alles okay sei, ich stand völlig fertig da und hatte danach noch Schuldgefühle. Hab geheult wie ne bekloppte, aber das versteht kein Mensch der das nicht durchmacht oder andere reden einfach nicht drüber.... Ich höre immer wieder nur" ach komm schon andere haben 3 Kinder und kommen klar du hast nur ein" *grrrrrr* da wird mir ganz schlecht wenn ich das höre. Ich komme auch zu nichts mehr, kochen ist eine Herausforderung geworden weil sie ständig an meinem Bein klebt ich muss sie hoch nehmen mit einer Hand arbeiten etc. Meine schläft aber derzeit ganz gut, bis auf dass das sie nachts nochmal wach wird. Sie ist nur soooo furchtbar anstregend derzeit. Durchhalten
LG
LG
Wir müssten einfach durchhalten.
Ich möchte wirklich allen Mut machen sich auf ihr Kind einzulassen. Die Kleinen kennen ihre Gefühle noch nicht, müssen sie erst entdecken und lernen damit umzugehen. Sie ahnen nicht dass es Mama so weh tut wenn sie hauen (und ich meine damit nicht den körperlichen Schmerz!). Als Mutter bzw. Bezugsperson ist es immer wichtig konsequent zu bleiben. Auch wenn zum xsten Mal am Kabel gezogen wird oder ähnliches. Ein Nein muss ein Nein bleiben, sonst ist das Kind noch verunsicherter und landet in einer Negativ-Spirale.
Mit dem Gebrüll drücken sie aus was wir in Worte fassen, nämlich : Ich bin sauer, enttäuscht, wütend, genervt ... und so weiter. Helfen kann man in dem man dem Kind Raum für seine Gefühle einräumt, sie anspricht und benennt. So wie ihr schreibt ihr wollt nicht schon wieder hören 'da musst du durch' weil es sich anfühlt als würde man nicht ernstgenommen. Dagegen gibt ein 'Du bist wütend, das verstehe ich, aber an dem Kabel wird nicht gezogen' dem Kind das gute Gefühl verstanden zu werden.
Ich verstehe diese Hilfslosigkeit in solchen Situationen nur zu gut, am liebsten möchte man rausrennen und schreien oder oder oder. Gut so! Denn es ist wichtig dass das Kind merkt dass auch Mama Gefühle hat. Und dazu gehört auch dass man mal laut wird. Prima, wenn man hinterher in Ruhe zu dem Kind sagen kann dass man gerade total wütend gewesen ist.
Letzlich ist es aber wirklich so dass man da durch muss und wenn man keine Unterstützung hat ist es wirklich hammerhart, aber es lohnt sich konsequent und liebevoll im Dialog mit seinem Kind zu bleiben, denn so verstehen sie eher was mit ihnen passiert und können dann auch besser damit umgehen.
Und wenn Mama vor Wut platzt ist es völlig legitim zu sagen dass man gerade supersauer ist und jetzt lieber einen Moment alleine sein möchte. Zimmerwechsel, durchschnaufen, Kraft tanken, weitermachen.
Mama-Sein ist eine riesige Aufgabe und ich bin mir sehr sicher dass ihr alle die tollsten Mamas für eure Kinder seit. Wichtig ist nicht keine Fehler zu machen, wichtig ist autentisch zu bleiben und vorzuleben wie man mit Konflikten umgeht. Kinder ahmen uns nach. Sie lernen von uns wie Leben funktioniert.
Ein schlechtes Gewissen braucht man deswegen nicht zu haben, wir alle sind nur Mamas, zwar die Super-Moms unserer Kinder, aber eben nicht perfekt und schon gar nicht übermenschlich belastbar.
Ich wünsche allen Mamis mehr Gelassenheit und Kraft.
-und vielleicht eine gute Freundin, eine Oma, eine Nachbarin oder oder oder die im Notfall einspringt und der Mama mal eine Stunde für einen Kaffee in Ruhe ermöglicht.-
Liebe Grüße
Schneckenpups
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