Entwicklungs-Kalender

Baby im 1. Monat – Alles über die ersten vier Wochen

Die Geburt ist vorbei, Ihr Baby ist auf der Welt und hoffentlich gesund und munter? Nun erleben Sie den ersten gemeinsamen Monat nach der Schwangerschaft. Diese besondere Zeit sollten Sie zum ausgiebigen Babyflittern nutzen. Auch wenn in den ersten Tagen noch vieles ungewohnt ist: Gemeinsam mit Ihrem Kind werden Sie langsam in die neue Rolle hineinwachsen.

Wenn Sie Unterstützung durch Familie oder durch Freunde erhalten können – nehmen Sie diese dankend an! Lassen Sie sich umsorgen, wünschen Sie sich statt des 20. Babystramplers einen Topf Suppe oder tauschen Sie „1-mal Baby halten“ gegen Hilfe im Haushalt ein.

Entwicklung des Babys

Alles ist neu. Geräusche dringen nun ungefiltert ans Ohr Ihres kleinen Wunders. Das Licht ist grell und die Temperatur scheußlich kalt. Außerdem ist es laut und die Kleidung reibt noch ungewohnt an der zarten Babyhaut.

Neugeborene Babys erleben nach der Geburt sehr eindrücklich, wie die Welt „da draußen“ wirklich ist – mit allem was dazu gehört. Dabei war schon die Geburt ein echtes Erlebnis! Nun rumpelt es im Bauch, weil die Verdauung eingesetzt hat. Die Stimmen von Mama und Papa sind vertraut und doch anders, denn nun werden Sie nicht länger durchs Fruchtwasser gedämpft. Die Helligkeit kann in den Augen schmerzen, viele fremde Gerüche müssen verarbeitet werden.

Wenn Ihr Baby anfangs viel schläft, dient dies vor allem seinem Selbstschutz: Im Schlaf werden alle neuen Eindrücke verarbeitet. Die meisten Neugeborenen sind deshalb in den ersten ein bis zwei Wochen schläfrig und haben einen sehr hohen Ruhebedarf. Der vorgeburtliche Schlafrhythmus, von kurzen Wachphasen mit zwei- bis vierstündigen Schlafpausen, wird oft noch für einige Zeit beibehalten.

Der individuelle Schlafbedarf ist dabei von Baby zu Baby verschieden. In der Regel sind es zwischen 14 bis 18 Stunden pro Tag, die Neugeborene anfangs benötigen. Einige kommen auch mit deutlich weniger aus, andere scheinen fast rund um die Uhr zu schlafen und müssen selbst zum Stillen oder Füttern geweckt werden.

Bindung zum Baby aufbauen

In den ersten Wochen nach der Geburt ist alles auf die Entwicklung des Bondings (=Bindung) ausgelegt. Deshalb riecht Ihr Neugeborenes auch so wundervoll und Sie können es kaum lassen, seine zarte Haut zu streicheln. Dabei spielt das Liebes- und Kuschelhormon Oxytocin eine immense Rolle – übrigens auch beim Papa.

Glücklicherweise wird in den meisten Geburtskliniken heute auf einen möglichst ungestörten Bindungsaufbau Wert gelegt. Wahrscheinlich konnten also auch Sie Ihr nacktes Neugeborenes direkt nach der Geburt auf Ihre Brust legen? War das nicht ein atemberaubendes Wunder, plötzlich live zu sehen, wer genau da unter Ihrem Herzen herangewachsen ist? Auch bei einem Kaiserschnitt wird auf den wichtigen Haut-zu-Haut-Kontakt nicht verzichtet: Wenn es nicht gleich nach der OP auf Mamas Brust kann, wird das Neugeborene baldmöglichst dem glücklichen Papa übergeben, der so die gleiche intensive erste Nähe erlebt wie Sie als Mutter.

Wenn die Geburt schwierig war oder der Säugling noch medizinisch überwacht werden muss, kann es vorkommen, dass die frühe Bindungsphase unterbrochen wurde. Glücklicherweise lässt sich das Bindungserlebnis der ersten Stunden nach der Geburt später noch nachholen, z.B. durch ein Bonding-Bad.

Manche Mütter geben ihr Baby nur ungern her, weder an die Kinderärztin für eine Untersuchung, noch an Familienangehörige – Papa inklusive! Letzterer sollte aber in dieser ersten Zeit auch unbedingt die Chance haben, sein Kind intensiv kennenzulernen und ausgiebig zu kuscheln.

Bindungsfördernd ist außerdem:

  • Hautkontakt, am besten auf Mamas und Papas nackter Brust oder Bauch
  • Blickkontakt, insbesondere beim Füttern und bei der Babypflege
  • Stillen bzw. bindungsförderndes Füttern von Milchnahrung
  • angemessene und zeitnahe Reaktionen auf Bedürfnisse wie Hunger, Durst, Nähe, Kälte, Wärme etc.
  • gemeinsames (sicheres) Schlafen

Abgesehen vom direkten Stillen kann jeder andere Punkt sowohl von der Mama als auch vom Papa übernommen werden. Wenn Sie sich als Papa also gerade jetzt etwas überflüssig vorkommen sollten, weil Ihre Frau stillt: Schlafenlegen, Tragen, Kuscheln, Wickeln sowie Waschen, Baden und Pflegen warten auch auf Ihr Engagement. Damit binden Sie Ihr Baby genauso intensiv an sich, wie es Ihrer Frau über das Stillen möglich ist. Kein Grund zur Eifersucht also!

Körperliche Veränderungen Ihres Babys

Durchschnittlich sollte Ihr Baby in den ersten zwei Monaten zwischen 170 g und 330 g pro Woche zunehmen. Dabei ist die Gewichtszunahme von Faktoren wie dem Geburtsgewicht, der verabreichten Nahrung, der erblich bedingten Anlage, dem Fütterrhythmus etc. abhängig.

Bitte fragen Sie bei Sorgen rund um die Gewichtszunahme Ihre Hebamme oder eine Still- und Laktationsberaterin; sie helfen Ihnen hier gerne weiter. Auch Ihre Kinderärztin ist eine wichtige Ansprechpartnerin.

Meilensteine

Lebenstage/Wochen Gewicht & körperliche Veränderungen
Tag 1-3 nach der Geburt Gewicht fällt direkt nach der Geburt um bis zu 10 Prozent des Geburtsgewichts ab; Mekonium (Kindspech, 1. Stuhlgang) wird ausgeschieden
Tag 3-10 nach der Geburt Nabelschnurrest sollte abfallen, Nabelgrund verheilt
Tag 10-14 nach der Geburt Geburtsgewicht sollte langsam wieder erreicht sein
3. Lebenswoche Geburtsgewicht soll spätestens jetzt wieder erreicht sein
im ersten Monat circa 3,5 Zentimeter Längenwachstum; circa 1 Zentimeter Wachstum des Kopfumfangs; Gewichtszunahme zwischen 80 und 300 Gramm/Woche

Wichtig: Säuglinge haben ein individuelles und vor allem unterschiedliches Entwicklungstempo. Alle Angaben sind Durchschnittswerte! 

Hinweis: Anfänglich kann Ihr Baby nur gut 20 bis 25 Zentimeter weit scharf sehen. Das ist genau der Abstand zwischen den Gesichtern von Mama oder Papa, wenn sie sich ihrem Kind zuwenden, um Blickkontakt mit ihm aufzunehmen. Weiter entfernte Objekte oder Menschen kann es nur unscharf erkennen. Viel wichtiger als Dinge zu sehen, sind für Ihr Baby zu Beginn jedoch der Geruch Ihrer Haut sowie der Klang und die Melodie Ihrer Stimme - auch wenn Worte noch keine große Bedeutung haben.

Emotionale und motorische Veränderungen Ihres Babys

Nähe und Geborgenheit sind die beiden Konstanten, die Ihr Neugeborenes im ersten Lebensmonat am meisten benötigt, um sich gut zu entwickeln. Anfangs wird es sich vor allem höher klingenden, vertrauten Stimmen zuwenden. Alles, was einem Gesicht ähnelt, wird gern betrachtet und erhält die Aufmerksamkeit Ihres Babys.

  • Neugeborene zeigen ihr „Engelslächeln“ unwillkürlich, meist im Schlaf, seltener im wachen Zustand.
  • Äußere Reize (Stimmen, Musik, Gesichter etc.) müssen anhaltend sein, damit das Baby die Reize verarbeiten und darauf reagieren kann.
  • Äußere Reize können bewusst ausgeblendet werden, insbesondere im Schlaf.
  • Ausgeprägte Reflexe bestimmen die Handlungen:

    • Suchreflex: Wird die Wange des Neugeborenen berührt, wendet es den Kopf in diese Richtung, öffnet den Mund und sucht nach der Brust.
    • Saugreflex: Mamille (=Brustwarze) beziehungsweise Sauger mit den Lippen umfassen und saugen.
    • Moro-Reflex: Der Klammerreflex ist ein Überbleibsel unserer Evolution, der vermutlich ursprünglich dazu diente, dass das Kind sich (ähnlich dem Tierverhalten) in Gefahrsituationen am Körper der Mutter fixiert.
    • Greifreflex: Berühren Sie die Handinnenflächen, greift das Baby fest zu.
    • Schreitreflex: Aufrecht gehaltene Babys „schreiten“ los, sobald sie feste Flächen unter den Füßen verspüren.

Nach anstrengenden Tagen mit viel Besuch oder nach einem Kinderarzttermin, wird Ihr Baby vielleicht besonders viel Schreien. Schreien ist in diesem Fall oft eine Form der Reizverarbeitung, die Sie am besten liebevoll begleiten. Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung, halten Sie Ihr Baby ganz nah und trösten Sie es liebevoll mit sanften Worten. Erst nach und nach wird Ihr Baby die Fähigkeit entwickeln, Außenreize auf andere Art und Weise zu verarbeiten.

Baby spielerisch fördern

Im ersten Monat steht die Eingewöhnung in der Welt an – das ist Förderung genug für Ihr Baby und für Sie. Um den Gleichgewichtssinn, seine motorische Entwicklung und die Gewöhnung an die vielen sensorischen Reize zu unterstützen, sollten Sie Ihr Baby viel tragen.

In einem Tragetuch oder einer Tragehilfe haben Sie gleichzeitig beide Hände frei, während Ihr Baby Sie, dicht geschmiegt an Ihren Körper, begleitet.

Keine Lust auf Tragetuch oder Tragehilfe? Es geht natürlich auch ohne. Halten Sie Ihr Baby aufrecht gegen Ihre Schulter gelehnt und möglichst dicht an Ihrem Körper. Ihr Baby kann Sie auf diese Weise stets spüren, riechen und sehen.

Babys Ernährung

Das Thema Ernährung ist für Eltern besonders wichtig: Sie möchten nichts falsch machen und ihrem Kind die beste Ernährung bieten. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt, was Auswahl und Varianten angeht. Selbst beim Stillen gibt es keine einheitlichen Empfehlungen. Ein strukturierter Ernährungsplan kann unsicheren Eltern viel Sicherheit bieten.

Unabhängig davon, womit Sie Ihr Baby füttern, sind folgende Punkte wichtig:

  1. Füttern Sie möglichst immer im engen Körperkontakt bei dem Ihr Baby mit dem Oberkörper leicht erhöht in Ihrer Armbeuge liegt, beziehungsweise gut gestützt wird.
  2. Halten Sie Blickkontakt, insbesondere in den ersten Lebensmonaten.
  3. Achten Sie auf eine bequeme und ergonomische Position für sich selbst, in der Sie sich anlehnen, die Beine ausstrecken können und die Arme gut abgestützt sind.
  4. Bleiben Sie entspannt und gehen Sie es beim Stillen oder Fläschchengeben langsam an. Ihr Neugeborenes braucht anfangs ein wenig mehr Zeit. Das ändert sich im Laufe der Zeit. Gerade in den ersten Wochen ist es zudem sehr wichtig, dass Ihr Baby außer seinem Hunger auch sein Saug- und Nähebedürfnis ausreichend stillen kann.

Wie oft stillen?

Anfangs wird oft in der Wiegehaltung gestillt, nachts kann das Stillen im Liegen am einfachsten sein. Beim Stillen gilt: Im Allgemeinen trinkt ein Baby so viel, wie es tatsächlich braucht. Im ersten Lebensmonat werden Sie Ihr Baby erfahrungsgemäß recht häufig stillen. Das kurbelt auch gut die Milchbildung an. Mehrere nasse Windeln pro Tag zeigen zudem, dass Ihr Baby bestens mit Muttermilch versorgt ist.

Unser Trinkmengenrechner hilft Ihnen dabei, die richtige Nahrungsmenge zu bestimmen.

In aller Kürze: Ihre Hebamme oder eine ausgebildete Stillberaterin stehen Ihnen bei allen Stillfragen bei. Lassen Sie sich besonders zu Beginn kompetent unterstützen, denn ein gutes Stillmanagement gibt Ihnen Sicherheit und Vertrauen in Ihren eigenen Körper.

Zwiemilchernährung

Manchmal ist oder wird es aus medizinischen Gründen nötig, ein Baby zuzufüttern. Die individuelle Trinkmenge kann sehr unterschiedlich sein. Sprechen Sie dazu auch gerne mit der Hebamme oder dem Kinderarzt. Viele stillende Mamas haben Bedenken, dass das Stillen in der Brust-Flasche-Kombination dann rasch zum Abstillen führt. Doch das muss nicht so sein! Ihre Hebamme oder Stillberaterin stehen Ihnen auch hier unterstützend zur Seite und geben Ihnen Tipps, wie eine vorübergehende Zwiemilchernährung gut gelingen kann.

Milchnahrung

Wenn Sie sich entscheiden, nicht zu stillen, bekommt Ihr Baby Milchnahrung per Flasche. Ist Ihr Baby allergiegefährdet, ist eine HA-Nahrung empfehlenswert. Auch hier gilt wie beim Stillen: Füttern Sie ganz nach Bedarf Ihres Babys.

Folgende Anzeichen könnten auf Hunger hinweisen:

  • Es dreht sein Köpfchen hin und her.
  • Es runzelt die Stirn.
  • Es macht schnelle Augenbewegungen, vor allem im Halbschlaf.
  • Es leckt seine Lippen.
  • Es macht Saugbewegungen und Geräusche.
  • Es streckt seine Zunge vor.
  • Es hat die Hand am Mund.

Die Gesamttrinkmenge ist abhängig vom Alter Ihres Babys und seinem Gewicht. Wir haben viele hilfreiche Tipps und Hinweise für die Zubereitung und das Füttern von Milchnahrung für Sie zusammengestellt.

Besuch beim Kinderarzt

Für Neugeborene und Kinder bis zum 14. Lebensjahr gibt es zehn verpflichtende, kostenlose Früherkennungsuntersuchungen beim Kinder- und Jugendarzt. Bei diesen "U"- Untersuchungen (U1 bis U9 sowie J1) werden der allgemeine Gesundheitszustand und die altersgemäße Entwicklung Ihres Kindes regelmäßig ärztlich überprüft. So können mögliche Probleme oder Auffälligkeiten frühzeitig erkannt und behandelt werden. Erfahren Sie mehr rund um die Gesundheit und Entwicklung Ihres Babys.

Die U1 erfolgt direkt nach der Geburt. Die Hebamme oder der anwesende Arzt werden einige kurze Tests durchführen. Diese erste Untersuchung sollte möglichst kurz sein, damit das Neugeborene schnell zurück zu Mama oder Papa kann. Mit einigen Tröpfchen Blut aus der Ferse Ihres Kindes wird zwischen dem 2. und 3. Lebenstag nach angeborenen Stoffwechseldefekten Ihres Kindes gefahndet. Den kurzen Pieks für dieses Neugeborenen-Screening in die Fußsohle, hat Ihr Baby schnell verkraftet. Sind alle Testergebnisse unauffällig, erhalten Sie keine weitere Rückmeldung dazu. In diesem Fall sind keine Nachrichten also gute Nachrichten!

Die U1 am ersten Lebenstag umfasst:

  • Kontrolle von Hautfarbe, Atmung, Muskeltätigkeit, Herzschlag und Reflexen
  • Screening auf kritische angeborene Herzfehler (Ultraschall)
  • Screening zur Früherkennung angeborener Stoffwechseldefekte und endokriner Störungen sowie Mukoviszidose (Bluttest)
  • Hörscreening zur Erkennung beidseitiger Hörstörungen ab einem Hörverlust von 35 dB

Wenn Sie Ihr Baby daheim oder in einem Geburtshaus zur Welt gebracht haben, erfolgt das Neugeborenen-Hörscreening meist extern beim Kinderarzt. Ihre Hebamme wird Sie wahrscheinlich daran erinnern und Ihnen, falls nötig, auch eine geeignete Kinderarztpraxis empfehlen.

Die U2 zwischen dem 3. und dem 10. Lebenstag wird oft noch direkt im Krankenhaus vorgenommen. Wenn Sie möglichst schnell nach Hause möchten, nicht im Krankenhaus geboren haben oder Ihren Kinderarzt bereits gefunden haben, können Sie die Untersuchung auch außerhalb der Klinik vornehmen lassen.

Die U2 umfasst:

  • Untersuchung von Organen
  • Sinnen
  • Reflexen
  • Gewichtsdokumentation 

Diese Untersuchung dauert dementsprechend nicht sehr lange.

Erst die U3, zwischen der 4. und 5. Lebenswoche, wird dann wieder etwas umfangreicher sein.

Die U3 umfasst:

  • Prüfung der altersgemäßen Entwicklung der Reflexe, der Motorik und der Reaktionen
  • Gewichtsdokumentation
  • Untersuchung der Organe und der Hüften
  • Abfrage des Trinkverhaltens

Die einzelnen Untersuchungen sind in der Regel mit zeitlichem Spielraum gelegt. Das heißt, wenn Sie die U2 erst zum Ende des angedachten Zeitrahmens gelegt haben, wird meist auch die U3 eher in der 5. als in der 4. Woche stattfinden.

Tipp: Vereinbaren Sie alle Untersuchungstermine am besten vorab mit Ihrem Kinderarzt. Dann müssen Sie im Alltag nicht alle paar Wochen an die einzelnen Zeitfenster denken.

Die erste Impfung gegen Rotaviren steht ab der 6. Lebenswoche, also im 2. Babymonat an. Zum Zeitpunkt der U3 werden Sie meist von der Kinderärztin auf diese Impfung angesprochen. Es ist also sinnvoll, sich bis dahin schon mit dem Thema befasst zu haben.

In aller Kürze: Ihre Kinderärztin berät Sie auf Wunsch umfassend zu möglichen Impfungen und allen weiteren Vorsorgeuntersuchungen.

So geht es Mama und Papa

Manche Eltern halten mit dem eigenen Baby zum ersten Mal überhaupt einen Säugling im Arm. So winzig und zerbrechlich er zu sein scheint, so zart ist er auch. Wenn Sie anfangs in der Klinik Ihr Baby noch ganz vorsichtig anheben oder beim ersten Waschen daheim lieber erst einmal auf die Hebamme warten möchten, ist das völlig normal. Im Laufe der ersten Tage und Wochen werden Sie aber immer mehr Sicherheit im Umgang mit Ihrem Kleinen gewinnen.

„Übung macht den Meister“ ist da ein guter Leitsatz. Jedes Baby bringt von Geburt an seine eigene, individuelle Persönlichkeit mit. Auch wenn Sie bereits erfahrene Eltern sind, wird Sie das Nesthäkchen Ihrer Familie wahrscheinlich trotzdem überraschen, weil es völlig anders reagiert als die anderen Kinder zuvor. Deshalb ist bei jedem Kind alles erst einmal neu.

Geburtsverarbeitung

Was eine „gute Geburt“ ausmacht, wird von Frauen sehr unterschiedlich erlebt. Vielleicht haben Sie sich im Vorfeld eine interventionsfreie Geburt gewünscht und so war es dann auch. Vielleicht war klar, dass der geplante Kaiserschnitt unter Teilnarkose stattfinden soll, damit Sie Ihr Baby sofort in den Arm nehmen können – aber Ihr Wunsch konnte leider nicht erfüllt werden?

Nehmen Sie sich alle Zeit der Welt, um die Geburt als einschneidendes Erlebnis zu verarbeiten. Auch wenn Sie das Gefühl haben, möglichst schnell funktionieren zu müssen, insbesondere, wenn bereits Geschwisterkinder vorhanden sind: Überstürzen Sie nichts.

In aller Kürze: Ihre Hebamme, Ihre Frauenärztin, aber auch eine geschulte Doula oder Freundin mit Geburtserfahrung sind gute Partnerinnen für intime Gespräche um das eigene Geburtsgeschehen. Am besten machen Sie vorab klar, was Sie sich vom Gegenüber wünschen: liebevolle Anteilnahme, konstruktive Hilfe zur Bewältigung oder einfach nur ein offenes Ohr.

Empfinden Sie Ihre Gefühle nach der Geburt, trotz des süßen Nachwuchses, eher schattig als sonnig? Das ist vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt aufgrund der sich verändernden Hormonlage normal. Mehr als die Hälfte aller Mütter erleben dieses Stimmungstief in den ersten Tagen nach der Geburt - was auch Babyblues genannt wird. Sie sind dann sehr verletzlich, erleben starke Stimmungsschwankungen und fühlen sich insgesamt nah am Wasser gebaut. Nach einigen Tagen bessert sich der Zustand meist von allein wieder, doch können sich in wenigen Fällen auch ernste seelische Erkrankungen daraus entwickeln, wie eine postpartale Depression. Wenn Sie also aus dem Tief nicht mehr herausfinden, sollten Sie sich unbedingt professionelle Hilfe suchen.

Wochenbett

40 Tage oder sechs bis acht Wochen dauert die Zeit des Wochenbetts, in der Sie sich von der Geburt erholen und sich auf Ihre neue Situation einstellen können. Für manch aktive und selbstbestimmte Frau scheint dies eine echte Herausforderung zu sein. Sie sollten diese wichtige Phase des Umbruchs und des Staunens, in der Sie sich zurückziehen können, ohne krank zu sein, jedoch unbedingt in Ruhe genießen.

Auch Ihre Hebamme wird Sie bitten, sich noch zu schonen. Aus guten Gründen:

  • Sehnen und Bänder sind weiterhin noch weicher als vor der Schwangerschaft, Überbeanspruchung kann sie schädigen.
  • Ihr Beckenboden ist noch stark beansprucht und muss sich ganz langsam zurückbilden.
  • Ihre Gebärmutter ist dabei, sich zurückzubilden.

Gleichzeitig ist das Wochenbett dazu gedacht, sich mit dem neuen Leben als Elternteil zurechtzufinden. Stillen oder Fläschchen zubereiten, Wickeln, das Baby in den Schlaf wiegen und gemeinsames Kuscheln stärken das magische Band (Bonding) zwischen Ihrem Baby und Ihnen als Eltern sowie als Paar.

Tipp: Während der Zeit des Wochenbetts müssen Sie natürlich nicht nur im Bett bleiben. Lassen Sie sich vom frischgebackenen Papa gemütliche Kuschelecken zur Entspannung vorbereiten, zwischen denen Sie wechseln können. Weiche Kissen, etwas zu trinken und zu knabbern sowie Lesestoff oder entspannende Musik sind die beste Grundausstattung.

Die besten Tipps für den ersten Babymonat

Der erste Monat mit einem Neugeborenen ist meist sooo aufregend. Frischgebackene Eltern spüren, dass ihr Leben nun völlig umgekrempelt wird. Nichts ist mehr, wie es war. Und doch wünschen sie sich, diese Zeit möge niemals enden. Damit Sie Ihre Kräfte möglichst auf Ihr Baby konzentrieren können, haben wir diese Tipps für Sie:

  • Pflegen Sie das Wochenbett mit allem was dazu gehört.
  • Dosieren Sie Besuchszeiten so, wie es für Sie und Ihre Familie gut passt.
  • Lassen Sie sich bekochen – von der Familie, von Freunden oder nutzen Sie Lieferservices.
  • Schlafen Sie, wann immer Sie können.
  • Legen Sie ein Babyfotoalbum an und notieren Sie Babys erste Meilensteine der Entwicklung.

Wichtige Fragen zum 1. Babymonat

Was kann ein Baby mit 1 Monat?

Als Neugeborenes findet sich Ihr Baby gerade erst in der Welt zurecht. Abgesehen von der instinktiven Reaktion auf äußere Reize, wie Helligkeit, Dunkelheit, Geräusche oder Körperkontakt, kann es sich nur reflexartig bewegen. Seine Bedürfnisse nach Nähe, Nahrung oder Wärme bringt es über unwillkürliche Bewegungen und Lautäußerungen zum Ausdruck. Sein Schlafbedürfnis überwiegt meist noch das Interesse daran, die Welt zu erkunden. Gegen Ende des ersten Lebensmonats wird es jedoch schon in Bauchlage sein Kinn für einige Sekunden von der Unterlage abheben können, weil es, z.B. durch etwas Spannendes in seinem Blickfeld, neugierig geworden ist.

Wie viel schläft ein 1 Monat altes Baby?

Der Schlaf-Wach-Rhythmus neugeborener Babys entspricht oft noch einige Zeit dem der Schwangerschaft. Zwischen kurzen Wachphasen schlafen sie zwischen zwei bis vier Stunden. An einem Tag können so zwischen 12 und 18 Stunden Schlaf zusammenkommen. Mit zunehmendem Alter des Babys reduziert sich der Schlafbedarf aber deutlich.

Der tatsächliche Schlafrhythmus ist allerdings sehr individuell. Einige Babys schlafen deutlich weniger als andere. Wie unterschiedlich das Schlafbedürfnis ist, zeigt sich im Austausch mit anderen Eltern. Im HiPP Mein BabyClub bietet sich die Gelegenheit dazu.

Was ist die richtige Trinkmenge für ein Neugeborenes?

In den ersten Lebenstagen ist der Magen eines Neugeborenen kaum so groß wie eine Kirsche, wächst aber binnen einer Woche auf die ungefähre Größe eines Hühnereis heran. Entsprechend gering ist die benötigte Trinkmenge in den allerersten Lebenstagen, die sich langsam steigert.

Um die Trinkmenge eines voll gestillten Säuglings zu berechnen, kann die Formel verwendet werden: Gewicht des Babys in Kilogramm x 150 ml.

Bei Frühchen, Mehrlingen oder bei besonderen medizinischen Indikationen kann die Trinkmenge schwanken. Bitte besprechen Sie die Details mit Ihrer Hebamme oder dem Kinderarzt.

Erkennt mein Neugeborenes mein Gesicht?

Im ersten Lebensmonat sehen Babys nur ungefähr 20 bis 25 Zentimeter scharf. Sie reagieren dabei vor allem auf Formen, die einem Gesicht ähneln. Seine Eltern erkennt ein Neugeborenes aber insbesondere an deren Stimmen sowie Mama vor allem an ihrem Geruch.

Die Stimmen sind ihm bereits aus der Schwangerschaft vertraut. Zusätzlich sondern kleine Drüsen rund um die Mamillen (Brustwarzen) der Mutter ein Sekret ab, das den Säugling an Fruchtwasser erinnert. Es fühlt sich deshalb geborgen und sicher am Körper der Mutter – auch ohne Ihr Gesicht scharf und in jeder Einzelheit erkennen zu können.

Autoreninfo:

Sabrina Sailer ist seit 2010 ehrenamtliche Stillberaterin und ausgebildete Trageberaterin. Sie arbeitet als Werbetexterin und Redakteurin und betreut zusätzlich verschiedene Angebote, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffen.

Fachliche Beratung und Redaktion: Birgit Laue, Hebamme & Medizinpädagogin, Dipl. PR-Fachwirtin, Autorin

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