Allergierisiko bei Kaiserschnittkindern

Dank moderner Medizin und neuester Techniken ist ein Kaiserschnitt in der heutigen Zeit in der Regel sicher für Mutter und Baby. Kaiserschnittbabys haben jedoch ein erhöhtes Allergierisiko. Ihre Immunsysteme sind besonders sensibel und können schnell aus dem Gleichgewicht geraten.

Grund dafür ist eine unausgeglichene Darmflora: Bei Babys, die per Kaiserschnitt zur Welt kommen, sind die positiven Darmbakterien deutlich in der Unterzahl – besonders die natürlichen „Starterkulturen“ fehlen, die sogenannten Laktobazillen. Diese positiven Milchsäurebakterien sind aber essentiell für die Entwicklung eines starken Immunsystems – denn eine dicht besiedelte und gesunde Darmflora schützt Ihr Baby von innen heraus und reduziert das Risiko für eine Allergie

Was ist eigentlich eine Allergie?

Ein gesundes Immunsystem ist in der Lage, gute (harmlose) von schlechten (körperfremden) Reizen zu unterscheiden. Krankheitserreger werden sozusagen abgeblockt, während gute Reize, zu denen beispielsweise die gesunden Darmbakterien gehören, nicht bekämpft werden. Diese Balance ist überaus wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem.

Aufgrund einer gestörten Darmflora ist das Immunsystem beeinträchtigt, sodass es nicht unterscheiden kann, welche Reize gut und welche schlecht sind. In der Folge kann es zu Allergien kommen. Erfahren Sie mehr über Allergien bei Babys

Warum leiden Kaiserschnittbabys häufig an Allergien?

Um Allergien bestmöglich entgegenzuwirken, ist es wichtig, dass die Darmflora voll funktionsfähig und gesund ist. Menschen mit Allergien haben häufig eine unausgeglichene Darmflora.

Stellen Sie sich das folgendermaßen vor:

In einem gesunden Darm befinden sich etwa zwei Kilogramm gute Bakterien, die als Schutzwächter dienen. Hierzu gehören unter anderem die Laktobazillen, die auch als „Milchsäurebakterien“ bekannt sind. Durch die Einnahme von Antibiotika – und im späteren Leben auch durch eine ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung und diverse Umwelteinflüsse (z.B. rauchen oder Schimmelpilz in der Wohnung) – kann die Darmflora geschädigt werden. Sie ist nun nicht mehr in der Lage, schützend zu wirken, was das Risiko für Allergien und andere Erkrankungen deutlich erhöht.

Während einer Kaiserschnittgeburt begünstigen zwei Faktoren ein Ungleichgewicht der Darmflora des Babys:

1. Während Babys, die durch eine natürliche Geburt auf die Welt kommen, viele gute Laktobazillen und Bifidobakterien in ihrem Darm haben, sind diese bei Kaiserschnittbabys in der Regel deutlich weniger vorhanden. Das hängt mit der Darmbeschaffenheit zusammen. Die Darmflora eines Babys, das auf natürliche Weise geboren wird, weist eine Darmflora auf, die Vaginal- und Darmbakterien der Mutter enthält. Kommt das Baby jedoch per Kaiserschnitt zur Welt, ist dies nicht der Fall.

2. Mütter, die ihr Baby durch einen Kaiserschnitt zur Welt bringen, werden während der Geburt vorsorglich mit Antibiotika behandelt. Dieses wirkt sich wiederum gleichzeitig nachteilig auf die Darmflora des Babys aus. Dennoch ist die vorsorgliche Anwendung der Antibiotika bereits vor dem Kaiserschnitt notwendig. Sie verhindert Komplikationen bei der Mutter nach der Geburt, wie etwa Wundheilungsstörungen.

So schützen Sie Ihr Baby nach einem Kaiserschnitt

Eine der besten Methoden, um Ihr Baby nach einer Kaiserschnittgeburt zu schützen, ist das Stillen. Muttermilch enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe, zu denen beispielsweise natürliche Milchsäurebakterien gehören. Diese wirken sich positiv auf die Darmflora, das Immunsystem und damit auch auf die Gesundheit Ihres Babys aus. Sie sorgen dafür, dass die Darmflora gesund bleibt oder deren Aufbau nach einem Kaiserschnitt gefördert wird. Dadurch unterstützen sie ein ausgeglichenes Immunsystem und schützen das Baby effektiv.

Ebenso sind in der Muttermilch wertvolle Ballaststoffe sowie Laktose enthalten. Beide sind wichtig, um das Wachstum der positiven Darmbakterien anzuregen. Auf diese Weise geraten Darmflora und Immunsystem eines Kaiserschnittbabys wieder ins Gleichgewicht, sodass das Allergierisiko nachweislich sinkt.

Alternativen zum Stillen

Wenn Sie Ihr Baby nicht stillen können oder möchten, stellt das in der heutigen Zeit keinerlei Problem dar. Es gibt zahlreiche hochwertige Babymilchprodukte, die in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch nachempfunden sind und deren natürlichen Schutzfunktionen sehr nahe kommen. Finden Sie am besten gleich heraus, welche Milchnahrung sich für Ihr Baby am besten eignet.

Eine Milchnahrung nach dem Vorbild der Muttermilch wird ganz besonders bei Kaiserschnittkindern empfohlen. Dabei sollten neben natürlichen Milchsäurekulturen ebenfalls wertvolle Ballaststoffe enthalten sein. Bei erhöhtem Allergierisiko bewährt sich auch die sogenannte HA-Nahrung. Es handelt sich dabei um eine hypoallergene Nahrung, deren Milcheiweiß gespalten ist. Es wird daher als „hydrolysiertes Eiweiß“ oder auch „sanftes Eiweiß“ bezeichnet. Die Eiweißbausteine sind bei dieser Milchnahrung nur noch sehr klein und dadurch weniger allergen. Sie werden daher von dem sensiblen Immunsystems des Babys besser vertragen und als weniger fremd angesehen. Dies wiederum trägt zu einer Minderung des Allergierisikos bei. Man könnte also von einem sogenannten immunfreundlichen Eiweiß sprechen, dass besser von dem jungen Immunsystem des Babys toleriert wird.

Um eine gesunde Darmflora aufzubauen und zu erhalten, sollte die hypoallergene HA-Nahrung ebenfalls über natürliche Milchsäurebakterien verfügen. Optimal sind zusätzliche Ballaststoffe, wie beispielsweise Galactooligosaccharide, die das Wachstum positiver Darmbakterien fördern. Auf diese Weise bleibt die Darmflora im Gleichgewicht, sodass die gesunden Bakterien das Immunsystem optimal aufrechterhalten und das Baby gegen Allergieauslöser und Krankheitserreger besser standhalten kann. Erfahren Sie mehr über HA-Nahrung und Allergien.

Häufige Fragen zum Allergierisiko bei Kaiserschnittkindern

Welche Spätfolgen birgt ein Kaiserschnitt für Mutter und Kind?

Mütter, die ihr Baby per Kaiserschnitt zur Welt bringen, haben anfänglich häufig Probleme beim Stillen. Dies kann manchmal zu Bindungsstörungen führen. Fragen Sie am besten die Hebamme oder den Kinderarzt um Rat.

Das Baby kann aufgrund des Kaiserschnittes eine erhöhte Infektanfälligkeit aufweisen, was in erster Linie mit der Darmflora zusammenhängt, die nicht optimal mit Bakterien besiedelt ist.

Für Mütter birgt ein Kaiserschnitt immer auch das Risiko von Verwachsungen sowie einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Ist mein Baby allergiegefährdet?

Ob Ihr Baby allergiegefährdet ist, hängt unter anderem vom familiären Risiko ab. Eine Kaiserschnittgeburt kann sich nachteilig auf das Allergierisiko auswirken. Ebenso gelten genetische Komponenten als Risikofaktor und auch Umweltbelastungen können das Risiko für Allergien bei Ihrem Baby erhöhen.

Wollen Sie sich mit anderen Eltern zu dem Thema austauschen? Entdecken Sie unser Eltern-Forum im HiPP Mein BabyClub.

Sollten Kaiserschnittkinder gestillt werden?

Sofern möglich, sollten Kaiserschnittkinder gestillt werden, denn die Muttermilch versorgt sie mit allen wichtigen Nährstoffen, die späteren Allergien vorbeugen und das Immunsystem des Babys stärken können. Außerdem ist Muttermilch besonders allergenarm und die beste Ernährung des Säuglings zur Allergieprävention. Erfahren Sie mehr über weitere Vorteile des Stillens.

Welche Milchnahrung wird bei Kaiserschnittkindern empfohlen?

Sollten Sie nicht stillen können oder möchten Sie dies nicht, müssen Sie sich dennoch keine Sorgen um Ihr Baby machen. Kaiserschnittkinder, die zudem ein familiär erhöhtes Allergierisiko haben, sind auch mit einer hochwertigen HA-Nahrung optimal versorgt, denn diese stärkt die Darmflora und wirkt sich letztendlich positiv auf das Immunsystem aus. HA-Nahrung ist hypoallergen – es sind also keine Allergieauslöser enthalten. Ansonsten ist bei Kaiserschnittkindern zu empfehlen, auf eine normale Milchnahrung mit Pro- und Präbiotika zu achten, die eine ausgeglichene Darmflora unterstützen.

 

Autoreninfo

Anja Schröder ist selbst Mutter und schreibt seit vielen Jahren als freie Texterin für mehrere große Familienblogs. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf Familienthemen, die sie mittels Storytelling in ihren Texten lebhaft darstellt.

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