Stillpositionen für den Alltag mit Baby

Die Geburt ist vorbei, Ihr Baby liegt entspannt auf Ihrem Bauch und Sie wollen Ihr Baby anlegen. Aber wie genau funktioniert das eigentlich? Welche Stillpositionen eignen sich für den Alltag daheim mit Neugeborenem, welche sind praktisch für unterwegs? Wir stellen Ihnen verschiedene Stillpositionen Schritt für Schritt vor.

Grundlegendes für alle Stillpositionen

Wenn Sie Ihr Baby zum ersten Mal anlegen, ist noch alles ganz frisch und aufregend. Vielleicht fragen Sie sich, wohin Sie die zarten kleinen Händchen legen sollen und ob Sie das Anlegen richtig hinbekommen. Die gute Nachricht lautet: So geht es sehr vielen Mamas in den ersten Tagen nach der Geburt. Sie sind also nicht allein – und Übung wird Ihnen dabei helfen, sich bald sicherer beim Stillen zu fühlen.

Bis dahin, beachten Sie unsere grundlegenden Tipps für jede Stillposition:

  • Halten Sie engen Körperkontakt mit dem Baby.
  • Richten Sie die Wirbelsäule des Babys gerade aus.
  • Korrektes Anlegen ist möglich.
  • Legen Sie Ihre Beine, Arme und Rücken entspannt und bequem ab.

Anfangs werden Sie Ihre Augen kaum von Ihrem neugeborenen Schatz lösen können. Sie möchten sichergehen, dass er alles bekommt, was er benötigt, und dass er ausreichend saugt. Ihr Baby wird zeitgleich immer wieder den Augenkontakt zu Ihnen suchen, bevor es beim Stillen oder danach in den Schlaf gleitet. Der enge Körperkontakt und der häufige Blickkontakt stärken die Bindung zwischen Ihnen beiden. Gleichzeitig erhält Ihr Baby die Beruhigung und Sicherheit, dass Sie dicht bei ihm sind und es geborgen und gut aufgehoben ist.

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Stilltipps zum richtigen Anlegen

Ob Sie Ihr Baby in der Wiegehaltung, in der Rückenhaltung oder seitlich liegend stillen, das richtige Anlegen ist in jeder Position entscheidend. Achten Sie in den ersten Lebenstagen vor allem auf diese Hilfestellungen zum Anlegen, um häufige Stillprobleme, wie wunde Brustwarzen oder einen Milchstau, zu vermeiden.

1. Legen oder setzen Sie sich bequem hin. Arme, Rücken und Beine sollten sehr gut abgestützt sein, damit Sie sich nicht verspannen und alle Sinne auf das Stillen richten können.
2. Die Nase des Babys liegt auf Höhe der Brustwarze.
3. Das Baby kann den Kopf leicht in den Nacken legen, um die Brustwarze aufzunehmen. Stützen Sie das Köpfchen, ohne den Bewegungsspielraum Ihres Babys einzuschränken. So kann es selbst die ideale Position zum Stillen einnehmen.
4. Babys Ohr, Schulter und Hüfte bilden eine möglichst gerade Linie, seine Wirbelsäule ist nicht verdreht oder geneigt.

Die ersten Anlegeversuche erfordern oft Geduld. Wie Sie selbst auch, erlernt Ihr kleiner Schatz das Stillen erst noch. Ist Ihr Baby sehr unruhig und zappelt es viel, testen Sie

  • ob der benötigte enge Körperkontakt fehlt, weil das Stillkissen oder das Kirschkernkissen einen zusätzlichen Abstand zwischen Ihnen beiden schafft. Ziehen Sie Ihr Baby so dicht wie möglich an Ihren Oberkörper heran.
  • eine andere Stillposition aus. Manchmal genügt ein kleiner Positionswechsel, um Ihren Liebling zum Anlegen zu animieren.

Um eine optimale Entleerung der Brust zu ermöglichen und einem Milchstau vorzubeugen, können Sie die Stillpositionen gelegentlich wechseln. Das ist aber keine Pflicht! Fühlen Sie sich mit ein oder zwei Lieblingspositionen wohl, können Sie es dabei belassen.

In der Zeit des Wochenbetts sollten Sie das Anlegen in ein oder zwei Stillpositionen besonders üben, um weitere Stillprobleme möglichst zu vermeiden. Haben Sie gemeinsam mit Ihrem Baby Sicherheit beim Anlegen und damit auch beim Stillen gewonnen, zahlt sich das in der gesamten weiteren Stillzeit aus.

Verschiedene Stillpositionen sind möglich

Viele Mamas kommen anfangs mit ein oder zwei Stillpositionen prima zurecht. Im Laufe der Zeit kann es aber praktisch sein, eine etwas größere Auswahl an möglichen Positionen zum Stillen zu beherrschen.

Wichtig: Wenn Sie sich mit einer Position absolut nicht wohlfühlen, dann klammern Sie sie einfach aus. Es gibt keinen Grund, sich zum Üben mehrerer Positionen verpflichtet zu fühlen.

Zurückgelehntes Stillen im Sitzen oder Liegen

Das zurückgelehnte Stillen, auch halbliegendes Stillen oder Laid-Back-Nursing genannt, ist ideal für die Zeit im Wochenbett. Sie müssen nicht aufrecht sitzen, sondern können es sich auf der Couch oder im Bett gemütlich machen.

Schritt für Schritt:

  1. Lehnen Sie den Oberkörper deutlich nach hinten, stützen Sie dabei Ihren Rücken mit Kissen oder einem bequemen Polster.
  2. Beim zurückgelehnten Stillen im Sitzen lassen Sie die Beine aufgestellt, beim zurückgelehnten Stillen im Liegen richten Sie den Oberkörper nur leicht auf und strecken sich ansonsten lang aus.
  3. Legen Sie Ihr Baby mit seinem Bauch auf Ihrem Bauch ab.
  4. Stützen Sie bei Bedarf sein Köpfchen, indem Sie beispielsweise Ihre Ellenbeuge als Hilfsmittel nutzen.
  5. Ihr Baby kann die Brustwarze in dieser Position meist sehr gut selbst erfassen.


Vorteile des zurückgelehnten Stillens:
Sie sind rundum gut gestützt und können es sich selbst wirklich bequem machen. Das zahlt sich vor allem nach einem Kaiserschnitt oder nach weiteren Geburtsverletzungen aus, wenn das aufrechte Sitzen noch zu anstrengend ist. Gleichzeitig kann Ihr Baby sehr selbstbestimmt andocken, was in der Regel zu weniger Anlegefehlern führt.

Nachteile des zurückgelehnten Stillens:
Unterwegs lässt sie sich nicht immer gut durchführen, vor allem, wenn Ihnen nur klassische Stühle mit harter Lehne zur Verfügung stehen.

Wiegeposition

Häufig ist die Wiegehaltung eine der ersten, die Mütter im Kreißsaal kennenlernen. Sie ist gleichzeitig auch die Stillposition, die Sie im Alltag wahrscheinlich am häufigsten zu Gesicht bekommen.

Schritt für Schritt:

  1. Sitzen Sie aufrecht, aber stabil. Achten Sie auf eine gute Rücken- und Seitenstütze. Legen Sie die Füße hoch oder auf einem Hocker ab, wenn Sie möchten.
  2. Der Kopf Ihres Babys zeigt in Richtung Ihres Ellbogens, sein Körper ist quer über Ihren Bauch hinweg ausgestreckt.
  3. Stützen Sie mit der einen Hand das Köpfchen und den Körper Ihres Babys und halten Sie bei Bedarf mit der anderen Seite die Brust, um Ihrem Kind beim Anlegen zu helfen.


Vorteile der Wiegeposition:
Sie ist, einmal erlernt, universell praktisch im Alltag. In der Wiegehaltung stillt es sich vor allem unterwegs ganz einfach – auf jedem Restaurantstuhl, auf der Parkbank oder im Mutter-Kind-Kurs auf dem Boden. Meist brauchen Sie weder Stillkissen noch andere Hilfsmittel, insbesondere bei älteren Babys mit guter Kopfkontrolle.

Nachteile der Wiegeposition:
Anfangs ist das Baby so winzig, dass sein schweres Köpfchen es von der Brust wegzuziehen scheint. Sie müssen aktiv den Kopf und den Körper Ihres Kindes halten und gleichzeitig darauf achten, selbst gerade und gut aufgerichtet zu sitzen.

Rücken-/Seitengriff

Manchmal wird der Rücken- oder Seitengriff auch als Footballer- oder Fußballhaltung bezeichnet. Hier legen Sie Ihr Baby so an, dass seine Füße von Ihrem Körper nach hinten wegzeigen, während Sie sein Köpfchen besonders gut mit der Hand stützen können.

Schritt für Schritt:

  1. Legen Sie Ihr Baby mit seinem Köpfchen an Ihre Brust, seine Füße zeigen seitlich nach hinten. Sein Oberkörper wird durch Ihren Unterarm gestützt, Ihre Hand hält das Köpfchen.
  2. Stützen Sie Ihren Arm auf bzw. an dem Ihr Baby liegt, und bleiben Sie selbst gut aufgerichtet. Das Baby muss hoch genug liegen, damit es bequem mit seinem Mund die Brustwarze erreichen kann.
  3. Achten Sie auf richtiges Anlegen.


Vorteile des Rücken-/Seitengriffs:
Tandemstillen von Zwillingen oder unterschiedlich alten Geschwisterkindern ist in dieser Position oft einfacher als das parallele Anlegen in der Wiegehaltung. Auch nach einem Kaiserschnitt oder bei großen Brüsten kann es anfangs leichter sein, diese Position zu wählen.

Nachteile des Rücken-/Seitengriffs:
Die meisten Mamas benötigen hier anfangs viel zusätzlichen Support in Form von Stillkissen, Polstern oder einer zusätzlichen helfenden Hand. Unterwegs kann es schwierig sein, eine bequeme Haltung zu finden, die ausreichend Unterstützung für Ihren Arm und das Baby bietet.

Stillen im Liegen

Bequemer geht es kaum. Beim Stillen im Liegen kuscheln Sie sich seitlich liegend mit Ihrem Baby auf einer geraden Unterlage zusammen.

Schritt für Schritt:

  1. Sie liegen seitlich, den Rücken und die Beine gut abgestützt durch Polster oder Kissen. Der Kopf ruht entweder auf einem Kissen oder auf Ihrem angewinkelten Arm.
  2. Ihr Baby liegt seitlich vor Ihnen mit seinem Bauch an Ihrem Bauch.
  3. Stützen Sie seinen Rücken und die Hüfte zusätzlich mit einem Kissen oder der freien Hand davor, seitlich wegzukippen.
  4. Legen Sie Ihr Baby an.


Vorteile des Stillens im Liegen:
Seitliches Stillen im Liegen ist ideal für Familienbettschläfer und wenn Sie sich tagsüber mit Ihrem Baby hinlegen möchten. Diese Stillposition ist auch gleichzeitig sehr kuschelig und beruhigend – für Sie und Ihr Baby.

Nachteile des Stillens im Liegen:
Es ist unterwegs nur bedingt praktisch, weil Sie einen Platz zum Ausstrecken benötigen. Achten Sie beim Stillen im Liegen immer auf eine angemessene Schlafumgebung für Ihr Baby.

Auf einem Sofa oder auf der Couch mit geteiltem Polster sollten Sie möglichst nicht mit dem Baby einschlafen. Hier besteht die Gefahr, dass Ihr Baby zwischen die Couchrückwand und Ihren Körper rollt oder in die Ritzen der Polster gerät.

Hoppe-Reiter-Position

Wie beim klassischen Hoppe-Reiter-Spiel sitzt Ihr Baby oder Kleinkind auf Ihrem Bein und trinkt aus einer aufgerichteten Position heraus. Bewährt hat sich das für Kinder, die beim Trinken sehr viel Luft schlucken oder beispielsweise an einem Reflux leiden. Die aufrechte Haltung reduziert ein wenig das Spucken im Anschluss an die Stillmahlzeiten.

Schritt für Schritt:

  1. Setzen Sie Ihr Baby Ihnen zugewandt auf Ihr Knie und ziehen Sie es dicht an sich heran, sodass es die Brust gut erfassen kann. Seine Füßchen hängen dabei rechts und links an Ihrem Bein entlang nach unten.
  2. Achten Sie darauf, selbst gerade zu sitzen oder sich leicht nach hinten zurückzulehnen, damit Sie eine möglichst bequeme Position behalten.
  3. Legen Sie Ihr Baby an. Bei Bedarf können Sie die Brust leicht anheben oder den Baby-Kopf zusätzlich von hinten stützen.

Bequemer wird diese Stillhaltung, wenn Sie sich nach hinten zurücklehnen. Damit Ihr Baby die Brust weiterhin gut erreichen kann, können Sie das Bein aufstellen, auf dem das Baby sitzt.

Vorteile der Hoppe-Reiter-Position:
Mit größeren Kindern ist das eine Position, die Sie überall ausüben können, ohne das Gewicht des Kindes bei längeren Stillmahlzeiten allein mit den Armen halten zu müssen.

Nachteile der Hoppe-Reiter-Position:
Sie gelingt mit jüngeren Babys oft nur mit reichlich Übung und ist deutlich praktischer, wenn Ihr Liebling sich schon selbstständig aufrecht halten kann.

Stillen im Stehen

Stillen im Stehen ist besonders praktisch, wenn Sie viel unterwegs sind, eine Tragehilfe bzw. ein Tragetuch verwenden oder ein eher unruhiges Baby haben.

Schritt-für-Schritt zum Stillen im Stehen ohne Hilfsmittel:

  1. Halten Sie Ihr Baby im Wiegegriff gut gestützt, achten Sie vor allem auf einen engen Körperkontakt.
  2. Betten Sie das Köpfchen in der Ellenbeuge und unterstützen Sie das Anlegen mit der freien Hand.
  3. Achten Sie auf ein gutes Anlegen.
  4. Sobald Ihr Baby angedockt hat, können Sie mit der zweiten Hand zusätzlich den tragenden Arm stützen.


Wichtig ist hier, dass Sie selbst gerade und aufgerichtet bleiben. Achten Sie darauf, sich nicht zusammenzukrümmen, sondern heben Sie Ihr Baby auf die richtige Höhe nach oben.

Schritt-für-Schritt zum Stillen im Stehen mit Tragetuch oder Tragehilfe:

  1. Lockern Sie die Tragehilfegurte bzw. die Tuchbahnen so weit, dass Ihr Baby in seiner aufrechten Position die Brustwarze erreichen kann.
  2. Falls nötig, stützen Sie die Brust mit einer Hand zusätzlich.
  3. Achten Sie auf ein gutes Anlegen.


Vorteile des Stillens im Stehen:
Es ist überall durchführbar, Sie benötigen keinen Platz zum Sitzen und sind jederzeit startklar. Wenn Sie in einer Tragehilfe oder einem Tragetuch stillen, ist das Stillen nahezu unsichtbar und Sie haben gleichzeitig die Hände für Geschwisterkinder oder die Arbeit frei. Bewährt hat sich auch das Stillen im Ring Sling, bei dem sich die Tragehilfe ganz einfach in die richtige Position schieben lässt.

Nachteile des Stillens im Stehen:
Langsame Stillbabys können ganz schön schwer werden. Wenn Sie ohne Tragehilfe oder Tragetuch stillen, kann das schnell auf die Arme gehen. Wenn Ihr Baby vor allem die Bewegung beim Stillen benötigt, probieren Sie das Stillen im Sitzen auf einem Gymnastikball aus. Das leichte Wippen und Schaukeln erzeugt eine ähnliche Bewegung wie das Gehen.

Stillpositionen für besondere Situationen

Es kann vorkommen, dass für eine konkrete Situation eine spezielle Stillhaltung nötig ist.

Stillen von Babys mit Bauchweh

Unruhige Babys und Babys mit Bauchweh benötigen oft sehr engen Körperkontakt, bei dem sie sich vollständig gestützt und aufgefangen fühlen. Dafür eignen sich alle Stillpositionen, bei denen Sie Ihr Baby möglichst dicht an Ihren Körper ziehen können:

  • Zurückgelehntes Stillen
  • Hoppe-Reiter-Haltung
  • Stillen im Liegen
  • Wiegehaltung, wenn Stillkissen oder Ähnliches keinen zusätzlichen Abstand verursachen
  • Stillen im Stehen

Führt ein starker Milchspendereflex dazu, dass Ihr Baby beim Anlegen unruhig ist? Dann ist vor allem das zurückgelehnte Stillen als Position gut geeignet. Denn hier saugt Ihr Liebling bergauf, die Milch muss gegen die Schwerkraft fließen, der Milchfluss verlangsamt sich und dem Säugling fällt es leichter, die Menge zu verarbeiten. Babys mit starkem Bauchweh, die sich nur durch Bewegung beruhigen lassen, werden kurzfristig am besten im Stehen bzw. in Bewegung gestillt. Probieren Sie aus, ob Sie das gleichzeitig hinbekommen, eventuell in Kombination mit einer Tragehilfe. Sobald das Baby sich soweit beruhigt hat, dass es effizient trinkt, kann die Mama sich hinsetzen und die restliche Stillmahlzeit wird deutlich entspannter.

Stillen bei Milchstau

Bei einem Milchstau ist es entscheidend, dass die Brust gut entleert wird:

  • Legen Sie Ihr Baby mit dem Kinn zur gestauten Stelle hin an.
  • Wählen Sie eine Stillposition, in der Sie zusätzlich eine Hand frei haben, um die gestaute Stelle in der Brust sanft zu massieren.

Gut eignet sich das zurückgelehnte Stillen als Position, wenn sich die gestaute Stelle eher auf der Unterseite der Brust befindet. Legen Sie Ihr Baby auf Ihrem Bauch ab und passen Sie seine Position wie bei einem Uhrzeiger an, indem Sie Ihr Baby gerade oder auch eher quer zur Brust ausrichten.
Befindet sich der Stau eher im oberen Bereich der Brust, probieren Sie den Vierfüßlerstand und beugen sich über Ihr auf dem Boden oder dem Bett liegendes Baby.
Sitzt der Stau eher in Richtung der Achselhöhle, kann der Rückengriff die optimale Stillposition sein, um den Milchstau zu lösen.

Stillen nach einem Kaiserschnitt

In den ersten Tagen nach dem Kaiserschnitt kann das Anlegen durch die Schmerzen erschwert sein. Optimal sind deshalb Stillpositionen, bei denen Sie sich wenig drehen und kaum heben müssen.

Tipps für geeignete Stillpositionen:

  • Zurückgelehntes Stillen
  • Stillen in Rückenhaltung
  • Stillen im Liegen

Schützen Sie die frische OP-Narbe zusätzlich mit einem Kissen. Strampelt Ihr Baby viel, probieren Sie vorrangig das Stillen in Rückenhaltung aus, damit seine Füßchen nicht in die Nähe Ihres Bauchs kommen. Lassen Sie sich anfangs das Baby zum Anlegen reichen, um zusätzliche Belastungen durch Heben und Tragen zu vermeiden.

Stillen von größeren Babys oder Kleinkindern

Kleinkinder ab dem ersten Geburtstag halten sich kaum noch an klassische Stillpositionen. Ihr kleiner Schatz wird sich beim Stillen drehen und wenden, wie es ihm gefällt. Unter stillenden Mamas wird das auch als Stillyoga bezeichnet.

Häufige Stillpositionen für das Stillen von Kleinkindern sind:

  • Wenn Sie viel auf der Hüfte im Ring Sling oder einer Tragehilfe tragen, kann das Stillen im Stehen eine praktische Erleichterung im Alltag sein.
  • Wenn Sie vor allem nachts oder zum Einschlafen stillen, wird das gemütliche Stillen im Liegen wahrscheinlich Ihr Favorit bleiben.
  • Bei Kleinkindern beliebt ist auch die Hoppe-Reiter-Haltung, bei der sie auf Mamas Bein sitzend sehr selbstbestimmt trinken können.

Achten Sie weiterhin auf das korrekte Anlegen, bei dem die Brustwarze und möglichst viel vom Brustwarzenvorhof erfasst werden. Vor allem, wenn die Zähnchen im Mund Ihres Kleinkindes mehr werden, ist ein korrektes Anlegen besonders wichtig, um kleine Verletzungen und wunde Brustwarzen zu vermeiden.

Das tut jetzt gut

Tipps für Mama

Wenn Sie gern auf alles gut vorbereitet sind, können Sie sich eine gemütliche Stillecke einrichten. Da warten dann schon Stillkissen, Decke, etwas zu trinken und zu knabbern auf Sie, sobald Ihr Liebling Hunger hat. Für manche Mamas hat es sich bewährt, sich kleine Wohlfühlecken auf der Couch, im Bett oder in einem bevorzugten Sessel einzurichten. 

Stillen Sie lieber spontan und überall, ohne spezielle Vorbereitungen? Dann lassen Sie sich bei Bedarf einfach alles Benötigte vom Papa oder einer anderen anwesenden Person bringen. Bewährt haben sich auch kleine Körbchen, die neben Knabberzeug und Getränken zusätzlich noch Spucktücher, frische Stilleinlagen und feuchte Waschlappen bzw. Feuchttücher enthalten. Dann haben Sie jederzeit alles griffbereit und müssen das gerade gut angelegte oder soeben eingeschlafene Baby nicht wegen Hunger, Durst oder eines kleinen Milchflecks ablegen, um die benötigten Dinge einzusammeln.

Sorgen Sie beim Stillen einfach gut für sich und denken Sie daran, dass es ganz unterschiedliche Stilltypen gibt. Jede Mama findet hier ihren ganz eigenen Weg für eine schöne Stillzeit.

Tipps für Papa

Behalten Sie die Bequemlichkeit Ihrer Partnerin gut im Auge. Verspannte Schulter- und Nackenmuskeln können das Stillen anfangs ziemlich erschweren. Bleiben Sie bei den ersten Anlegeversuchen in der Nähe und unterstützen Sie Ihre Partnerin, indem Sie beispielsweise für zusätzliche Kissen oder einen Hocker sorgen.
Bei Stillpositionen, wie beispielsweise dem Rückengriff, kann auch eine zusätzliche Hand hilfreich sein. Bieten Sie Ihrer Liebsten Ihre Schulter – wörtlich und im übertragenen Sinne – zum Anlehnen an. Vor allem im Wochenbett sind die Tage ausgefüllt mit dem Stillen. Verbringen Sie sie so weit wie möglich gemeinsam und stärken Sie Ihrer Partnerin den Rücken, wenn es mal nicht sofort klappen sollte mit dem Anlegen.

Häufige Fragen zu Stillpositionen

1. Welche Stillposition ist die Beste?

Stillpositionen sind sehr individuell. Probieren Sie am besten aus, welche besonders gut zu Ihnen und Ihrem Baby passt. Typische Stillhaltungen sind: 

  • (zurückgelehnte) Rückenlage
  • Wiegehaltung
  • Rückengriff/Seitenhaltung (ehemals Footballer-Haltung)
  • Stillen im Liegen
  • Stillen im Stehen/in der Tragehilfe
  • Hoppe-Reiter-Haltung

Einige eignen sich besonders gut für das Stillen unterwegs, andere sind besser für das Einschlafstillen geeignet. Auch für das Stillen in besonderen Situationen bieten sich je nach Ausgangslage unterschiedliche Haltungen an.
In unserem HiPP Mein BabyClub knüpfen Sie Kontakte zu anderen Müttern und können sich über die beste Stillposition austauschen.

2. Wann muss ich die Stillposition wechseln?

Wenn Sie Schmerzen beim Anlegen spüren, Verspannungen oder Krämpfe entwickeln, sollten Sie die Stillposition und das Anlegen kurz prüfen.

Sie sollten die Stillposition auf jeden Fall wechseln, wenn Ihr Baby in einer Stillhaltung

  • viel Luft schluckt,
  • häufig an- und abdockt, ohne effektiv zu saugen,
  • Sie selbst Schmerzen in der Position spüren.

Achten Sie auf ein gutes Anlegen, bei dem Ihr Baby die Brustwarze und den Brustwarzenvorhof optimal erreichen kann. Sorgen Sie auch bei sich selbst für eine gute Stütze für Arme, Beine und den Rücken.

 

Autoreninfo

Sabrina Sailer ist seit 2010 ehrenamtliche Stillberaterin und ausgebildete Trageberaterin. Sie arbeitet als Werbetexterin und Redakteurin und betreut zusätzlich verschiedene Angebote, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffen.