Jetzt auch noch alles ohne Soße

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Luthy
11. Dez 2023 12:08
Jetzt auch noch alles ohne Soße
Hallo,
meine Tochter ist 2,5 Jahre alt.

Sie wiegt nur 11g war kein Frühchen, aber einfach schon immer ein schlechter Esser.

Es ging schon bei der Beikost los. Obstgläschen wurden verweigert, ebenso wie dann jegliches Obst. Ich hab alles angeboten, in jeglicher Darreichungsform, immer wieder. Ich ess auch selber Obst und Gemüse, mein Mann auch.

Danach kam dann das Gemüse dran. Sie isst gar nichts. Ich hab alles probiert. Jegliche Zubereitungsart. Schön angerichtet. Ausstecher benutzt. Selbst versteckt in Waffeln oder Muffins keine Chance. Nicht einmal Maultaschen. Aber Soße war immer ok.

So nun war sie bei Oma und da gab es Nudeln ohne Soße. Und jetzt will sie nur noch trockene Nudeln. Ich weiß, das ist normal. Aber andere Kinder essen dann immerhin noch Obst oder Gemüse.

Ich wollt mir wegen Essen nie Stress machen. Ich hab ihr nie Vorschriften gemacht. Wenn sie was nicht wollte, musste sie es nicht essen. Sogar Süßigkeiten haben wir nie strikt verboten, weil meine Nichte bis 3 nie Süßes gegessen hat und jetzt ist sie 9 und isst wahllos alles Süße was sie in die Hand bekommt. Sie ist auch übergewichtig und ich dacht, wenn ich das bei meiner Tochter nicht so streng mache, ist sie vielleicht nicht so fixiert auf Süßigkeiten. Aber ist nicht so. Gibt es Süßes ist sie genau so heiß drauf. Sie würde wahrscheinlich nur Süßes essen wenn ich sie lasse. Auch mit den Schokoweihnachtsmännern bin ich grad überfordert. Ich nehm sie ihr weg nach einer Weile. Meine Tante meinte ich soll sie einfach essen lassen bis ihr schlecht wird. Aber mit 2,5 versteht sie das doch gar nicht.

Nun bin ich an meiner Grenze angekommen. Ich will ihr die Nudeln nicht ohne Soße geben, weil sie dann gar nichts “gesundes” mehr essen will.

Und mit den Süßigkeiten sagt auch jeder was anderes. Ich will sie nicht verbieten, weil das bei meiner Nichte so extrem war. Will da gar nicht weiter drauf eingehen. Will meine Schwägerin auch nicht verurteilen, sie hat ja gemacht was empfohlen wurde. Ist ja auch ok so. Ich dacht ich probier nen anderen Weg.

Im Moment darf sie nach dem Mittagessen eine Süßigkeit essen wenn sie fragt und morgens gibts oft Müsli und Joghurt, oder Marmeldenbrot, weil mein Mann das halt essen will.

Und ich glaub nicht, dass sich das einfach bessert. Ich hab sie seit 2,5 Jahren zu nichts gezwungen. Und sie probiert Obst und Gemüse noch nicht einmal.
HiPP-Elternservice
13. Dez 2023 09:02
Re: Jetzt auch noch alles ohne Soße
Liebe „Luthy“,

ich kann verstehen, dass Sie sich denken, es muss doch nun bald auch mit Obst und Gemüse klappen. Als Mama möchte man nur das Beste und Ihr Schatz soll ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sein. Keine Sorge, viele Eltern können ein Lied von diesen Phasen singen und fühlen mit Ihnen. Diese „ich-ess-jetzt-mal nix“ oder „ich-ess-nur-was-mir-schmeckt“-Phasen kommen häufiger vor als man denkt.

Erst einmal möchte ich Sie beruhigen: Laut meiner Gewichtstabelle schaut alles ganz alterstypisch aus. Es gibt einfach zartere Kinder. Wichtig ist, dass Ihr Mädchen sich auf ihrer Gewichtskurve weiterentwickelt. Darauf hat aber auch der Kinderarzt ein Auge und würde sonst etwas sagen. Ist er also zufrieden mit der Entwicklung Ihrer Kleinen, dann können Sie das auch sein.

Ist Ihre Tochter, mehr oder weniger, von Anfang an kein großer Fan von Obst und Gemüse, stellt Sie das immer wieder vor Herausforderungen, das kann ich gut verstehen. Sie machen es aber schon genau richtig und haben vieles versucht. Bleiben Sie weiter dabei! Manchmal kommt auch doch etwas mehr zusammen als man denkt. Oder das Essverhalten ist außerhalb von zu Hause ganz anders und Obst und Gemüse klappen gleich viel besser. Das ist z.B. häufig in der Kita so, gerne auch beim Thema Schlafen.

Das Essverhalten der Kleinkinder ist nur in den wenigsten Fällen so wie es „sein sollte“. Kinder in diesem Alter haben ihren eigenen Kopf und entwickeln spezielle Vorlieben. Die Kinder werden wählerischer, haben keine Zeit zum Essen und schaffen oftmals nur Spatzenportionen.

Kinder - wie auch wir Erwachsene - entwickeln Vorlieben und es gibt Kinder, die sich - zumindest phasenweise - nicht viel aus täglicher Abwechslung machen. Haben sie eine bestimmte Vorliebe (häufig Nudeln, nackt oder mit Soße) entwickelt, bleiben sie dabei, da dies ihnen auch eine gewisse Sicherheit gibt: "Dies schmeckt mir und ist mir gut bekommen, das merke ich mir und dabei bleibe ich (erst mal)". Und dennoch gedeihen sie! Diese Phasen hat die Natur schon mit einberechnet.

Ich weiß aus Erfahrung, das wird besser werden - irgendwann platzt immer der Knoten, das kann aber von Kind zu Kind unterschiedlich lange dauern. Bis dahin ist Ihr Mädchen eben nackten Nudeln und Co. zufrieden. Irgendwann kommt es zu einer so genannten spezifisch-sensorischen Sättigung, auch bei Ihrem Schatz. Sie hat sich dann an den wenigen Dingen „satt gegessen“ und will endlich was anderes. Diese Sättigung entwickelt sich bei Kindern wesentlicher langsamer und lässt Eltern bis dahin oftmals verzweifeln, wenn Kinder über einen längeres Zeitintervall immer nur ein bevorzugtes Essen wünschen.

Am besten ist es wohl, wenn man keine allzu „große Sache“ daraus macht. Sonst lernt Ihr Schatz nur, dass sie mit ihrer Verhaltensweise viel Aufmerksamkeit bekommt. Und das gefällt den Kleinen besonders: Mama und Papa tun alles, damit ich mehr und gesund esse. „Das ist so toll, dass sie sich mir so intensiv zuwenden.“

Ein paar lieb gemeinte Anregung meinerseits:

Versuchen Sie nicht angestrengt Mahlzeiten zu „finden“, die ihr schmecken könnten. Das ist überhaupt nicht angebracht und notwendig. Nein, Sie als Mama geben vor was es zu essen gibt. Es kann eine gewisse Auswahl geben, bei der Ihr Schatz wählen kann. Ist nichts dabei, gibt es auch ansonsten nichts.
Wenn Ihr Mädchen wenig oder gar nichts isst, bekommt sie nichts Beliebteres, sondern bis zur nächsten Mahlzeit nichts. Das ist nicht so schlimm. Also ruhig ab und zu mal den Appetit zum Gehilfen machen.

Auch wenn es schwer fällt. Ich weiß, es ist nicht so leicht, aber versuchen Sie es aus: Bieten Sie Ihrer Kleinen eine Auswahl an Speisen an, die Portion auf ihrem Teller dabei eher klein halten. Und dann lassen Sie sie einfach mal in Ruhe.
Schauen Sie nicht auf ihren Teller hin, motivieren Sie sie nicht, interessieren Sie sich nicht für ihr Essverhalten. Essen Sie und die Familie weiter selbst mit Genuss, unterhalten Sie sich am Tisch über angenehme Dinge. Sie sind das Vorbild und Ihre Tochter wird Sie immer mehr versuchen nachzuahmen.

Ziehen Sie Mahlzeiten auch nicht in die Länge. Nach etwa 30 Minuten sollte das Essen beendet sein, egal ob aufgegessen oder nicht. Dann ist wieder Spielzeit etc.. Nehmen Sie sich viel Zeit für die gemeinsamen Mahlzeiten, setzen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Schatz an den Tisch, ohne Fernseher oder andere Ablenkungen.

Sie werden sehen, auch diese Phase geht irgendwann vorüber – halten Sie durch!

Was das Thema Süßigkeiten angeht: Diese kommen fast bei allen Kindern super an und das gerne auch ohne Limit - wenn die Kleinen könnten. Aber wir Eltern sind dafür da, das richtige Maß im Auge zu halten und den Umgang damit weiterzugeben. Grundsätzlich gibt es bei den Süßigkeiten ja kein „Gesetz“, das vorgibt was richtig ist und was nicht. Im Rahmen eines ausgewogenen Speiseplans ist gegen eine kleine Nascherei nichts einzuwenden. Bei sachgemäßer Verwendung und gründlicher Zahnpflege geht von Süßem keine nachteilige Wirkung aus. Jedoch sollten Süßigkeiten keine anderen Mahlzeiten und wichtigen Lebensmittel verdrängen. Gerade zur Weihnachtszeit ist das mit Schokoladenweihnachtsmänner, Plätzchen und Co. natürlich besonders verführerisch. Aber auch hier müssen Kinder lernen, dass es eine besondere Speise ist - die es dann auch nicht jeden Tag gibt. Ich bin mir sicher, dass Sie Ihren persönlichen Umgang mit dem Thema schnell für sich festmachen können und dies dann auch an Ihre Tochter so weitergeben. Auch wenn es erst einmal Protest geben wird, aber das ist ganz normal. Häufig ist es auch hilfreich, den Verwandtenkreis darüber zu informieren, mit der Bitte, Ihren Umgang mit diesem Thema zu respektieren. Gerade wenn die Speisenauswahl bei Ihrem Schatz gerade eingeschränkter ist, dann ist das doch ein nachvollziehbares Argument, es nicht mit Süßigkeiten zu kompensieren. Natürlich lässt sich damit nicht verhindern, dass es bei den anderen mal die berühmte „Ausnahme“ gibt, aber vielleicht etwas weniger.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Liebe und eine gemütliche Adventszeit!

Herzliche Grüße wünscht
Ihre HiPP Expertin
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