Kind 18 Monate isst fast nichts

Expertenrat zum Beikost-Start: Speiseplan, erstes Löffelchen, Trinken und vieles mehr!

Expertenforum

FamilieS
21. Okt 2021 13:33
Kind 18 Monate isst fast nichts
Mein Sohn ist jetzt knapp 18 Monate alt und mag plötzlich keinen Brei mehr essen (was auch okay ist) aber : er isst jetzt auch nicht vom Familientisch mit. Nudeln, Kartoffeln, gekochtes als auch rohes Gemüse wird alles ausgespuckt und dann vom Tisch geworfen. Das einzige was er isst ist Obst (egal was), Brot und Brötchen (nur ohne Belag) und Pfannkuchen (wo ich schon mal was unter mogle). Wie bekomme ich mein Kind zum Essen ? Ab November geht er für vier Stunden in die Tagespflege wo auch noch mittags gegessen werden soll. Ich hoffe das Thema erübrigt sich dann wenn er mit anderen Kindern essen kann, aber : ist ja keine Sicherheit.
HiPP-Elternservice
22. Okt 2021 10:03
Re: Kind 18 Monate isst fast nichts
Liebe „FamilieS“,

diese „ich-ess-jetzt-mal nix“ oder „ich-ess-nur-was-mir-schmeckt“-Phasen kommen häufiger vor als man denkt. Viele Eltern kennen diese Situation und können ein Lied davon singen. Kinder haben ihren eigenen Kopf und entwickeln spezielle Vorlieben. Die Kinder werden wählerischer, haben keine Zeit zum Essen und schaffen oftmals nur Spatzenportionen.

Kinder - wie auch wir Erwachsene - entwickeln Vorlieben und es gibt Kinder, die sich - zumindest phasenweise - nicht viel aus täglicher Abwechslung machen. Haben sie eine bestimmte Vorliebe (wie Ihr Junge Obst, Brot und Brötchen, Pfannkuchen) entwickelt, bleiben sie dabei, da dies ihnen auch eine gewisse Sicherheit gibt: "Dies schmeckt mir und ist mir gut bekommen, das merke ich mir und dabei bleibe ich (erst mal)".
Und dennoch gedeihen diese Kinder! Diese Phasen hat die Natur schon mit einberechnet.

Möchten Sie eine Veränderung, dann ist es ganz wichtig, dass Sie voll und ganz dahinter stehen und konsequent bleiben.

Ich kann mir vorstellen, dass Ihr kleiner Schatz austesten möchte, wo seine Grenzen sind und wie die Mama reagiert.
Auch ist das Ausspucken und Runterwerfen von Essen keine böse Absicht von Ihrem Sohn und er will Sie damit auch nicht ärgern. Er macht gerade eine schlichte aber für ihn superinteressante Erfahrung. Er hat die Schwerkraft entdeckt. Obendrein bemerkt Ihr Sohn, dass er bei Mama damit ein paar „Empfindungen“ auslöst. Das sind für Ihren Kleinen tolle, neue Entdeckungen.

Machen Sie am besten keine große „Geschichte“ draus. Sonst lernt Ihr Sohn weiter nur, dass er mit dieser Verhaltensweise viel Aufmerksamkeit bekommt. Und das gefällt den Kleinen besonders: „Das ist so toll, dass sich mir alle so intensiv zuwenden. Da werfe ich doch morgen gleich wieder alles zu Boden.“
Eines Tages macht es „klick“ und Ihr Sohn hat kapiert, dass er diese Sachen wieder viel lieber isst als runter zu schmeißen. Nehmen Sie es bis dahin gelassen.

Bieten Sie zu festgelegten Mahlzeiten bestimmte Lebensmittel und Speisen an, aber gehen Sie nicht zu sehr auf seine Wünsche ein.
Sie als Mama bestimmen das Angebot aus gesunder Kost auf dem Teller, nicht Ihr Kind. Ihr Kleiner ist noch zu jung, um zu entscheiden welche Lebensmittel ihm gut tun.
Aber Ihr Sohn darf selbst auswählen und entscheiden, wie viel er davon essen mag.

Ein gesundes Kind isst, wenn es hungrig ist. Denken Sie immer daran, er könnte essen, wenn er will. Vielleicht nicht das, was Sie möchten und vielleicht auch nicht so viel, wie es nach Ihren Vorstellungen sein müsste, aber Ihr Sohn isst. Vertrauen Sie darauf. Versuchen Sie also nicht angestrengt Mahlzeiten zu „finden“, die ihm schmecken könnten. Das ist überhaupt nicht angebracht und notwendig. Nein, Sie als Mama geben vor was es zu essen gibt. Es kann eine gewisse Auswahl geben, bei der Ihr Schatz wählen kann. Ist nichts dabei, gibt es auch ansonsten nichts. Bis zur nächsten Mahlzeit - keine Milch, keine Snacks oder Nudeln.

Auch wenn es schwer fällt. Ich weiß, es ist nicht so leicht, aber versuchen Sie es aus: Lassen Sie Ihren Kleinen beim Essen einfach mal in Ruhe.
Schauen Sie nicht auf seinen Teller hin, motivieren Sie ihn nicht, interessieren Sie sich nicht für sein Essverhalten. Essen Sie und die Familie selbst mit Genuss, unterhalten Sie sich am Tisch über angenehme Dinge. Sie sind das Vorbild, Ihr Sohn wird Sie nachahmen.
Ziehen Sie Mahlzeiten nicht in die Länge. Nach etwa 30 Minuten sollte das Essen beendet sein, egal ob aufgegessen oder nicht. Dann ist wieder Spielzeit etc.. Nehmen Sie sich viel Zeit für die gemeinsamen Mahlzeiten, setzen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Schatz an den Tisch, ohne Fernseher oder andere Ablenkungen.

Meine besten Tipps sind:
* „Machen“ Sie nicht so viel und lassen Sie das Essen nicht zu sehr in den Mittelpunkt rücken. In manchen Familien dreht sich oft alles nur noch um die Mahlzeiten. Und die laufen dann entsprechend „entspannt“ und im immer gleichen Muster ab.
* Versteifen Sie sich nicht so sehr auf die Mahlzeiten, freuen Sie sich mehr darüber, dass es Ihren Sohn gibt und es ihm gut geht!

Hier finden Sie auch noch den einen oder anderen Tipp für das Essen mit Kleinkindern zusammengefast: ( https://www.hipp.de/kinder/ratgeber/tip ... inkindern/ )

Ich denke auch, dass Ihr Kleiner in der Tagespflege wieder ein ganz anderes Essverhalten zeigen wird als zu Hause. Machen Sie sich nicht allzu große Gedanken darüber und lassen Sie es auf sich zukommen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kleinen weiterhin alles Gute.

Herzliche Grüße

Ihre HiPP Expertin
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