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Dezember 2016 | Ehrensberger Hof

HiPP schützt Eulen

NABU/LBV, Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, Foto: Werner Borok

HiPP hat in diesem Jahr Schleiereulen ausgewildert. Die seltenen Vögel wurden liebevoll auf dem HiPP-Musterhof für biologische Vielfalt großgezogen. Auf dem Hof finden sich unzählige Nisthilfen, natürlich auch für Eulen. Denn deren Lebensraum geht weiter zurück. Ein pfiffiger Verwandter der Schleiereule, der Waldkauz, wurde kürzlich vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. und der Naturschutzbund Deutschland zum Vogel des Jahres 2017 gewählt. 

Wer diesen schönen, geheimnisvoll wirkenden Vogel sehen möchte, sollte sich am besten nachts auf die Lauer legen. Allerdings nicht zwingend im Wald. Denn dort, wo der Waldkauz eigentlich vermutet wird, fehlt ihm inzwischen oftmals der Lebensraum. Durch die moderne Forstwirtschaft mangelt es an Altholzbeständen und Höhlenbäumen, die er dringend als Brutplätze bräuchte. Deshalb passen sich die Waldkauze geschickt an: sie ziehen zunehmend in Dörfer und Städte! 

Hätten Sie's gewusst?

NABU/LBV, Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, Foto: Rosl Roessner

Waldkauze ...

  • heißen mit wissenschaftlichem Namen Strix aluco
  • sind die häufigsten Eulen in Deutschland
  • bleiben ihrem Revier treu und kennen es so gut wie ihr Gefieder
  • werden so groß wie eine Krähe, also etwa 40 cm und um die 600g schwer
  • sind Fleischfresser: neben kleinen Säugetieren vertilgen sie Käfer, Amphibien und Vögel
  • brauchen strukturreiche Landschaften, mit alten Bäumen und Höhlen
  • legen maximal vier Eier und brüten knapp einen Monat
  • verteidigen ihre Nestlinge, indem sie die Störenfriede meist ohne Vorwarnung von hinten mit ihren scharfen Krallen attackieren
  • werden mit drei Monaten selbständig
  • können bis zu 19 Jahre alt werden
NABU/LBV, Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, Foto: Dietmar Nill

Ihr Ruf, ein im Dunklen besonders schauerlich klingendes „Hu-hu-huuuu“, ist den meisten Menschen gut bekannt. In bedrohlichen Krimiszenen oder spannenden Heimatfilmen führt dieser Laut nicht selten zu Gänsehaut! Noch viel gruseliger empfanden unsere Vorfahren im Mittelalter jedoch den Balzruf des Waldkauzes: sein „Ku-witt“ wurde früher als „Komm-mit“, als Lockruf für die ewige Ruhe, interpretiert.

Von diesem Aberglauben ist zum Glück nichts geblieben. Eulenvögel gehören heute zu den beliebtesten und faszinierendsten Vogelarten! Für Wissenschaftler sind Eulen wichtige Boten der biologischen Vielfalt. Obgleich deutschlandweit der Bestand des Waldkauzes stabil schien, sind inzwischen Rückgänge zu verzeichnen. Neben der Abnahme der Brutstätten führt auch die Intensivierung der Landwirtschaft durch Flurbereinigung und den Einsatz chemisch-synthetischer Spritzmittel zu Problemen. Diese landwirtschaftlichen Maßnahmen wirken sich auf die Nahrungskette des Waldkauzes aus. Die Anzahl der Kleinsäuger geht zurück, da ihr Lebensraum zerstört wird. Zudem nehmen sie viele Giftstoffe auf, oft auch über Köder. Obwohl er sich so gut anpassen kann - durch das Fressen vergifteter Beute geht auch der Waldkauz ein.

Jeder Eingriff des Menschen in die Natur führt zu Reaktionen, die häufig zeitverzögert zu Tage treten. Und manchmal fallen sie erst auf, wenn es schon zu spät ist. Durch seinen lauten Ruf machte der Waldkauz auf sich aufmerksam. Als Vogel des Jahres werden seine Bedürfnisse nun ein Jahr lang bei den Vogelschützern im Vordergrund stehen. Im Februar wird sein Balzruf wieder hörbar sein. Es wäre schön, wenn er dann schon genügend Brutplätze fände.

NABU/LBV, Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, Foto: H.-J. Fünfstück

Wer sich nicht nachts auf die Suche nach dem Waldkauz machen möchte, kann auch tagsüber viel Spannendes im Winterwald entdecken!

Auf dem Boden, im glitzernden Schnee zeichnen sich Spuren von Rehen, Füchsen, Kaninchen, Mardern, Vögeln, Wildschweinen, Eichhörnchen, vom Dachs und vielen anderen Tieren ab. Hinter jeder Biegung des Weges verbirgt sich etwas… Baumstämme, die gigantisch groß erscheinen. Uralte, knorrige Eichen. Zapfen und Nadeln in verschiedenen Größen und Formen. Samenreste vom Frühstück eines Eichhörnchens.

Und wer für einen Moment ruhig innehält, der vernimmt ab und an das Knacken eines Astes, das Zwitschern eines Vogels, das Rascheln eines Rehs. Es duftet nach Harz und Tannenzweigen. Im Winter überwiegt die Stille im Wald. Und deshalb ist er zu dieser Zeit nicht nur bei Tieren ein beliebter Rückzugsort. 


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