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Die unterschiedlichen Stilltypen

Finden Sie das Verhalten Ihres kleinen Lieblings in einem der unten beschriebenen Stilltemperamente wieder?

Die kleine Raupe Nimmersatt

Und schwups! Schon ist die Brustwarze im hungrigen Mäulchen verschwunden und wird begeistert angezapft. Energisch und begierig stürzen sich „Nimmersatt“-Babys auf die verheißungsvolle Milchquelle, trinken kraftvoll und ausdauernd, und lassen die Brust erst wieder los, wenn sie satt sind. Sie lassen sich ohne Probleme immer und überall stillen und bekommen durch ihren großen Appetit garantiert genügend Milch ab. Legen Sie Ihren kleinen Schnelltrinker möglichst schon bei den allerersten Hungeranzeichen mit besonderer Sorgfalt an. Je hungriger Ihr Kind ist, umso bestimmter wird es ansaugen. Liegt die Brustwarze dann ungünstig an den Zahnleisten, kann sie rasch wund werden.

Der Zappelphilipp

Kaum ist die Brust in Sicht, wird Ihr kleines Zappelkind aktiv. Aufgeregt rudert es mit Ärmchen und Beinchen und saugt geschäftig mal rechts, mal links. Wer weiß, vielleicht schmeckt die Milch auf der einen Seite ja doch noch besser als die auf der anderen? Dieses Kind zeigt die pure Lust am Stillen! Wichtig ist allerdings, dass sich Ihr kleiner Zappelphilipp in seiner Hektik nicht selbst das Trinken erschwert. Stillen Sie Ihr Kind am besten kurz nach dem Aufwachen und noch im Liegen. Das dämpft seinen Eifer noch ein wenig. Und weil Zappelbabys vor lauter Aufregung meistens auch viel Luft schlucken, brauchen sie danach unbedingt ihr Bäuerchen, um kein Bauchweh zu kriegen.

Der Still-Gourmet

Eine Köstlichkeit wie Muttermilch saugt man nicht  einfach schnöde vor sich hin – die lässt man sich eingehend munden! Genuss heißt das Motto dieser kleinen Feinschmecker, die sich für eine Milchmahlzeit meist doppelt so viel Zeit lassen wie andere Babys. Genießer-Babys trinken ausdauernd, regelmäßig und dabei sehr besonnen an der Brust und holen sich dabei alles, was sie brauchen. Drängeln Sie Ihr Gourmetbaby nicht! Es braucht seine eigene Zeit, um genussvoll an der Brustwarze zu lecken, sie in den Mund einzuschlürfen und sinnlich die ersten Tropfen Milch zu verkosten, bevor es sich wonnig schmatzend einer ausgiebigen Mahlzeit hingibt. Gut zu wissen: Stillgourmets sind leicht ablenkbar. Ein Ort voller neugieriger Menschen ist für sie kein guter Ort zum Stillen, schon neugierige Blicke können sie stören. Schirmen sie deshalb beim „Outdoor-Stillen“ das Köpfchen am besten mit einem leichten Tuch ab. Das Sahnehäubchen für kleine Schlemmer: ruhige, gemütliche und lange Stillmahlzeiten, allein mit Mama zuhause.

Das Träumerchen

Stillen macht müde, das gilt für kleine Träumer ganz besonders. Sie saugen ein bisschen, ruhen sich dann an der Brust aus, nehmen wieder einige Züge, ruhen sich noch einmal aus, trinken dann weiter ... und brauchen oft ziemlich lange, bis sie rundum satt sind. Schön: Träumerchen entspannen sich beim Trinken vollkommen.Sie brauchen kein besonderes Einschlafritual, sondern schlummern selig an der Brust ein. Auch nach nächtlichen Stillmahlzeiten schlafen sie zumeist problemlos wieder ein. Haben Sie Geduld und unterbrechen Sie die Stillmahlzeit Ihres Kindes nicht. Nur weil Ihr Baby zwischendurch etwas ausruht, ist es noch lange nicht satt. Stillen Sie in einer aufrechten Position, dann schläft es nicht so leicht ein. Hat es an einer Brust getrunken und nickt ein, wickeln Sie Ihr Baby und bieten ihm dann die zweite Seite an. Kitzeln Sie es leicht im Nacken oder an den Füßen. Das hält kleine Schlafmützen beim Trinken wach und sorgt dafür, dass sie genügend Milch im Magen haben, wenn sie endgültig einnicken.

Der kleine Zauderer

Zögerliche Babys scheinen wirklich erst einmal lang zu überlegen, ob die Brust für sie von Interesse sein könnte. In den ersten Tagen machen sie kaum Anstalten, kräftig zu saugen. Eigentlich schmeckt die Milch ja ausgezeichnet. Andererseits kann es aber auch ziemlich anstrengend sein, an sie heranzukommen. Das Zögern beunruhigt viele Mütter, doch kleine Zauderer brauchen einfach nur etwas mehr Zeit und sollten nicht zum Trinken gedrängt werden. Sobald sie die Brust für sich entdeckt haben, trinken, wachsen und gedeihen auch diese Kinder meist problemlos. Sie brauchen eben nur etwas mehr Unterstützung, damit dies auch klappt.

Vielleicht finden Sie das Verhalten Ihres Babys in keinem der beschriebenen Stilltemperamente wieder? Oder auch in verschiedenen?

Das ist normal, denn Ihr Baby ist eine ganz eigene, unverwechselbare, kleine Persönlichkeit. Deshalb gibt es beim Stillen auch kein Richtig und kein Falsch. Alles, was für Sie und Ihr Baby passt, ist gut. Denn das Wichtigste beim Stillen ist, dass Ihr Kind und Sie sich dabei wohlfühlen.

Folgende Tipps können Sie dabei unterstützen:

  • Berühren, warten, heranziehen.
  • Halten Sie beim Stillen Ihr Kind nahe an Ihrem Körper und achten Sie darauf, dass es die Brust gut erfasst hat.
  • Wechseln Sie die Seiten beim Stillen.  Allerdings erst, wenn Ihr Kind nach mindestens 15 bis 20 Minuten Saugen und Schlucken die Brust loslässt.
  • Lernen Sie die verschiedenen Stillpositionen kennen und „üben“ Sie ein bisschen mit Ihrem Kind.
  • Geben Sie Ihrem Baby ausschließlich die Brust und vermeiden Sie anfänglich Schnuller, Brusthütchen und das Zufüttern. So verhindern Sie, dass Ihr Kind in seinem Saugverhalten an der Brust gestört wird.
  • Lassen Sie nach dem Stillen regelmäßig Luft an Ihre Brustwarzen.