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HiPP Nachhaltigkeitsbericht 2015

31Biologische Vielfalt | Engagement für Flora und Fauna Einflussbereiche des Unternehmens Wer wüsste es besser als HiPP: Die natürliche Bodenfruchtbarkeit sorgt für gesunde Nahrungsmittel. Dies funktioniert nicht mechanisch, sondern in einem komplexen öko- logischen Wirkungsgefüge zu dem auch die Artenvielfalt gehört. Durch den weltweit zu beobachtenden Rückgang an Arten, Genen und Lebensräumen, verarmt die Natur und die Lebensgrundlagen der Menschheit werden bedroht. Verloren gegangene Biodiversität lässt sich nicht wiederherstellen – der Verlust ist unwiederbringlich. Für HiPP als Lebensmittelhersteller liegt der größte Hebel zur Einflussnahme im agrarischen Vorfeld. Auf dem Musterbetrieb für biologische Vielfalt erprobt HiPP daher in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Naturschützern Maßnahmen, um Artenvielfalt in den landwirtschaftlichen Alltag zu integrieren. Ziel ist es, praktische Methoden zur Umsetzung in den Erzeuger- betrieben zu entwickeln. So fanden beispielsweise verschiedene alte Rassen auf dem Hof ein Zuhause: Original Braunvieh, von dem es insgesamt in Bayern nur noch 500 Tiere gibt, Skudden (noch ca. 1.000 Schafe in Deutschland) und die alte Hühner- rasse Appenzeller Spitzhauben. Außerdem wurden sechs Bienenvölker angesiedelt. Bio-Inseln für Kleinstlebewesen Ein Insektenhotel und Behausungen für Zauneidechsen sollen den Mangel an natürlichem Unterschlupf ausgleichen. 150 Nist- kästen für Kauze, Stare, Mehlschwalben oder auch Fledermäuse sorgen für eine hilfreiche Population zur Schädlingsbekämpfung. Um neue Ökosysteme zu schaffen, wurden unwirtschaftliche Flächen renaturiert und das alte Prinzip der Waldweide wieder aufgegriffen: Durch die Viehhaltung im Wald entstehen lichte, fast offene Wälder, die eine besondere Bedeutung für die Arten- vielfalt haben. Hier siedelt sich zum Beispiel der Hirschkäfer an, verschiedene Schmetterlingsarten oder auch Fledermäuse. Um Nützlinge anzulocken, werden Hecken, Büschen und Blühwiesen angepflanzt. Aufgetürmte Holzhaufen, Wurzelstöcke, Stein- wälle und Blühstreifen bilden Bioinseln für Insekten, Reptilien und andere Kleinstlebewesen. Sie sind nicht nur Rückzugsgebiete und Nahrungsquellen für Tiere, sondern sorgen gleichzeitig auch für den so wichtigen Wind- und Erosionsschutz. Regelmäßig beteiligen sich Auszubil- dende und sonstige Mitarbeiter an Aktionstagen, die auch der Umweltbildung dienen. In den vergangenen drei Jahren wurden als Beitrag zum Klimaschutz hauptsächlich Pflanzaktionen durchgeführt. Die Bäume und Hecken vermindern zugleich Landschaftszer- schneidungen durch kultivierte Flächen und bauen Brücken für Waldtiere, die dadurch geschützte und erweiterte Lebensräume erhalten. Seit 2012 bietet HiPP Führungen für Interessierte auf dem Musterbetrieb an, um ganz besonders dem Nachwuchs das Thema biologische Vielfalt im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar zu machen. Bis Ende 2014 erhielten auf diese Weise ca. 100 Gruppen Einblick in das Thema. In einem Kooperations- projekt mit dem NABU, Prof. Dr. Christina von Haaren von der Leibniz-Universität Hannover und dem Landesbund für Vogel- schutz Bayern (LBV) hat HiPP in 2013 und 2014 auch den Biodiversitätsstatus auf dem Betrieb von Stefan Hipp in Polen analysiert. Dieser erwies sich als überdurchschnittlich arten- reich, da neben landwirtschaftlichen auch viele naturnahe Flächen und Frisch-, Feucht- und Nassgrünländer mit vielen Ackerwildkräutern existieren. Vor allem seltene Arten wie beispielsweise der Wendehals oder die Große Rohrdommel finden hier Lebensräume und fühlen sich wohl in einer Landschaft mit ursprünglichen Elementen. Braunvieh in der Waldweide auf dem Musterhof für biologische Vielfalt. Prof. von Haaren und Mitarbeiter bei der Biodiversitätserhebung.

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